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Hubert Le Pévost: Die Vision des Hubertus, aus der Légende Saint-Hubert, in der
Bibliothèque Nationale de France in Paris

Hubertus war nach der Überlieferung Sohn des Herzogs Bertrand von Toulouse, wohl auch verwandt mit Plektrudis, der Frau des ostfränkischen Hausmeiers Pippin dem Mittleren. Er lebte als Pfalzgraf am Hof von Theoderich III. in Paris, musste aber aus dieser Position fliehen und ging nach Metz zu Pippin. Er heiratete die Prinzessin von Löwen und bekam den Sohn Floribert, der später sein als Nachfolger als Bischof von Lüttich (Liège) wurde. Nach dem Tod seiner Gattin bei der Geburt dieses ersten Sohnes zog er sich von allen Ämtern zurück, lebte sieben Jahre als Einsiedler in den Ardennen und ernährte sich durch die Jagd.
In dieser Zeit festigte sich sein Glaube, er ließ sich zum Priester weihen,
wirkte als Glaubensbote in Brabant
und den Ardennen
und gilt deshalb als der Apostel der Ardennen
. Um 705 wurde er Bischof von
Tongern-Maastricht,
er galt als umsichtig und milde. Bei einer Hungersnot rettete er Tausende
Menschen vor dem Tod. Am 24. Dezember 717 (oder 718?) ließ er die Gebeine
von Lambert nach
Lüttich
(Liège) übertragen, im Anschluss verlegte er den Bischofssitz nach Lüttich
und erbaute die Kathedrale an der Stelle, an der sein Lehrer Lambert ermordet
worden war.
Seit dem 15. Jahrhundert wird die Legende vom Jäger Hubertus erzählt, dem - an einem Karfreitag - ein mächtiger Hirsch mit dem Kruzifix zwischen dem Geweih erschien, was ihn bekehrte; dieses Motiv stammt aus der Eustachius / Placidus-Legende. Die Grundlage für die Zuschreibung dieses Motivs an Hubertus war seine Zeit als Einsiedler, ihr Motiv, dem damals oft unmäßigen Jagdgebärden Einhalt zu gebieten..
Hubertus' Gebeine wurden am 3. November 743 erhoben, aus diesem Anlass entstand die erste schriftliche Lebensgeschichte, die aber trotz der persönlichen Beziehungen des Verfassers zu Hubertus mehrfach durch Ungenauigkeit und Anleihe bei den Traditionen anderer Heiliger in ihrer Glaubwürdigkeit geschmälert ist. 825 kamen die Reliquien ins Kloster in Andagium - dem heutigen Saint-Hubert - in den Ardennen, seit der französischen Revolution sind sie verschwunden.
Die Verehrung vin Hubertus erfuhr seit dem 10. Jahrhundert starke Verbreitung,
er zählt in Belgien und den angrenzenden Gebieten noch heute zu den populärsten
Heiligen. Saint-Hubert
war im Mittelalter ein bedeutender Wallfahrtsort.
Im 15. Jahrhundert wurde ein Ritterorden nach Hubertus benannt. Am Hubertus-Tag wird Brot,
Salz und Wasser geweiht, der Verzehr soll vor Tollwut, Hunde- und Schlagenbiss schützen.
Hubertus-Brot schützt Haustiere, umgekehrt heißt die Tollwut in der französischen Sprache
Hubertus-Krankheit
. Zu einem beliebten christlichen Brauch sind vielerorts die
Hubertusmessen geworden, bei denen Jäger mit Blasinstrumenten den musikalischen
Teil des Gottesdienstes gestalten. In der Zeit um den Gedenktag finden traditionell auch die nach
Hubertus benannten Jagden statt. Er gehört zu den vier
heiligen Marschällen, in manchen Gegenden wird er auch zu den 14
Nothelfern gezählt.
Statue und Jagdszene an der Fassade der Kirche in Saint-Hubert
Attribute:
als Jäger, mit einem Hirsch mit Kreuz im Geweih, Schlüssel
Patron
der Ardennen;
der Jäger, Schützen, Kürschner, Gießer, Metallarbeiter, Drechsler,
Metzger und Optiker, Fabrikanten mathematischer Geräte, Mathematiker,
Schellenmacher; der Jagdhunde; gegen Tollwut der Hunde, Hunde- und Schlangenbiss;
bei Wasserscheu
Bauernregel
(für 3. November): Bringt Hubertus Schnee und Eis, / bleibt's den ganzen
November weiß.
Stadlers Vollständiges Heiligenlexikon
Biographisch-Bibliographisches Kirchenlexikon
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