Gedenktag katholisch: 8. August
gebotener Gedenktag
Hochfest im Dominikanerorden: 8. August oder
Übertragung der Gebeine: 24. Mai
- der jeweils andere Tag wird als gebotener Gedenktag begangen
Fest im Franziskaner- und im Kapuzinerorden
in Australien und Neuseeland: 5. August
Todestag: 6. August
Gedenktag evangelisch: 8. August (ELCA)
Gedenktag anglikanisch: 8. August
Name bedeutet: dem Herrn gehörend (latein.)
Gemälde aus dem 13. Jahrhundert, im Kloster S. Domenico in Bologna

Domingo de Guzman wurde als Sohn einer deutsch-kastilischen Gutsbesitzerfamilie geboren. Die Überlieferung berichtet,
dass seine Mutter Johanna von Aza vor seiner Geburt ein schwarz-weißes
Hündchen sah, das mit einer brennenden Fackel im Maul die ganze Welt erleuchtete; diese Vision wurde ihr gedeutet auf die
göttliche Redekunst des Knaben, den sie gebären werde. Dominikus' Amme sah bei der Taufe einen goldenen Stern auf der
Stirn des Kindes. Dominikus studierte in Palencia
Theologie und Philosophie. Während einer Hungersnot habe er 1191 alle seine teuren Bücher verkauft, um mit dem Erlös den
Hungernden zu helfen: Was soll ich über trockenen Fellen studieren und draußen auf der Straße verhungern die Menschen?
Um 1196 wurde Dominikus zum Kanonikus an die Kathedrale von
El Burgo de Osma bei Bischof
Didacus von Azevedo berufen und wirkte schon wenig später entscheidend an
innerkirchlichen Reformen vor Ort mit. 1203 begleitete er seinen Bischof, der dort die Hand einer Edelfrau für den Sohn
des Königs erflehen sollte, in die Marken
*; während dieser Reise erlebten Dominikus
und sein Bischof die Auswirkung verschiedener Irrlehren, sie machte sich um ihre Kirche Sorgen. Nach einer zweiten Reise
in die Marken
suchten beide auch Rom
auf, auf dem Rückweg begegneten sie in Montpellier
zwölf Zisterzienseräbten und erfuhren von deren Auseinandersetzungen mit der in
Südfrankreich weit verbreiteten Bewegung der Katharer. Dominikus beobachtete, dass
das hohe Bildungsniveau und die straffe Organisation der Katharer wesentlich zu deren Verbreitung beitrugen und beschloss,
die Arbeit der katholischen Priester mit den gleichen Methoden zu stärken.
Fra Angelico: Fresko,
um 1445, im Konvent von San Marco in Florenz

Papst Innozenz III. schickte Dominikus 1206 als Wanderprediger nach Südfrankreich, wo die Katharer der Kirche zu schaffen machten, weil das einfache Volk und v.a. der Adel und das gehobene Bürgertum diese Bewegung stützten. Darstellungen zeigen, wie Dominikus einer Albigenser-Gemeinschaft seine Schrift über den wahren Glauben sandte, die auch bei dreimaliger Feuerprobe nicht verbrannte und so Katharer bekehrte.
In Prouille bei Toulouse gründete Dominikus 1207 mit einigen Gleichgesinnten eine Missionsstation neben einem Frauenkloster, zu dem auch eine Kirche gehörte. Hier widmeten sie sich ausschließlich der Buße, dem Fasten, dem Lernen und der Verkündigung. Ihr vorbildlicher Lebensstil und die ergreifenden Predigten Dominikus' waren eindrücklich und führten viele Menschen zur katholischen Kirche zurück. Im Jahr 1215 legten er und seine Gefährten Gelübde ab in ihrer Gemeinschaft nach den Regeln der Augustiner, die von Bischof Fulko von Toulouse für sein Bistum bestätigt wurde; der Gemeinschaft wurde die Kirche St-Roman in Toulouse zugewiesen. Damit war die Grundlage geschaffen für den Dominikanerorden als Beicht-, Prediger- und Bettelorden, dessen besondere Methode neben dem persönlichen Glaubensgespräch vor allem die Predigttätigkeit ist; der Orden wurde 1216 von Papst Honorius III. anerkannt.
Dominikus in Soriano
, das der Überlieferung nach 1530 dem Dominikaner
Lorenzo Sorbilli von Katharina von Alexandria,
Maria und Maria Magdalena
übergebene Bild von Dominikus im Kloster Soriano
in Kalabrien 
Die Missionsstation wurde 1217 von Dominikus in das erste Dominikanerinnenkloster umgewandelt, zugleich wurden Brüder ausgesandt zur Gründung neuer Klöster. Das umsichtige, aber zielgerichtete Vorgehen Dominikus' ermöglichte schnelles Wachstum. Anders als der nur wenig später entstehende Franziskanerorden war der Dominikanerorden nicht nur ein Bettelorden als Antwort auf die sich entwickelnde Geldwirtschaft und Machtkonzentration, sondern auch ein nur aus Priestern bestehender Gelehrten-Orden zur Bekämpfung von Häresien. Das Leben in Armut war kein Ideal um seiner selbst willen, sondern sollte den Dominikanern Glaubwürdigkeit verleihen. Im selben Jahr lernte Dominikus in Rom Franziskus von Assisi kennen, der noch auf die Bestätigung seines Ordens wartete.
Dominikus betonte stets die Bedeutung einer guten Ausbildung. Seine Mitbrüder studierten Theologie an der Sorbonne
in Paris und kanonisches Recht an der Universität
in Bologna, ihnen stand eine akademische
Laufbahn in Toulouse,
Madrid oder
Rom offen. Als Leitsätze formulierte Dominikus:
● 1. überzeugend predigen,
● 2. arm wie die Apostel leben,
● 3. an keinen Ort gebunden sein.
In den vier Jahren nach der Ordensbestätigung schuf Dominikus sechs Priorate in der
Lombardei, vier in Frankreich, drei
in der Toskana und in Rom, zwei in der
Provence sowie zwei in Spanien. In Rom
gründete er 1221 im Auftrag des Papstes das Kloster S.
Sisto. Seine Prediger gelangten bis nach England, Skandinavien, Ungarn und Deutschland.
Tod des Dominikus. Unbekannter Künstler, Sammlung Sanchez de Muniain in
Madrid 
Dominikus' große Wirkung entstand aus der seelsorgerlichen Arbeit, gepaart mit unbeugsamem Willen und Organisationstalent. Um sein Leben ranken sich zahlreiche Legenden, so die seiner Himmelfahrt. In anderen reicht Maria ihm einen Rosenkranz und erklärt ihm dessen Gesätze. Petrus und Paulus erschienen ihm und reichten ihm Stab und Buch mit dem Predigtauftrag.
Dominikus starb während einer Missionsreise durch Norditalien in Bologna. Seine Brüder ermahnte er in seinen letzten Worten zu Liebe, Demut und freiwilliger Armut. In der nach ihm benannten Kirche im Zentrum von Bologna ist sein Grab.
Fra Angelico: Glorifizierung von Dominikus, Buchmalerei, im
Museum von San Marco in Florenz 
Kanonisation:
1234 wurde Dominikus - nach der erstmaligen Erhebung seiner Gebeine - heilig
gesprochen.
Attribute:
Kreuz, Buch und Weltkugel, Lilienstengel, Stern auf der Stirn, Rosenkranz,
schwarz-weißer Hund, Fackel
Patron
der Dominikanischen Republik; von Bologna,
Madrid und
Córdoba; der Astronomen, Schneider, Näherinnen
und Ordenspriester; gegen Fieber und Hagel
Bauernregeln:
Ist's heiß zu St. Dominikus / der Winter mit strenger Kälte kommen muss.
Hitze an Dominikus / ein strenger Winter kommen muss.
Je mehr Dominikus schürt, / je Ärger man im Winter friert.
* In der dominikanischen Tradition wird die Marken
als Dänemark
ausgelegt (so
im Kommentar von Wolfram Hoyer OP zu Jordan von Sachsens Büchlein
von den Anfängen des Predigerordens
). Jordan kam tatsächlich aus
Sachsen und dort war es seit dem
Frühmittelalter Brauch, die Ländereien entlang der Ostgrenze des deutschen Reiches als die Marken
zu bezeichnen;
das Gebiet der Marken
war also das heutige Brandenburg.
Das Bild des Dominikus in Soriano
Biographisch-Bibliographisches Kirchenlexikon
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