Gedenktag katholisch: 5. Mai
nicht gebotener Gedenktag im deutschen Sprachgebiet
Fest im Bistum Hildesheim
gebotener Gedenktag im Bistum Passau
Diözesankalender Fulda und Hamburg
Übertragung der Gebeine: 4. Mai
Gedenktag evangelisch: 5. Mai
Name bedeutet: Gott ist stark (althochdt.)
Godehard-Statue, 1466, im Chorgestühl der Basilika St. Godehard in Hildesheim
Godehard wurde im Benediktinerkloster Niederaltaich erzogen; sein Vater war Bauer auf Feldern des Klosters, der auffallend begabte Junge kam früh in die dortige Klosterschule, dann ins Kloster St. Emmeram in Regensburg. Aufgrund seiner Begabung wurde er dem Bischof von Salzburg empfohlen, wo er weiter studierte. 990 schloss er sich dem Orden in Niederaltaich an, wurde 993 zum Priester geweiht, bald schon Prior und 996 Abt. Godehard war geprägt durch die Reformideen von Wolfgang und Ramwold von Regensburg, ein konsequenter Verfechter der Reformen von GorzeDie Reformen von Gorze gingen im 10. Jahrhundert aus vom Benediktinerkloster Gorze in Lothringen. Sie standen im Gegensatz zur den Reformen von Cluny; ihr Ziel war ein Mönchtum unter weltlicher Herrschaft, befreit von der Einflussnahme der örtlichen Bischöfe. Die Reformen von Gorze kamen v.a. in Lothringen zum Tragen; entsprechende Reformen in Deutschland gingen aus vom reformierten Kloster St. Maximin in Trier.; aus Niederaltaich wurde unter seiner Führung ein blühendes Kloster. 1001 wurde er als Abt auch nach Tegernsee berufen, ohne sein Amt in Niederaltaich aufzugeben. Der doppelte Abbatiat war kirchenrechtlich nicht unbedenklich, so dass er 1002 Tegernsee wieder verließ und nach Niederaltaich zurückkehrte.
Kaiser Heinrich II. übertrug Godehard 1004 zusätzlich die Leitung des
reformbedürftigen Klosters in Hersfeld, von dem
aus er umliegende Klöster erneuerte. Die Klöster St. Emmeram in
Regensburg,
Niederaltaich und
Tegernsee wurden herausragende Zentren der
von Heinrich II. geförderten Reformen von GorzeDie Reformen von Gorze gingen im 10. Jahrhundert aus vom Benediktinerkloster Gorze in Lothringen. Sie standen im Gegensatz zur den Reformen von Cluny; ihr Ziel war ein Mönchtum unter weltlicher Herrschaft, befreit von der Einflussnahme der örtlichen Bischöfe.
Die Reformen von Gorze kamen v.a. in Lothringen zum Tragen; entsprechende Reformen in Deutschland gingen aus vom reformierten Kloster St. Maximin in Trier.,
man spricht deshalb auch von der Godehard-Reform
. Sie strahlte aus bis nach
Kremsmünster in Oberösterreich und
Ossiach in Kärnten, ins Kloster Břevnov in
Prag und das Kloster
Ostrov - heute Ruinen bei Davle in Tschechien
sowie ins Kloster auf dem Montecassino in
Italien, wo Godehards Schüler Richer die Regel der Benediktiner wieder einführte.
Godehard-Schrein, um 1140, im Dom in Hildesheim
1022 wurde Godehard auf Vorschlag von Kaiser Heinrich II. Bischof in Hildesheim als Nachfolger von Bernward. Der Bischof zeichnete sich aus durch seine Volksverbundenheit und sein fröhliches Wesen; seine schlichte, asketische Lebensweise machten ihn beliebt. Besonders förderte er Schulen und die Buchkunst, er ließ der Überlieferung zufolge 30 Kirchen bauen und verteidigte die Rechte seines Bistums. Nach Heinrichs Tod 1024 verschlechterten sich die Beziehungen zum Königshof.
Godehard habe Verstorbene wieder zum Leben erweckt, damit diese ihre Sünden beichten konnten, um danach wieder sanft zu entschlafen. Eine abgewandelte Legende schreibt ihm fälschlicherweise die des Goar zu.
Gotthard-Pass mit Hospiz
Godehard wurde im Dom in Hildesheim bestattet. Am 4. Mai 1131 wurden Godehards Gebeine überführt. Seine Verehrung verbreitete sich schnell in ganz Europa. Auf dem Scheitel am Gotthard-Pass soll schon im 11. Jahrhundert eine Kapelle gestanden haben; Grundmauern, die bei Ausgrabungen gefunden worden sind, deuten auf eine Entstehung im 9. Jahrhundert oder sogar noch früher hin. Der Mailänder Erzbischof weihte die Kapelle dann 1230 dem heiligen Godehard. Bald darauf entstand für die zahlreichen Rompilger und andere Reisende ein Hospiz, erstmals 1237 erwähnt. Ab 1685 wurde das Gasthaus von Kapuzinermönchen geführt, welche wegen des extremen Wetters auf dem Pass die Sondergenehmigung erhielten, Schuhe zu tragen. Reisende erhielten Unterkunft, Mittellose ein Stück Brot, Käse und Wein zur Stärkung, Kranke wurden gepflegt, bis sie weiterreisen konnten. Im 19. Jahrhundert übernahm der Schweizer Kanton Tessin das Gebäude, heute wird es von einer Stiftung verwaltet.
Wappen der Stadt Gotha 
Kanonisation:
1131 wurde Godehard auf Initiative von Bischof Bernhard II. von
Hildesheim durch Papst Innozenz II. als erster Bayer heiliggesprochen.
Attribute:
Drache, Kirchenmodell
Patron
von Gotha; der Maurer; gegen schwere Geburten,
Kinderkrankheiten, Steinleiden, Gicht, Rheumatismus, Blitz und Hagel; des Bistums Hildesheim
Lothar Mayer berichtet auf der
Website der Gemeinde Hengersberg aus der
Geschichte von Godehard.
Biographisch-Bibliographisches Kirchenlexikon
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