Ökumenisches Heiligenlexikon

Fridolin von Säckingen

Gedenktag katholisch: 6. März
     nicht gebotener Gedenktag im deutschen Sprachgebiet
     Diözesankalender Chur
     in Straßburg : 7. März
     in der Schweiz: Übertragung der Gebeine: 25. Juni
Gedenktag orthodox: 6. März
Name bedeutet: der Friedensreiche (althochdt.)
Glaubensbote am Oberrhein, Abt in Säckingen
* in Irland (?)
† 538 (?) in Säckingen in Baden-Württemberg


Kartenskizze

Kartenskizze





Kartenskizze

Die Legende lässt Fridolin Ende des 5. Jahrhunderts, aus Irland kommend, in Poitiers das Grab des von ihm verehrten Hilarius aufsuchen. Er fand das Grab und die Kirche durch die Völkerwanderung zerstört vor, bestattete die im Schutt gefundenen Gebeine von Hilarius und erbaute eine neue Hilarius-Kirche, wofür ihn der Bischof von Poitiers zum Abt des zur Kirche gehörenden Klosters erhob. Durch einen Traum bewegt, zog er dann über Straßburg und Konstanz bis nach Chur durch Alemannien und gründete zahlreiche Hilarius geweihte Kirchen sowie auf der Rhein-Halbinsel Säckingen östlich von Basel - die ihm der Frankenkönig Chlodwig I. geschenkt habe - ein Männerkloster. Als Abt dieses Klosters missionierte er das Gebiet am Oberrhein.

Holzschnitte von Johann Znaimer aus Ulm: Illustrationen zur Legende des Fridolin, um 1480

Holzschnitte von Johann Znaimer aus Ulm: Illustrationen zur Legende des Fridolin, um 1480   

Urso, der Fridolin ein großes Stück Land - den heutigen Kanton Glarus in der Schweiz - geschenkt habe, soll er wieder zum Leben erweckt haben, damit er diese Schenkung gegenüber Ursos Bruder Landolf bezeuge, der Fridolin das Land wieder abnehmen wollte. In der Basilika in Rankweil in Vorarlberg ist der Fridolins-Stein, auf dem er um Hilfe in dieser Angelegenheit gebetet habe; der Stein soll weich geworden und Fridolin mit Armen und Knien eingesunken sein; dann habe er eine Stimme gehört, er solle zum Grabe des Urso gehen und ihn vor das Gericht in Rankweil holen, damit er die Schenkung bezeuge. Landolf sei, als er den bereits in Verwesung übergegangenen Bruder vor Gericht erscheinen sah, so erschrocken und beschämt gewesen, dass er Fridolin auch seinen Teil des Landes schenkte. Nun baute Fridolin auch in dieser Gegend Hilarius-Kirchen, daher der Name des heutigen Schweizer Kantons, Glarus.

Über Fridolin berichtet die in großem zeitlichem Abstand von Balther von Säckingen verfasste Lebensgeschichte; ihn setzt die Forschung mit dem 986 gestorbenen Bischof Balderich von Speyer gleich. Tatsächlich stammte Fridolin wohl eher aus der Gegend von Poitiers als aus Irland und lebte eher um die Mitte des 7. Jahrhunderts als im 4./5.

Noch zu Fridolins Lebzeiten oder an seinem Grab bildete sich aber tatsächlich eine religiöse Gemeinschaft, die im 9. Jahrhundert als Kanonissenstift Säckingen bezeugt ist. Aus dieser Zeit stammen die ersten Spuren einer Verehrung von Fridolin, die sich über das Elsass, Südbaden und die Nordschweiz erstreckte.

Fridolin-Stein in der Kirche in Rankweil

Fridolin-Stein in der Basilika in Rankweil   

Über Fridolin berichtet die in großem zeitlichem Abstand von Balther von Säckingen verfasste Lebensgeschichte; ihn setzt die Forschung mit dem 986 gestorbenen Bischof Balderich von Speyer gleich. Tatsächlich stammte Fridolin wohl eher aus der Gegend von Poitiers als aus Irland und lebte eher um die Mitte des 7. Jahrhunderts als im 4./5.

Fridolins Reliquien ruhen in Wien im Stephansdom. Zahlreiche Bilder zeigen ihn - obwohl er kein Mönch war - im Benediktinerhabit mit Abtsstab und einem Skelett an seiner Seite. Das Kantonswappen von Glarus zeigt Fridolin als Pilger. Am Sonntag nach dem Fridolinstag findet bis heute in Säckingen eine große Prozession und ein Volksfest statt. Der Stein in der kleinen Fridolinskapelle unter der Sakristei der Basilika in Rankweil wird bei Knieleiden aufgesucht.

Patron von Säckingen, Näfels, des Kantons Glarus; der Schneider und des Viehs; gegen Feuer- und Wassergefahr, Viehseuchen, Kinderkrankheiten, Bein-, Knie- und Armleiden; für fruchtbares Wetter
Bauernregeln: Mit ihren Herden wieder hin, / ziehen die Schäfer an Fridolin.
Um den Tag des Fridolin, / da zieht der letzte Winter hin.
Nach dem Tag des Fridolein, / da muss der Pflug im Felde sein.

Stadlers Vollständiges Heiligenlexikon

Catholic Encyclopedia

Biographisch-Bibliographisches Kirchenlexikon





Quellen:
• Vera Schauber, Hanns Michael Schindler: Heilige und Patrone im Jahreslauf. Pattloch, München 2001
• P. Ezechiel Britschgi: Name verpflichtet. Christiana, Stein am Rhein, 1985
• Hiltgard L. Keller: Reclams Lexikon der Heiligen und der biblischen Gestalten. Reclam, Ditzingen 1984
• Schwester Dominika Duelli aus A - 6212 Maurach, E-Mail vom 6. März 2005
• http://www.gl.ch/xml_1/internet/de/application/d408/f417.cfm
• http://www.bauernregeln.net/maerz.html
• Werner Pohl, E-Mail vom 6. März 2006
• http://www.operone.de/komponist/kreutzer.html#gang
• Charlotte Bretscher-Gisinger, Thomas Meier (Hg.): Lexikon des Mittelalters. CD-ROM-Ausgabe J.B. Metzler, Stuttgart/Weimar 2000
• http://www.badische-zeitung.de/bad-saeckingen/ungewoehnliche-urauffuehrung--25112582.html


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