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Ökumenisches Heiligenlexikon

Katharina von Genua

italienischer Name: Caterina
Familienname: Fieschi-Adorno

Gedenktag katholisch: 15. September
Messe an einigen Orten

Name bedeutet: die Reine (griech.)

Mystikerin
* 1447 in Genua in Italien
† 15. September 1510 daselbst


Katharina war Tochter der adligen Familie Fieschi, aus der auch die beiden Päpste Innozenz IV. und Hadrian V. stammten; ihr Vater war Vizekönig von Neapel. Mit 16 Jahren heiratete sie gezwungenermaßen den Genueser Edelmann Giuliano Adorno. Nach zehnjähriger schlechter Ehe, während der sie oft zurückgezogen im Gebet, zeitweise auch aushäusig in Vergnügungen lebte, besuchte sie ihre Schwester in einem Franziskanerordenkonvent in Genua. Dort erfuhr sie 1474 die erste Erleuchtung und Erscheinung des gekreuzigten Christus; sie lebte nun in Enthaltsamkeit und Askese, geißelte sich, pflegte Arme und Kranke und schloss sich 1479 als Tertiarin dem Franziskanerorden an.

Katharina kümmerte sich v. a. um die Kranken im Spital Pammatone in Genua, wo sie 1489 Vorsteherin der Frauenabteilung wurde. Während zweier Pestepidemien arbeitete sie unermüdlich für die Kranken und Sterbenden. Unter ihrem Einfluss enstand die Gemeinschaft der Göttlichen Liebe mit Aufgaben in der Krankenpflege. Sie selbst kasteite sich, während der Fastenzeit ernährte sie sich nur von der Kommunion, ihr wurden mystische Gnadengaben zuteil.

Nachdem er seinen ganzen Besitz verloren hatte, folgte auch ihr Mann in seinen letzten Lebensjahren Katharinas Beispiel, bis er 1497 starb. Nun begann ihr Seelenführer mit der Aufzeichnung ihrer Lebensgeschichte mit den spirituellen Erfahrungen und Lehren: 1551 erschien dieses Libro de la Vita mirabile e dottrina santa di S. Caterina Fieschi, das Buch des wunderbaren Lebens und der heiligen Lehre der Heiligen Katharina Fieschi. Ihre Offenbarungen geben die beiden Bücher Dialogo del Divino Amore, Dialog von der göttlichen Liebe, sowie Trattato del purgatorio, Abhandlung über das Fegefeuer wieder. Das Fegefeuer ist für sie zwar ein Ort des Leidens, aber die Seelen sind dort von Freude erfüllt, weil sie sich von Gott geleitet wissen, deshalb verstärken sich zwar der Schmerz, aber auch die Freude, je näher der Zeitpunkt ihrer Erlösung heranrückt.

Kanonisation: Katharina wurde 1675 von Papst Clemens V. selig- und am 16. Juni 1737 von Papst Clemens XII. heiliggesprochen. 1944 ernannte Papst Pius XII. sie zur zweiten Patronin der italienischen Krankenhäuser. 2004 gab es Meldungen, Katharina könne als vierte Frau in der Geschichte und als erste Verheiratete zur Kirchenlehrerin ernannt werden.
Patronin der italienischen Krankenhäuser

Stadlers Vollständiges Heiligenlexikon

Catholic Encyclopedia

Katharinas Abhandlung über das Fegefeuer und ihre Lebensgeschichte gibt es online zu lesen in den Documenta Catholica Omnia.

Biographisch-Bibliographisches Kirchenlexikon




Autor: Joachim Schäfer - zuletzt aktualisiert am 18.11.2014
korrekt zitieren:
Joachim Schäfer: Artikel

Quellen:
• Vera Schauber, Hanns Michael Schindler: Heilige und Patrone im Jahreslauf. Pattloch, München 2001
• http://www.newadvent.org/cathen/03446b.htm
• Charlotte Bretscher-Gisinger, Thomas Meier (Hg.): Lexikon des Mittelalters. CD-ROM-Ausgabe. J.B. Metzler, Stuttgart/Weimar 2000
• Lexikon für Theologie und Kirche, begr. von Michael Buchberger. Hrsg. von Walter Kasper, 3., völlig neu bearb. Aufl. Bd. 5. Herder, Freiburg im Breisgau 1996
• http://www.kath.net/detail.php?id=8555