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Artemisia Gentileschi: Januaris, die wilden Tiere zu zahm zu seinen Füßen,
1636/37, im Museo di Capodimonte in Neapel

Januarius war alter liturgischer Tradition zufolge Bischof von Benevent. Er wurde demnach unter Kaiser Diokletian enthauptet, nachdem er der Legende nach unverletzt aus einem glühenden Ofen herausgegangen war und wilde Tiere, die man auf ihn gehetzt hat, sich ihm zahm zu Füßen legten. Mit ihm starben sechs Gefährten in den Schwefelquellen von Pozzuoli: seine Diakone Socius, Proculus und Festus, der Lektor Desiderius, außerdem Gantiol, Eutychius und Acutius.
Die Überlieferung über Januaris stammt aus dem Martyrologium des Hieronymus und dem liturgischen Kalender von Karthago. Die älteste Leidensgeschichte stammt aus dem 5. / 6. Jahrhundert. Januarius' Reliquien wurden 432 von Bischof Johannes nach Neapel übertragen. 831 kamen sie nach nach Benevent, 1154 auf den Monte Vergine bei Avellino, 1497 wurden sie nach Neapel zurückgebracht. Seit dem 13. / 14. Jahrhundert sind Prozessionen zu seinen Gedenktagen und am Palmsonntag bezeugt.
Januaris ist Namensgeber des Doms in Neapel. Dort sind seine Reliquien Grundlage einer besonderen Verehrung aufgrund des erstmals 1389 belegten Blutwunders: In Ampullen aufbewahrtes trockenes Blut erscheint flüssig, wenn diese an seinem Hauptfest in die Nähe seines Kopfes gebracht werden. Das Blutwunder ereignet sich meist am Samstag vor dem 1. Mai, dem Fest der Überbringung der Gebeine nach Neapel, am 19. September und seltener am 16. Dezember, dem Gedächtnistag der Warnung vor dem Ausbruch des Vesuvs im Jahr 1631. In den letzten 400 Jahren wurden zusätzlich noch etwa 80 Verflüssigungen außerhalb der genannten Zeiten gezählt. Eine Nichtverflüssigung gilt als schlimmes Omen. Wissenschaftlich erklären kann man das Phänomen bisher nicht *. Die dunkelrote, eingetrocknete Flüssigkeit in den Ampullen kann sich bis zu einer hellroten, fast sprudelnden Substanz verflüssigen, das Phänomen ist unabhängig von der Temperatur, das Gewicht verändert sich um bis zu 27 Gramm. Es gibt in Italien noch andere Blutwunder, von allen nimmt man die Unechtheit an, es bleibt aber das Phänomen und die daran geknüpfte Volksfrömmigkeit.
Bronze-Statue im Dom von Neapel
In Neapel wird Januarius vor allem bei Erdbeben und Ausbrüchen des Vesuvs angerufen.
Attribute:
Blutampullen
Patron
von Neapel;
der Goldschmiede; gegen Vulkanausbrüche
* Das Wissenschaftsmagazin Quarks & Co des WDR-Fernsehens berichtete am 16. Januar 2001 von Erkenntnissen des Chemieprofessors Luigi Garlaschelli, denen zufolge die geheimnisvolle Flüssigkeit erst im späten Mittelalter aus einigen damals bereits bekannten Chemikalien zusammengemischt wurde und lieferte das Rezept. Nicht ganz überzeugend: das Phänomen wird nicht wirklich in allen Einzelheiten erklärt; und: woher kommt in Neapel die plötzlich auftretende Verflüssigung? - aber interessant allemal.
Stadlers Vollständiges Heiligenlexikon
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Biographisch-Bibliographisches Kirchenlexikon
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