Deogratias
Gedenktag katholisch: 18. Mai
Fest im Kapuzinerorden
gebotener Gedenktag im Franziskanerorden
Name bedeutet: der Glückliche (latein.)
Alessandro Turchi, Altarbild (Detail), 1635, in der Kapuzinerkirche
S. Maria della Concezione in Rom 
Der Hirtenknabe Felix verbrachte der Überlieferung zufolge schon in seiner Jugend viele Andachtsstunden vor einem in einen Baum eingeschnitzten Kruzifix. 1543 fand er zu den Kapuzinern im Kloster nahe Cittaducale, als der Ordensgeneral gerade den kurz zuvor gegründeten Orden verließ, zu den Protestanten konvertierte und nach Genf ging; der junge Orden, Hoffnungsträger kirchlicher Erneuerung, war bis in die Grundfesten erschüttert und drohte daran zu zerbrechen. Über die Klöster in Anticoli Corrado und in Monte San Giovanni in Sabina kam Felix ins Kloster an der Kirche SS. Croce e Bonaventura alla Pilotta in Rom.
Über 40 Jahre lang war er dort als Almosensammler tätig. Wegen des dadurch bedingten häufigen Dankens trug er den
Beinamen Bruder Deogratias
, Dank im Namen Gottes
. Felix konnte nicht lesen und schreiben, aber er wirkte
durch seine Ausstrahlung eindrücklich auf die Menschen. Damit gewann er viele Menschen und half zur Stabilisierung der
Ordensreform. Nachts betete er stundenlang in der Kapelle vor dem Altar, in der innigen Verbindung zum leidenden
Jesus lag sein Kraftquell. Trotz schwerer und schmerzhafter Erkrankung
an Koliken weigerte er sich, Gott um Linderung zu bitten: Wenn Gott mir Schmerzen schickt, warum sollte ich nicht aus
Liebe zu ihm leiden?
.
Felix' Heimatort Cantalice,
oben die ihm geweihte Kirche 
Felix war mystisch begabt, hatte zahlreiche Visionen der Maria und konnte in
die Zukunft schauen; so sah er die Wahl von Papst Pius V. und dessen Sieg über
die Türken bei der Seeschlacht von Lepanto / Nafpaktos
voraus. Mit Papst Sixtus V., Karl Borromäus und
Philipp Neri verband ihn enge Freundschaft. Er wollte anderen Menschen dienen,
wollte ein Lastesel sein und auch im hohen Alter lieber unter dem Sattel sterben
, als dass er die angebotenen
Erleichterungen angenommen hätte. Als er im Kloster an der Kirche
SS. Croce e Bonaventura alla Pilotta starb,
trauerte das Volk, seinen Sarg begleiteten der Papst und Kardinäle.
Statue in der Seraphin von Montegranaro geweihten
Kirche in Montegranaro 
Kanonisation:
Felix wurde am 1. Oktober 1625 selig- und am 22. Mai 1712 heiliggesprochen und war der meistverehrte Heilige seines
Kapuzinerordens, bis er jüngst in dieser Rolle durch
Padre Pio abgelöst wurde.
Attribute:
Jesuskind im Arm, Rosenkranz, Sack
Patron
der Mütter und Kinder
Die Felix' geweihte Kirche in Cantalice, aus
dem 17. Jahrhundert, daneben sein Geburtshaus 
Gemälde in der Kapuzinerkirche in Viterbo 
Bild in der Kapelle an der von Felix zum Sprudeln
gebrachten Quelle nahe Cantalice 
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