Gedenktag evangelisch: 11. Oktober
Name bedeutet: reich an Erbgut (althochdt.)
Huldrych Zwingli wurde 1506 Pfarrer in Glarus
und Feldprediger, als der er 1512 - 1515 an Schlachten in Pavia,
Novara und der Schlacht von Marignano
in Melegnano teilnahm. 1515 lernte er
Erasmus von Rotterdam kennen und erstrebte nun die von diesem angemahnte Läuterung der Kirche. 1519 wurde er
Priester am Goßmünster in Zürich
und begann das Evangelium Jesu Christi zu predigen
. Großen Einfluss übte Martin
Luthers Auftritt bei der Leipziger
Disputation 1519 auf Zwingli aus, immer schärfer wurden nun seine Angriffe auf die Strukturen und Lehren der
Kirche. 1522 verfasste er seine Schrift Vom Erkiesen und Freiheit der Speisen
mit scharfen Angriffen
gegen gesetzliche Fastengebote. Im Januar und Oktober 1523 veranstaltete der Rat der Stadt Zürich eine Disputation
zwischen Zwingli und dem Bischof von Konstanz
zur Klärung der aufgebrochenen Streitfragen.
Zwinglis Geburtshaus
in Wildhaus, erbaut um 1450 
Die folgende zweite Disputation bewog den Rat zur Einleitung der Reformation
in Zürich:
der Rat setzte sich als verantwortliche kirchliche Obrigkeit und
führte nach der Schnur Christi
die Reformen durch: alles, was nicht in der
Bibel begründet war, sollte abgeschafft werden. So wurden die Klöster reformiert,
die Liturgie der Taufe nach Luthers
Vorbild gestaltet, die Bilder in den Kirchen abgenommen, Prozessionen,
Orgelspiel und Gemeindegesang, Firmung und letzte Ölung abgeschafft, die Zahl
der Feiertage verringert, das Abendmahl in beiderlei Gestalt an einem Tisch
abgehalten, ein Ehegericht eingeführt.
Zwinglis Theologie ist stark von Augustinus
und dem Humanismus des Erasmus von Rotterdam geprägt. Die praktische und politische Seite
des Glaubens war ihm wichtig, eine aristokratisch-repräsentative Demokratie war
für ihn die entsprechende Staatsverfassung. 1525 erschien sein Hauptwerk De
vera ac falsa religione
, von wahrer und falscher Religion
.
Fresko am Rathaus:
der Stadt: Zwingli predigt in Stein am Rhein 
Theologisch stimmte Zwingli weitgehend mit Luther
überein, in den Konsequenzen war er sehr viel radikaler und konsequenter, ihm
war die Neuordnung der Verhältnisse zentrales Anliegen, Zwingli war in alledem
zugleich Politiker. Er schmiedete an einer großen Koalition gegen die Habsburger;
aus diesem Grund kam es durch Vermittlung von Philipp
von Hessen 1529 zum Marburger
Religionsgespräch zwischen Zwingli und Luther;
eine Einigung war in vielen Fragen möglich, nicht jedoch in der Frage der
Substanz der Elemente beim Abendmahl: während Luther die bis heute gültige
katholische Lehre von der Wandlung der Elemente, wonach aus Brot und Wein beim
Abendmahl tatsächlich, real und endgültig Leib und Blut Christi
werden, nur modifizierte - Brot und Wein bleiben, was sie sind, bekommen aber
tatsächlich und real zusätzlich die Eigenschaften von Leib und Blut Christi -,
beharrte Zwingli darauf, dass Brot und Wein nur
Zeichen seien, die auf Leib
und Blut Christi hinweisen.
Seit diesem Zeitpunkt ging der lutherische Protestantismus getrennt vom reformierten, der von Zwingli und Johannes Calvin geprägt wurde. Zwinglis Reformation setzte sich v.a. in der Schweiz, dann in Frankreich und Norditalien durch, sie übte starken Einfluss aus auf die schottische und dann auf die anglikanische Kirche.
Gedenkstätte an der Stelle des Todes von
Zwingli nahe Kappel am Albis. Inschrift: Den Leib können sie tödten. Nicht aber die Seele, so sprach an
dieser Stätte Ulrich Zwingli, für Wahrheit und der christlichen Kirche Freiheit den Heldentod sterbend den
11. Octob. 1531.

Zwingli starb bei einem Einsatz als Feldprediger nahe Kappel am Albis.
Schöne
und informative Internet-Seiten
über Zwingli bietet die Evangelisch-reformierte Landeskirche des Kantons
Zürich.
Biographisch-Bibliographisches Kirchenlexikon
Zwinglis
Geburtshaus
in Wildhaus kann täglich außer montags von 14 bis 16 Uhr kostenlos besichtigt werden.
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