Ökumenisches Heiligenlexikon

Bonifatius (Brun, Bruno) von Querfurt

Gedenktag katholisch: 9. März
     n.g. Gedenktag im deutschen Sprachgebiet
     Diözesankalender Paderborn
Gedenktag evangelisch: 9. März
Name bedeutet: der Braune, der Bär (althochdt.)
Glaubensbote in Polen und Preußen,
Erzbischof von Magdeburg, Märtyrer
* 974 (?) in Querfurt bei Halle in Sachsen-Anhalt
† 9. März (oder 14. Februar) 1009 bei Lötzen, heute Giżycko in Polen
Kartenskizze Kartenskizze

Brun, Sohn des sächsischen Edlen Brun und der Ida, war vermutlich mit dem deutschen Kaiserhaus der Ottonen verwandt. Er wurde in der Domschule in Magdeburg ausgebildet und dann dort Domherr. Die 981 erfolgte Aufhebung seines Heimatbistums Merseburg durch König Otto II. rügte er scharf und sah darin - wie in den Katastrophen seiner Zeit - die Strafe Gottes und von Laurentius. Wohl im Sommer 997 wurde er Hofkapellan bei Kaiser Otto III.

Durch den Märtyrertod von Adalbert von Prag im April 997 erschüttert, woltte er in dessen Fußstapfen treten und trat im 998 in Rom in dessen Kloster SS. Bonifacio e Alessio auf dem Aventin ein. 999 legt er die Mönchsgelübde ab und nahm den Namen Bonifatius an. Mit Abt Romuald gründete er 1001 in eine Einsiedelei in den Sümpfen des Po bei Pereum nördlich von Ravenna. Auf Wunsch von Otto III. sollte er die Mission in Polen übernehmen, 1002 wurde er von Papst Sylvester II. mit der Mission im Osten besauftragt und bekam das Pallium überreicht.

Fresko: Martyrium des Bruno

Fresko: Martyrium des Bruno   

Einige Brüder, darunter Benedikt und Johannes, waren zur Gründung einer Einsiedelei bereits nach Polen vorausgegangen. Ottos Nachfolger Heinrich II. führte gegen Polen gerade Krieg, Brun wich nach Ungarn aus, begegnete König Stephan, die Missionierung zeitigte aber kaum Erfolge. 1004 besuchte er den Hof von König Heinrich II., wurde von Tagino von Magdeburg zum Missions-Erzbischof geweiht und stiftete in seiner Heimatstadt Querfurt die Burgkirche. Nachdem Ungarn an der Seite Deutschlands in den Krieg gegen Polen eintrat, sah Brun eine Chance, seinen ursprünglichen Auftrag zu erfüllen und begab sich zu den Széklern nach Siebenbürgen.

Als er Ende 1007 vom Osten her endlich nach Polen reisen wollte, lernte er den Großfürsten von Kiew, Wladimir I. Swjatoslawitsch, kennen und missionierte zunächst in Westrussland am unteren Dnjepr unter dem Nomadenvolk der Petschenegen. Im Sommer 1088 vermittelte er einen Frieden zwischen Wladimir und den Petschenegen, setzte einen seiner Begleiter zum Bischof ein und reiste dann nach Polen. Dort schrieb er die Geschichte über seine Gefährten Benedikt, Johannes und die anderen, den fünf Märtyrern der Mission in Polen. Von hier aus sandte er auch nach Schweden einen Bischof. Anfang 1009 wandte sich dann - wieder erfolglos - der Mission unter den Pruzzen zu. Auf dem Weg zurück nach Russland wurde er zusammen mit 18 Gefährten von Heiden überfallen und enthauptet.

Neben Thietmar von Merseburg gilt Brun als der bedeutendste Chronist seiner Zeit. Er verfasste eine Vita über Adalbert von Prag, eine wichtige Geschichtsquelle ist und sein Briefwechsel mit Kaiser Heinrich II.

Fürst Boleslav kaufte die Leichname von Brun und seinen Gefährten und ließ sie nach Polen bringen. Auf dem Tafelberg am Löwentinsee bei Lötzen - dem heutigen Giżycko - erinnert ein großes eisernes Kreuz an ihren Tod. Braunsberg - das heutige Braniewo - im Ermland ist angeblich nach Brun benannt.

Attribute: auf Esel reitend, mit abgeschlagener Hand
Patron von Preußen

Stadlers Vollständiges Heiligenlexikon

Catholic Encyclopedia

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Web 3.0 - Leserkommentare:

Ich bin durch Zufall auf Ihre sehr nette website gekommen.
Braunsberg liegt an der Ostsee im Ermland. Braunsberg wurde im Ermland, lateinisch Warmia, gebaut. Ermland war eine der vier zusammengefassten Preußischen Landteile, in die sie der Legat des Papstes Wihelm von Modena 1243 eingeteilt hatte, die anderen drei waren Pomesanien, Kulmerland, Samland. Dies Grenzen blieben bestehen bis ins 20. Jh. Die Bezeichnung Masuren für eine Ostpreussische Landschaft kam erst etwa im 18. Jh. auf, da etliche evangelische Masowier dort Zuflucht gesucht hatten. Das suedlich von (Ost)Preußen gelegene Masowien wurde davor auch öfter als Masuren beschrieben.
Ich gehe so viel wie moeglich die Elbinger Minderheit besuchen, da mein Mann aus Elbing war. Ich fahre da hin mit dem Zug von Berlin bis Stettin und umsteigen. Die Landschaft und Städte, besonders Danzig, sind wunderschön. Die Elbinger Minderheit vermieten Zimmer und man kann per Zug oder Bus in die umliegenden Ortschaften fahren, wenn man nicht mit Auto oder Reisegesellschaft da ist. In Elbing z.B. bin ich mitgegangen zum Gottesdienst der kleinen Evangelischen Gemeinde. Der junge Pfarrer, der auch Militärpfarrer ist, predigt in polnisch, aber anschliessend zum Kaffee übt er sich im Deutsch-Lernen von der Gemeinde. Es wäre schön, wenn Sie Leute finden würden, die evtl. Kontakt mit den Menschen in den Orten, die im Heiligenlexikon beschrieben sind, aufnehmen könnten.
http://www.elbing.org/dfkelbing/dfkelbing2.html (ich besuche immer Hilda Sucharski). Die Deutsche Minderheit in Ermland-Masuren spricht meist ostpreußischen Dialekt, aber es sind auch Leute aus anderen Gegenden, wie die jetzige Vorsinzende Rosemarie aus Schlesien, die dort hinverpflanzt wurden.

Helga Hecht über E-Mail, 19. August 2009

Quellen:
• Vera Schauber, Hanns Michael Schindler: Heilige und Patrone im Jahreslauf. Pattloch, München 2001
• http://www.newadvent.org/cathen/03018a.htm
• Charlotte Bretscher-Gisinger, Thomas Meier (Hg.): Lexikon des Mittelalters. CD-ROM-Ausgabe J.B. Metzler, Stuttgart/Weimar 2000



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