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Pius V. hieß mit bürgerlichem Namen Michele Ghislierie. Er wurde mit 14 Jahren Dominikaner und arbeitete danach ohne Unterlass für die Inquisition, bis er schließlich zum Großinquisitor aufstieg. Ab 1556 war er Bischof von Sutri und Nepi im Norden von Rom, 1557 wurde er zum Kardinal ernannt und schließlich 1566 als Papst gewählt.
Pius war ein frommer Asket und ein Reformer von Verwaltung, Katechismus, Brevier und Messbuch, der die Beschlüsse des Konzils von Trient energisch in die Tat umsetzte. Seine strengen Reformen und repressive Maßnahmen gegen Andersdenkende stärkten die römische Kirche zur Zeit der Gegenreformation. Er gründete und erneuerte die Kongregationen der Kurie, bekämpfte leidenschaftlich die Simonie und verfocht den Zölibat. Er unterstützte die französischen Katholiken in ihrer Verfolgung der Hugenotten, vertrieb zahlreiche Juden aus dem Kirchenstaat und nutzte die Inquisition schonungslos, um jeden Ketzer zu strafen. Mittels der Inquisitionzerstörte er den Protestantismus in Italien.
Pius exkommunizierte Elisabeth I. von England, woraufhin die Katholiken auf der Insel schärfer verfolgt wurden, viele nun auch den Märtyrertod starben. Spannungen gab es auch mit Philipp II. von Spanien und Maximilian II. von Österreich.
Grazio Cossali: Pius V. schreibt Maria
den Sieg bei Lepanto zu, 1597, in der Kirche Santa Croce in Bosco
Marengo ![]()
1570 erneuerte Pius die Heilige Allianz mit Spanien und Venedig
gegen die Türken; Papst Julius II. hatte diese Allianz im Jahre 1511 ins Leben
gerufen. Pius' Gebetsbemühungen wird der wunderbare Seesieg über die Türken bei
Lepanto * am 7. Oktober 1571 zugeschrieben: in der Schlacht kämpfte eine türkische
Flotte mit über 270 Galeeren gegen die Flotte der von Spanien, Venedig und dem
Papst gebildeten Heiligen Liga
. Die Flotte der Heiligen Liga bestand aus 200
Rudergaleeren und sechs großen venetianischen Segelgaleeren. Beide Seiten
erlitten schwere Verluste; am Ende siegte die Flotte der Heiligen Liga, die über
100 der feindlichen Galeeren kapern und Tausende christlicher Sklaven befreien
konnte. Dieser Sieg war der erste große Sieg der Christen über das Osmanische
Reich und daher von nicht zu unterschätzender psychologischer Bedeutung. Er
leitete den Niedergang der Vorherrschaft des Osmanischen Reiches im
Mittelmeerraum ein, dafür gewannen die Osmanen aber nach und nach an Land die
Überlegenheit. In einer Vision hatte Pius den Sieg vorausgesehen. Sein
Nachfolger legte den Tag dieses Sieges als Rosenkranzfest
fest.
Bestattet ist Pius in San Maria Maggiore in Rom.
Kanonisation:
1712 wurde Pius von Papst Clemens XI. heilig gesprochen.
Attribute:
Rosenkranz
* Lepanto ist der italienische Name der griechischen Stadt Nafpaktos (Ναύπακτος). Bei der Seeschlacht von Lepanto 1571 besiegte die venezianische-spanische Flotte unter Don Juan de Austria die weitaus stärkere Seemacht der Osmanen. Es war die letzte große und äußerst blutige Galeerenschlacht im Mittelmeer, die das Ende der türkischen Vorherrschaft einleitete.
Biographisch- Bibliographisches Kirchenlexikon
Pietro Olivieri und Niccolò Pippi: Sarkophag, 1586 - 1592, in der Kirche S.
Maria Maggiore in Rom ![]()
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