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Die Legende lässt Fridolin Ende des 5. Jahrhunderts, aus Irland kommend, in Poitiers das Grab des von ihm verehrten Hilarius aufsuchen. Er fand das Grab und die Kirche durch die Völkerwanderung zerstört vor, bestattete die im Schutt gefundenen Gebeine von Hilarius und erbaute eine neue Hilarius-Kirche, wofür ihn der Bischof von Poitiers zum Abt des zur Kirche gehörenden Klosters erhob. Durch einen Traum bewegt, zog er dann über Straßburg und Konstanz bis nach Chur durch Alemannien und gründete zahlreiche Hilarius geweihte Kirchen sowie auf der Rhein-Halbinsel Säckingen östlich von Basel - die ihm der Frankenkönig Chlodwig I. geschenkt habe - ein Männerkloster. Als Abt dieses Klosters missionierte er das Gebiet am Oberrhein.
Holzschnitte von Johann Znaimer aus Ulm:
Illustrationen zur Legende des Fridolin, um 1480 
Urso, der Fridolin ein großes Stück Land - den heutigen Kanton Glarus
in der Schweiz - geschenkt habe, soll er wieder zum Leben erweckt haben, damit
er diese Schenkung gegenüber Ursos Bruder Landolf bezeuge, der Fridolin das Land
wieder abnehmen wollte. In der Basilika
in Rankweil in Vorarlberg ist der Fridolins-Stein, auf dem er um Hilfe in dieser
Angelegenheit gebetet habe; der Stein soll weich geworden und Fridolin mit Armen
und Knien eingesunken sein; dann habe er eine Stimme gehört, er solle zum Grabe
des Urso gehen und ihn vor das Gericht in Rankweil holen, damit er die Schenkung
bezeuge. Landolf sei, als er den bereits in Verwesung übergegangenen Bruder vor
Gericht erscheinen sah, so erschrocken und beschämt gewesen, dass er Fridolin
auch seinen Teil des Landes schenkte. Nun baute Fridolin auch in dieser Gegend
Hilarius-Kirchen, daher der Name des heutigen Schweizer Kantons, Glarus
.
Altarbild (Ausschnitt): Fridolin erweckt den toten Urso zum Leben, 1742, in der Kirche
Weilheim, Ortsteil von Hechingen 
Über Fridolin berichtet die in großem zeitlichem Abstand von Balther von Säckingen verfasste Lebensgeschichte; ihn setzt die Forschung mit dem 986 gestorbenen Bischof Balderich von Speyer gleich. Tatsächlich stammte Fridolin wohl eher aus der Gegend von Poitiers als aus Irland und lebte eher um die Mitte des 7. Jahrhunderts als im 4./5.
Noch zu Fridolins Lebzeiten oder an seinem Grab bildete sich aber tatsächlich eine religiöse Gemeinschaft, die im 9. Jahrhundert als Kanonissenstift Säckingen bezeugt ist. Aus dieser Zeit stammen die ersten Spuren einer Verehrung von Fridolin, die sich über das Elsass, Südbaden und die Nordschweiz erstreckte.
Fridolin-Stein in der Basilika
in Rankweil 
Über Fridolin berichtet die in großem zeitlichem Abstand von Balther von Säckingen verfasste Lebensgeschichte; ihn setzt die Forschung mit dem 986 gestorbenen Bischof Balderich von Speyer gleich. Tatsächlich stammte Fridolin wohl eher aus der Gegend von Poitiers als aus Irland und lebte eher um die Mitte des 7. Jahrhunderts als im 4./5.
Fridolins Reliquien ruhen in Wien im Stephansdom. Zahlreiche Bilder zeigen ihn - obwohl er kein Mönch war - im Benediktinerhabit mit Abtsstab und einem Skelett an seiner Seite. Das Kantonswappen von Glarus zeigt Fridolin als Pilger. Am Sonntag nach dem Fridolinstag findet bis heute in Säckingen eine große Prozession und ein Volksfest statt. Der Stein in der kleinen Fridolinskapelle unter der Sakristei der Basilika in Rankweil wird bei Knieleiden aufgesucht.
Wappen des Schweizer Kantons Glarus

Patron
von Säckingen,
Näfels,
des Kantons Glarus;
der Schneider und des Viehs; gegen Feuer- und Wassergefahr, Viehseuchen,
Kinderkrankheiten, Bein-, Knie- und Armleiden; für fruchtbares Wetter
Bauernregeln:
Mit ihren Herden wieder hin, / ziehen die Schäfer an Fridolin.
Um den Tag des Fridolin, / da zieht der letzte Winter hin.
Nach dem Tag des Fridolein, / da muss der Pflug im Felde sein.
Stadlers Vollständiges Heiligenlexikon
Biographisch-Bibliographisches Kirchenlexikon
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