Ökumenisches Heiligenlexikon

Dominikus
spanischer Name: Domingo

Gedenktag katholisch: 8. August
     gebotener Gedenktag
     Hochfest im Dominikanerorden: 8. August oder
     Übertragung der Gebeine: 24. Mai
     der jeweils andere Tag wird als gebotener Gedenktag begangen
     Fest im Franziskaner- und im Kapuzinerorden
     in Australien und Neuseeland: 5. August
     Todestag: 6. August
Gedenktag evangelisch: 8. August (ELCA)
Gedenktag anglikanisch: 8. August
Name bedeutet: dem Herrn gehörend (latein.)
Priester, Ordensgründer
* um 1170 in Caleruega bei Burgos in Spanien
† 6. August 1221 in Bologna in Italien
Kartenskizze

Kartenskizze

Kartenskizze

Domingo de Guzman wurde als Sohn einer deutsch-kastilischen Gutsbesitzerfamilie geboren. Die Überlieferung berichtet, dass seine Mutter Johanna von Aza vor seiner Geburt ein schwarz-weißes Hündchen sah, das mit einer brennenden Fackel im Maul die ganze Welt erleuchtete; diese Vision wurde ihr gedeutet auf die göttliche Redekunst des Knaben, den sie gebären werde. Domingos Amme sah bei der Taufe einen goldenen Stern auf der Stirn des Kindes. Domingo studierte in Valencia Theologie und Philosophie. Während einer Hungersnot habe er 1191 alle seine teuren Bücher verkauft, um mit dem Erlös den Hungernden zu helfen: Was soll ich über trockenen Fellen studieren und draußen auf der Straße verhungern die Menschen?

Um 1196 wurde Domingo zum Kanonikus an die Kathedrale von El Burgo de Osma berufen und wirkte schon wenig später entscheidend an innerkirchlichen Reformen vor Ort mit. 1203 begleitete er seinen Bischof Diego, der dort die Hand einer Edelfrau für den Sohn des Königs erflehen sollte, in die Marken *; während dieser Reise erfuhr Domingo von verschiedenen Irrlehren, er machte sich um seine Kirche Sorgen. Nach einer zweiten Reise in die Marken suchten beide auch Rom auf, auf dem Rückweg begegneten sie in Montpellier zwölf ZisterzienserÄbten und erfuhren von deren Auseinandersetzungen mit der in Südfrankreich weit verbreiteten Bewegung der Katharer. Domingo beobachtete, dass das hohe Bildungsniveau und die straffe Organisation der Katharer wesentlich zu deren Verbreitung beitrugen und beschloss, die Arbeit der katholischen Priester mit den gleichen Methoden zu stärken. Anders als der nur wenig später enstehende Franziskanerorden war der Dominikanerorden nicht nur ein Bettelorden als Antwort auf die sich entwickelnde Geldwirtschaft und Machtkonzentration, sondern auch ein nur aus Priestern bestehender Gelehrten-Orden zur Bekämpfung von Häresien. Das Leben in Armut war kein Ideal um seiner selbst willen, es sollte den Dominikanern Glaubwürdigkeit verleihen.

Fra Angelico: Fresko, um 1445, im Konvent von San Marco in Florenz

Fra Angelico: Fresko, um 1445, im Konvent von San Marco in Florenz   

Papst Innozenz III. schickte Domingo als Wanderprediger nach Südfrankreich, wo die Katharer der Kirche zu schaffen machten; das einfache Volk war wenig kirchlich, der Adel und das gehobene Bürgertum waren der Kirche sogar feindlich gesinnt. Darstellungen zeigen, wie Domingo einer Albigenser-Gemeinschaft seine Schrift über den wahren Glauben sandte, die auch bei dreimaliger Feuerprobe nicht verbrannte und so Katharer bekehrte.

In Prouille bei Toulouse gründete Domingo mit einigen Gleichgesinnten eine Missionsstation, zu der auch eine Kirche gehörte. Hier widmeten sie sich ausschließlich der Buße, dem Fasten, dem Lernen und der Verkündigung. Ihr vorbildlicher Lebensstil und die ergreifenden Predigten Domingos waren eindrücklich und führten viele Menschen zur katholischen Kirche zurück. Im Jahr 1215 gründete er den Dominikanerorden nach den Regeln der Augustiner als Beicht-, Prediger- und Bettelorden, dessen besondere Methode neben dem persönlichen Glaubensgespräch vor allem die Predigttätigkeit ist; der Orden wurde 1216 von Papst Honorius III. anerkannt. Die Missionsstation wurde 1217 von Domingo in das erste Dominikanerinnenkloster umgewandelt. Im selben Jahr lernte er in Rom Franziskus von Assisi kennen, der noch auf die Bestätigung seines Ordens wartete.

Domingo betonte stets die Bedeutung einer guten Ausbildung. Seine Mitbrüder studierten Theologie an der Sorbonne und kanonisches Recht an der Universität von Bologna, ihnen stand eine akademische Laufbahn in Toulouse, Madrid oder Rom offen. Als Leitsätze formulierte er: 1. überzeugend predigen, 2. arm wie die Apostel leben, 3. an keinen Ort gebunden sein. In den vier Jahren nach der Ordensbestätigung schuf Dominikus sechs Priorate in der Lombardei, vier in Frankreich, drei in der Toskana und in Rom, zwei in der Provence sowie zwei in Spanien. Seine Prediger gelangten bis nach England, Skandinavien, Ungarn und Deutschland.

Domingos große Wirkung entstand aus der seelsorgerlichen Arbeit, gepaart mit unbeugsamem Willen und Organisationstalent. Um sein Leben ranken sich zahlreiche Legenden, so die seiner Himmelfahrt. In anderen reicht Maria Domingo einen Rosenkranz und erklärt ihm dessen Gesätze. Petrus und Paulus erscheinen ihm und reichen ihm Stab und Buch mit dem Predigtauftrag.

Tod des Dominikus. Unbekannter Künstler, Sammlung Sanchez de Muniain in Madrid

Tod des Dominikus. Unbekannter Künstler, Sammlung Sanchez de Muniain in Madrid   

Domingo starb während einer Missionsreise durch Norditalien in Bologna. Seine Brüder ermahnte er in seinen letzten Worten zu Liebe, Demut und freiwilliger Armut. In der nach ihm benannten Kirche im Zentrum von Bologna ist sein Grab.

Kanonisation: 1234 wurde Domingo - nach der erstmaligen Erhebung seiner Gebeine - heilig gesprochen.
Attribute: Kreuz, Buch und Weltkugel, Lilienstengel, Stern auf der Stirn, Rosenkranz, schwarz-weißer Hund, Fackel
Patron der Dominikanischen Republik; von Bologna, Madrid und Córdoba; der Astronomen, Schneider, Näherinnen und Ordenspriester; gegen Fieber und Hagel
Bauernregeln: Ist's heiß zu St. Dominikus / der Winter mit strenger Kälte kommen muss.
Hitze an Dominikus / ein strenger Winter kommen muss.
Je mehr Dominikus schürt, / je Ärger man im Winter friert.

Fra Angelico: Glorifizierung von Dominikus, Buchmalerei, im Museum von San Marco in Florenz

Fra Angelico: Glorifizierung von Dominikus, Buchmalerei, im Museum von San Marco in Florenz   

* In der dominikanischen Tradition wird die Marken als Dänemark ausgelegt (so im Kommentar von Wolfram Hoyer OP zu Jordan von Sachsens Büchlein von den Anfängen des Predigerordens). Jordan kam tatsächlich aus Sachsen und dort war es seit dem Frühmittelalter Brauch, die Ländereien entlang der Ostgrenze des deutschen Reiches als die Marken zu bezeichnen; das Gebiet der Marken war also das heutige Brandenburg.

Altar der neuen Kirche in Soriano mit Nachbildung des wundersamen Dominikus-Bildes Das Bild des Dominikus in Soriano


Catholic Encyclopedia

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Quellen:
• Vera Schauber, Hanns Michael Schindler: Heilige und Patrone im Jahreslauf. Pattloch, München 2001
• Hiltgard L. Keller: Reclams Lexikon der Heiligen und der biblischen Gestalten. Reclam, Ditzingen 1984
• Microsoft Encarta 98 Enzyklopädie
• Paul Holmes aus München, E-Mail vom 9. April 2006


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