Ökumenisches Heiligenlexikon

Romuald von Camaldoli
auch: von Ravenna

Gedenktag katholisch: 19. Juni
     nicht gebotener Gedenktag
     in Mailand: 18. Juni
Name bedeutet: der rumhreich Herrschende (althochdt.)
Abt in Camaldoli, Ordensgründer
* um 952 bei Ravenna in Italien
† 19. Juni 1027 im Kloster Valdicastro bei Poggio San Romualdo nahe Fabriano in Italien
Kartenskizze

Fra Angelico: Fresko, 1441/1442, im Konvent von San Marco in Florenz

Fra Angelico: Fresko, 1441/1442, im Konvent von San Marco in Florenz   

Romuald wurde als Sohn einer adligen Familie geboren. Als er mit ansah, wie sein Vater im Duell seinen Gegner tötete, ging Romuald stellvertretend an seiner Statt zur Sühne vierzig Tage ins Benediktinerkloster S. Apollinare in Classe bei Ravenna. Er fand dort Geschmack am Mönchsleben, blieb für drei Jahre dort und legte nach 972 die Gelübde ab. Als er die Laschheit im Kloster kritisierte und sich für ein strengeres Leben einsetzte, erregte er den Widerwillen der anderen Mönche. Er konnte gerade noch einem Mordanschlag entgehen und ging zu einem Einsiedler in die Nähe von Venedig. Zusammen mit dem gestürzten Dogen von Venedig, Petrus Orsoleo floh er dann 978 in die Pyrenäen und schloss sich als Einsiedler der Abtei Saint-Michel de Cuxa in Codalet in den Pyrenäen an.

13 Jahre später siedelte er wieder in die Nähe von Ravenna um. Auf Wunsch von Kaiser Otto III. wurde Romuald mit Widerwillen Abt in jenem Kloster, in dem sein Weg zum Mönchstum begonnen hatte. Schon ein Jahr später gab er dieses Amt wieder auf. Einen Missionierungsversuch in Osteuropa, den Romuald unternahm, weil er dort - wie kurz zuvor ein enger Freund - als Märtyrer sterben wollte, musste er wegen Krankheit abbrechen. Großen Einfluss übter Romuald aber aus auf den Hofkaplan von Otto III., Bruno von Querfurt und dessen Missionsarbeit.

Kloster Valdicastro

Kloster Valdicastro   

Ab dem Jahr 999 gründete und reformierte Romuald zahlreiche Klöster in Italien * nach der Regel der Benediktiner und mit Betonung von Elementen des Einsiedlerlebens, so 1009 das Kloster Valdicastro; diese Reformen hatten Erfolg, seine Klöster großen Zuspruch. Seine Ideen beeinflussten auch Petrus Damiani. Um 1024 gründete Romuald die Einsiedelei Camáldoli bei Arezzo, die zur Keimzelle des späteren Kamaldulenserordens wurde.

Die Kamaldulenser betrachteten Romuald als ihren Gründer. Sie führten ein sehr strenges Leben in voneinander getrennten Zellen, strengem Schweigen und Fasten. Romualds Vater - in gewisser Weise Verantwortlicher des Lebensweges seines Sohnes - trat später selbst in ein Kloster bei Ravenna ein und starb ebenfalls im Ruf der Heiligkeit.

1481 wurden Romualds Gebeine vom Kloster Valdicastro beim heute nach ihm benannten Bergdorf Poggio San Romualdo in die Kirche S. Biagio nach Fabriano übertragen. 1072 wurde die Regel der Kamaldulenser von Papst Alexander II. bestätigt. Oberhalb der Einsiedelei Camáldoli sind noch heute die 20 Zellen der ersten Kamaldulensermönche, darunter die von Romuald, zu besichtigen.

Kanonisation: Die Heiligsprechung erfolgte schon 1032.

* Darunter war nicht das berühmte Kloster Fonte Avellana, das zwar in der Zeit von Petrus Damiani seine Blüte erlebte aus dem Geist Romualds, sich aber erst 1270 unter Albertin dem Kamaldulenserorden anschloss.

Catholic Encyclopedia

Biographisch-Bibliographisches Kirchenlexikon





Quellen:
• Vera Schauber, Hanns Michael Schindler: Heilige und Patrone im Jahreslauf. Pattloch, München 2001
• Lexikon für Theologie und Kirche, begr. von Michael Buchberger. Hrsg. von Walter Kasper, 3., völlig neu bearb. Aufl. Bd. 8. Herder, Freiburg im Breisgau 1999


W3C