Gedenktag katholisch: 30. Mai
nicht gebotener Gedenktag im deutschen Sprachgebiet: 3. November
Name bedeutet: der durch Verstand Glänzende (althochdt.)
Hubert Le Pévost: Die Vision des Hubertus, aus der Légende Saint-Hubert, in der Bibliothèque Nationale de France in
Paris 
Hubertus war nach der Überlieferung Sohn des Herzogs Bertrand von Toulouse,und wohl auch verwandt mit Plektrudis, der Frau des ostfränkischen Hausmeiers Pippin des Mittleren. Er lebte als Pfalzgraf am Hof von Frankenkönig Theuderich III. in Paris, musste aber aus dieser Position fliehen und ging nach Metz zu Pippin. Er heiratete die Prinzessin von Löwen und bekam den Sohn Floribert, der später sein Nachfolger als Bischof von Lüttich / Liège wurde. Nach dem Tod seiner Gattin bei der Geburt dieses ersten Sohnes zog er sich von allen Ämtern zurück, lebte ab 695 sieben Jahre lang als Einsiedler in den Ardennen und ernährte sich durch die Jagd.
In dieser Zeit festigte sich sein Glaube, er unternahm eine Pilgerfahrt nach
Rom, ließ sich zum Priester weihen, wirkte als
Glaubensbote in Brabant und den
Ardennen und gilt deshalb als Apostel
der Ardennen
. Um 705 wurde er Bischof von
Tongern-Maastricht.
Er galt als umsichtig und milde. Bei einer Hungersnot rettete er viele Menschen vor dem Tod. Am 24. Dezember 717 (oder 718?)
ließ er die Gebeine von Lambert
nach Lüttich (Liège) übertragen, im Anschluss
verlegte er den Bischofssitz nach Lüttich und erbaute die Kathedrale an der Stelle, an der sein Lehrer Lambert ermordet
worden war.
Seit dem 11. Jahrhundert wird die Legende vom Jäger Hubertus erzählt, dem - an einem Karfreitag - ein mächtiger Hirsch mit dem Kruzifix zwischen dem Geweih erschien, was ihn bekehrte; dieses Motiv stammt aus der Eustachius / Placidus-Legende. Die Grundlage für die Zuschreibung dieses Motivs an Hubertus war seine Zeit als Einsiedler, ihr Motiv, dem damals oft unmäßigen Jagdgebaren Einhalt zu gebieten.
Hubertus' Gebeine wurden am 3. November 743 erhoben, aus diesem Anlass entstand die erste schriftliche Lebensgeschichte, die aber trotz der persönlichen Beziehungen des Verfassers zu Hubertus mehrfach durch Ungenauigkeit und Anleihe bei den Traditionen anderer Heiliger in ihrer Glaubwürdigkeit geschmälert ist. 825 kamen die Reliquien ins Kloster in Andagium - dem heutigen Saint-Hubert - in den Ardennen, seit der Französischen Revolution sind sie verschwunden.
Die Verehrung von Hubertus erfuhr seit dem 10. Jahrhundert starke Verbreitung, er zählt in Belgien und den angrenzenden
Gebieten noch heute zu den populärsten Heiligen.
Saint-Hubert war im Mittelalter ein bedeutender
Wallfahrtsort. Im 15. Jahrhundert wurden mehrere Ritterorden nach Hubertus benannt.
Am Hubertus-Tag wird Brot, Salz und Wasser geweiht, der Verzehr soll vor Tollwut, Hunde- und Schlangenbiss schützen; um
sich vor wilden Hunden zu schützen, trug man Hubertus-Riemchen
im Knopfloch. Gegen Krämpfe, Mondsucht und
Viehkrankheiten halfen Hubertus-Schlüssel
, gegen Fieber Cornet de St-Hubert
, Hubertus-Hörnchen
, gegen
Kopfweh der Hubertus-Ring
; Hubertus-Brot
oder Hubertus-Wasser
schützt Haustiere und vor Ratten,
umgekehrt heißt die Tollwut in der französischen Sprache Hubertus-Krankheit
. Zu einem beliebten christlichen Brauch
sind vielerorts die Hubertusmessen geworden, bei denen Jäger mit Blasinstrumenten den musikalischen Teil des Gottesdienstes
gestalten. In der Zeit um den Gedenktag finden traditionell auch die nach Hubertus benannten Jagden statt. Er gehört zu den
vier heiligen Marschällen, in manchen Gegenden wird er auch zu den
14 Nothelfern gezählt.
Statue und Jagdszene an der Fassade der Kirche in Saint-Hubert
Attribute:
als Jäger, mit einem Hirsch mit Kreuz im Geweih, Schlüssel
Patron
der Ardennen und von
Lüttich (Liège); der Jäger, Forstleute, Schützen,
Kürschner, Gießer, Metallarbeiter, Drechsler, Metzger und Optiker, Fabrikanten mathematischer Geräte, Mathematiker,
Schellenmacher; der Jagdhunde und Schützengilden; gegen Tollwut der Hunde, Hunde- und Schlangenbiss, Krämpfe, Kopfweh,
Mondsucht und Viehkrankheiten; bei Wasserscheu
Bauernregel
(für 3. November): Bringt Hubertus Schnee und Eis, / bleibt's den ganzen November weiß.
Stadlers Vollständiges Heiligenlexikon
Biographisch-Bibliographisches Kirchenlexikon
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