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Huldrych Zwingli wurde 1506 Pfarrer in Glarus
und Feldprediger, als der er 1512 - 1515 an Schlachten in Pavia,
Novara
und der Schlacht von Marignano in Melegnano
teilnahm. 1515 lernte er == Erasmus von Rotterdam kennen und erstrebte nun die
von diesem angemahnte Läuterung der Kirche. 1519 wurde er Priester am Goßmünster
in Zürich
und begann das Evangelium Jesu Christi zu predigen
. Großen Einfluss übte
Martin Luthers Auftritt bei der
Leipziger
Disputation 1519 auf Zwingli aus, immer schärfer wurden nun seine Angriffe auf
die Strukturen und Lehren der Kirche. 1522 verfasste er seine Schrift Vom
Erkiesen und Freiheit der Speisen
mit scharfen Angriffen gegen gesetzliche
Fastengebote. Im Januar und Oktober 1523 veranstaltete der Rat der Stadt Zürich
eine Disputationen zwischen Zwingli und dem Bischof von Konstanz
zur Klärung der aufgebrochenen Streitfragen.
Die folgende zweite Disputation bewog den Rat zur Einleitung der Reformation
in Zürich:
der Rat setzte sich als verantwortliche kirchliche Obrigkeit und
führte nach der Schnur Christi
die Reformen durch: alles, was nicht in der
Bibel begründet war, sollte abgeschafft werden. So wurden die Klöster reformiert,
die Liturgie der Taufe nach Luthers
Vorbild gestaltet, die Bilder in den Kirchen abgenommen, Prozessionen,
Orgelspiel und Gemeindegesang, Firmung und letzte Ölung abgeschafft, die Zahl
der Feiertage verringert, das Abendmahl in beiderlei Gestalt an einem Tisch
abgehalten, ein Ehegericht eingeführt.
Zwinglis Theologie ist stark von Augustinus
und dem Humanismus des == Erasmus geprägt. Die praktische und politische Seite
des Glaubens war ihm wichtig, eine aristokratisch-repräsentative Demokratie war
für ihn die entsprechende Staatsverfassung. 1525 erschien sein Hauptwerk De
vera ac falsa religione
, von wahrer und falscher Religion
.
Theologisch stimmte Zwingli weitgehend mit Luther
überein, in den Konsequenzen war er sehr viel radikaler und konsequenter, ihm
war die Neuordnung der Verhältnisse zentrales Anliegen, Zwingli war in alledem
zugleich Politiker. Er schmiedete an einer großen Koalition gegen die Habsburger;
aus diesem Grund kam es durch Vermittlung von Philipp
von Hessen 1529 zum Marburger Religionsgespräch zwischen Zwingli und Luther;
eine Einigung war in vielen Fragen möglich, nicht jedoch in der Frage der
Substanz der Elemente beim Abendmahl: während Luther die bis heute gültige
katholische Lehre von der Wandlung der Elemente, wonach aus Brot und Wein beim
Abendmahl tatsächlich, real und endgültig Leib und Blut Christi
werden, nur modifizierte - Brot und Wein bleiben, was sie sind, bekommen aber
tatsächlich und real zusätzlich die Eigenschaften von Leib und Blut Christi -,
beharrte Zwingli darauf, dass Brot und Wein nur
Zeichen seien, die auf Leib
und Blut Christi hinweisen.
Seit diesem Zeitpunkt ging der lutherische Protestantismus getrennt vom reformierten, der von Zwingli und Johannes Calvin geprägt wurde. Zwinglis Reformation setzte sich v.a. in der Schweiz, dann in Frankreich und Norditalien durch, sie übte starken Einfluss aus auf die schottische und dann auf die anglikanische Kirche.
Zwingli starb bei einem Einsatz als Feldprediger nahe Kappel bei Zürich.
Schöne
und informative Internet-Seiten
über Zwingli bietet die Evangelisch-reformierte Landeskirche des Kantons
Zürich.
Biographisch- Bibliographisches Kirchenlexikon noch nicht online
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