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Ökumenisches Heiligenlexikon

Dominikus

spanischer Familienname: Domingo de Guzmán
auch: Dominikus von Caleruega

Gedenktag katholisch: 8. August
gebotener Gedenktag
Fest in den Bistümern Burgos und Osma-Soria, im Orden der Franziskaner-Observanten und im Kapuzinerorden
Ordenskalender der Arnsteiner Patres
Fest im Erzbistum Bologna: 4. August
Gedenktag III. Klasse      Im alten Messbuch entspricht die III. Klasse einem gebotenen Gedenktag. Grundsätzlich werden offiziell alle Klassen als „Feste” bezeichnet, da der Rang ja nicht durch das Wort „Fest”, sondern durch die Klasse gekennzeichnet wird.
Die Feste III. Klasse sind außerhalb der geprägten Zeiten (Advent, Weihnachtsoktav, Fastenzeit, Osteroktav) immer zu feiern, wenn sie nicht von einem Fest I. oder II. Klasse verdrängt werden. Innerhalb der geprägten Zeiten können sie in der Regel nur kommemoriert, aber nicht gefeiert werden.
: 4. August, Todestag: 6. August
in Australien und Neuseeland: 5. August
Todestag: 6. August
nicht gebotener Gedenktag im Bistum Sosnowiec: 7. August
Hochfest im Dominikanerorden: 8. August oder Übertragung der Gebeine: 24. Mai - der jeweils andere Tag wird als gebotener Gedenktag begangen
Übertragung der Gebeine nach Bologna: 24. Mai

Gedenktag evangelisch: 8. August (ELCA)

Gedenktag anglikanisch: 8. August

Name bedeutet: dem Herrn gehörend (latein.)

Priester, Ordensgründer
* um 1170 in Caleruega bei Burgos in Spanien
† 6. August 1221 in Bologna in Italien


Domingo de Guzman wurde als Sohn einer deutsch-kastilischen Gutsbesitzerfamilie geboren. Die Überlieferung berichtet, dass seine Mutter Johanna von Aza vor seiner Geburt ein schwarz-weißes Hündchen sah, das mit einer brennenden Fackel im Maul die ganze Welt erleuchtete; diese Vision wurde ihr gedeutet auf die göttliche Redekunst des Knaben, den sie gebären werde. Dominikus' Amme sah bei der Taufe einen goldenen Stern auf der Stirn des Kindes. Dominikus studierte in Palencia Theologie und Philosophie. Während einer Hungersnot habe er 1191 alle seine teuren Bücher verkauft, um mit dem Erlös den Hungernden zu helfen: Was soll ich über trockenen Fellen studieren und draußen auf der Straße verhungern die Menschen?

Um 1196 wurde Dominikus zum Kanonikus an die Kathedrale von El Burgo de Osma bei Bischof Didacus von Azevedo berufen und wirkte schon wenig später entscheidend an innerkirchlichen Reformen vor Ort mit. 1203 begleitete er seinen Bischof, der dort die Hand einer Edelfrau für den Sohn des Königs erflehen sollte, in die Marken *; während dieser Reise erlebten Dominikus und sein Bischof die Auswirkung verschiedener Irrlehren, sie machte sich um ihre Kirche Sorgen.

Tafel: „Hier wurde 1205 beschlossen und eingeleitet, den Predigerorden zu gründen”, in der Kirche in Castelnau-le-Lez

Tafel: Hier wurde 1205 beschlossen und eingeleitet, den Predigerorden zu gründen, in der Kirche in Castelnau-le-Lez

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Nach einer zweiten Reise in die Marken suchten beide auch Rom auf, auf dem Rückweg begegneten sie in Castelnau-le-Lez bei Montpellier zwölf Zisterzienseräbten und erfuhren von deren Auseinandersetzungen mit der in Südfrankreich weit verbreiteten Bewegung der Katharer. Dominikus beobachtete, dass das hohe Bildungsniveau und die straffe Organisation der Katharer wesentlich zu deren Verbreitung beitrugen und beschloss, die Arbeit der katholischen Priester mit den gleichen Methoden zu stärken.

Papst Innozenz III. schickte Dominikus 1206 als Wanderprediger nach Südfrankreich, wo die Albigenser der Kirche zu schaffen machten, weil das einfache Volk und v. a. der Adel und das gehobene Bürgertum diese Bewegung stützten. Sie zogen von Montpellier über Béziers und Carcassonne nach Montréal bei Carcassonne, wo sie sich im Sommer 2006 niederließen. Didacus von Azevedo trennte sich dann von Dominikus und kehrte in sein Bistum zurück.

In Fanjeaux sieht Dominikus den Feuerball über Prouille; am Ort der Erscheinung wurde später durch die Bevölkerung ein Oratorium errichtet

In Fanjeaux sieht Dominikus den Feuerball über Prouille; am Ort der Erscheinung wurde später durch die Bevölkerung ein Oratorium errichtet

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Im Frühjahr 1207 nahm Dominikus in Montréal zusammen mit Petrus von Castelnau an dem 15-tägigen Streitgespräch mit Predigern der Albigenser teil; das vierköpfige Schiedgericht aus Laien konnte sich danach nicht zu einem Urteil durchringen. In dem auf einem Hügel gelegenen nahen Fanjeaux erlebte Dominikus in den Tagen der Disputation, wie dreimal ein Feuerball vom Himmel fiel und seine Schrift über den wahren Glauben nicht verbrannte, sondern dadurch bestätigte; nachdem er sie einer Albigenser-Gemeinschaft sandte, habe diese der Überlieferung zufolge viele Katharer bekehrt.

Unterhalb des Hügels eröffnete Dominikus daraufhin in Prouille eine Missionsstation mit einer Kapelle und einem Haus zur Aufnahme von bekehrten Albigenserinnen. Hier widmeten er sich mit seinen Begleitern ausschließlich der Buße, dem Fasten, dem Lernen und der Verkündigung. Ihr vorbildlicher Lebensstil und die ergreifenden Predigten Dominikus' waren eindrücklich und führten viele Menschen zur katholischen Kirche zurück, unterstützt durch Wunder wie das nahe Montréal: als Dominikus am Johannestag 1207 Bauern predigte, sie zur Heiligung des Feiertages ermahnte und zur Rückkehr zum wahren katholischen Glauben aufforderte, leuchteten plötzlich die von ihnen soeben geernteten Garben schneeweiß und wurden mit vom Himmel fallendem Blut bedeckt; ein anderes Mal brachte Dominikus ein Gewitter durch das Kreuzeszeichen zum Aufhören.

Denkmal zur Erinnerung an das Wunder der <q>Blutähren</q> an der Stelle des Ereignisses nahe Montréal

Denkmal zur Erinnerung an das Wunder der Blutähren an der Stelle des Ereignisses nahe Montréal:

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Eine Feuerprobe unternahm Dominikus selbst im Jahr 1207 in Albi mit Büchern der Albigenser: er warf verschiedene Bücher ins Feuer, wobei deren Schriften dort liegen blieben und verbrannten, während die rechtgläubig katholischen Bücher in den Himmel emporgehoben werden.

1213 nahm Dominikus teil an der Schlacht bei Muret, in der das Kreuzzugsheer einen wichtigen Sieg erzielen konnte. In der Kirche der Stadt wurde Dominikus damals die Offenbarung zuteil, die ihm das Beten des Rosenkranzes und die Werbung hierfür in seinen Predigten empfahl; der Rosenkranz wurde ein tragendes Element seiner Spiritualität.

Im Jahr 1215 legten Dominikus und seine Gefährten in ihrer Gemeinschaft Gelübde ab mit einer Regel nach dem Vorbild der Augustiner, die von Bischof Fulko von Toulouse für sein Bistum bestätigt wurde; der Gemeinschaft wurde die Kirche St-Roman in Toulouse zugewiesen. Damit war die Grundlage geschaffen für den Dominikanerorden als Beicht-, Prediger- und Bettelorden, dessen besondere Methode neben dem persönlichen Glaubensgespräch vor allem die Predigttätigkeit ist; der Orden wurde 1216 von Papst Honorius III. anerkannt.

Die Missionsstation in Prouille wurde 1217 von Dominikus in das erste Dominikanerinnenkloster umgewandelt, zugleich wurden Brüder ausgesandt zur Gründung neuer Klöster. Das umsichtige, aber zielgerichtete Vorgehen Dominikus' ermöglichte schnelles Wachstum. Anders als der nur wenig später entstehende Franziskanerorden war der Dominikanerorden nicht nur ein Bettelorden als Antwort auf die sich entwickelnde Geldwirtschaft und Machtkonzentration, sondern auch ein nur aus Priestern bestehender Gelehrten-Orden zur Bekämpfung von Häresien. Das Leben in Armut war kein Ideal um seiner selbst willen, sondern sollte den Dominikanern Glaubwürdigkeit verleihen. Im selben Jahr lernte Dominikus in Rom Franziskus von Assisi kennen, der noch auf die Bestätigung seines Ordens wartete.

Dominikus betonte stets die Bedeutung einer guten Ausbildung. Seine Mitbrüder studierten Theologie an der Sorbonne in Paris und kanonisches Recht an der Universität in Bologna, ihnen stand eine akademische Laufbahn in Toulouse, Madrid oder Rom offen. Als Leitsätze formulierte Dominikus:
• 1. überzeugend predigen,
• 2. arm wie die Apostel leben,
• 3. an keinen Ort gebunden sein.
In den vier Jahren nach der Ordensbestätigung schuf Dominikus sechs Priorate in der Lombardei, vier in Frankreich, drei in der Toskana und in Rom, zwei in der Provence sowie zwei in Spanien. In Rom gründete er 1221 im Auftrag des Papstes das Kloster S. Sisto. Seine Prediger gelangten bis nach England, Skandinavien, Ungarn und Deutschland.

Tod des Dominikus. Unbekannter Künstler, Sammlung Sanchez de Muniain in Madrid

Tod des Dominikus. Unbekannter Künstler, Sammlung Sanchez de Muniain in Madrid

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Dominikus' große Wirkung entstand aus der seelsorgerlichen Arbeit, gepaart mit unbeugsamem Willen und Organisationstalent. Um sein Leben ranken sich zahlreiche Legenden, so die seiner Himmelfahrt. In anderen reicht Maria ihm einen Rosenkranz und erklärt ihm dessen Gesätze. Petrus und Paulus erschienen ihm und reichten ihm Stab und Buch mit dem Predigtauftrag.

Dominikus starb während einer Missionsreise durch Norditalien in Bologna. Seine Brüder ermahnte er in seinen letzten Worten zu Liebe, Demut und freiwilliger Armut. In der nach ihm benannten Kirche im Zentrum von Bologna ist sein Grab, nachdem die Gebeine 1234 unter Papst Gregor IX. hierher übertragen wurden.

Fra Angelico: Glorifizierung von Dominikus, Buchmalerei, im Museum von San Marco in Florenz

Fra Angelico: Glorifizierung von Dominikus, Buchmalerei, im Museum von San Marco in Florenz

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Kanonisation: Am 3. Juli 1234 wurde Dominikus in Verbindung mit der erstmaligen Erhebung seiner Gebeine heiliggesprochen.
Attribute: Kreuz, Buch und Weltkugel, Lilienstengel, Stern auf der Stirn, Rosenkranz, schwarz-weißer Hund, Fackel
Patron der Dominikanischen Republik; der Provinz Burgos in Spanien; von Bologna, Madrid und Córdoba; der Astronomen, Schneider, Näherinnen und Ordenspriester; gegen Fieber und Hagel; des Bistums Osma-Soria
Bauernregeln: Ist's heiß zu St. Dominikus / der Winter mit strenger Kälte kommen muss.
Hitze an Dominikus / ein strenger Winter kommen muss.
Je mehr Dominikus schürt, / je Ärger man im Winter friert.

* In der dominikanischen Tradition wird die Marken als Dänemark ausgelegt (so im Kommentar von Wolfram Hoyer OP zu Jordan von Sachsens Büchlein von den Anfängen des Predigerordens). Jordan kam tatsächlich aus Sachsen und dort war es seit dem Frühmittelalter Brauch, die Ländereien entlang der Ostgrenze des deutschen Reiches als die Marken zu bezeichnen; das Gebiet der Marken war also das heutige Brandenburg.

Altar der neuen Kirche in Soriano mit Nachbildung des wundersamen Dominikus-Bildes Das Bild des Dominikus in Soriano


Catholic Encyclopedia

Biographisch-Bibliographisches Kirchenlexikon

Das Kloster Prouille kann nicht besichtigt werden (2014), auch die Stiftskirche in Montréal ist geschlossen (2014).




Autor: Joachim Schäfer - zuletzt aktualisiert am 12.11.2014
korrekt zitieren:
Joachim Schäfer: Artikel

Quellen:
• Vera Schauber, Hanns Michael Schindler: Heilige und Patrone im Jahreslauf. Pattloch, München 2001
• Hiltgard L. Keller: Reclams Lexikon der Heiligen und der biblischen Gestalten. Reclam, Ditzingen 1984
• Lexikon für Theologie und Kirche, begr. von Michael Buchberger. Hrsg. von Walter Kasper, 3., völlig neu bearb. Aufl., Bd. 3. Herder, Freiburg im Breisgau 1995
• Paul Holmes aus München, E-Mail vom 9. April 2006