Ökumenisches Heiligenlexikon

Simplicianus von Mailand

Gedenktag katholisch: 15. August
     in Mailand: 14. August
Name bedeutet: der Einfache (latein.)
Bischof von Mailand
* um 320 in Mailand (?) in Italien
† 16. August 401 (?) in Mailand in Italien
Kartenskizze

Simplicianus wirkte in Rom, wo er um 354 den berühmten Rhetor Marius Victorinus zum Christentum bekehrte, dann in Mailand; hier beeinflusste er ab 374 Ambrosius, unterrichtete den schon zum Bischof gewählten als Taufbewerber und taufte ihn. Augustinus wandte sich 386 vor seiner Hinwendung zur Kirche an Simplicianus und bat ihn um Rat; um 397 verfasste Augustinus zwei Bücher, in denen er auf exegetische und theologische Fragen antwortete, die Simplicianus ihm gestellt hatte; darin legte er die Grundzüge seiner Gnadenlehre fest. 397 Nachfolger wurde Simplicianus Nachfolger des berühmten Ambrosius als Bischof. Er ist in den Akten der Konzile von Karthago 397 und von Toledo 400 genannt, möglicherweise leitete er das Konzil von Turin 398 und gründete das dortige Bistum, mit der Weihe des ersten Bischofs == Gaudentius stand er an der Wiege des Bistums Novara.

Bestattet wurde Simplicianus in der Basilika Virginum, der Basilika der Jungfrauen, die später seinen Namen erhielt. Seine Verehrung ist schon im 5. Jahrhundert bezeugt, die Lebensgeschichte entstand im 11. Jahrhundert.

Erhalten sind 4 Briefe von Ambrosius an Simplicianus und ein Brief des Augustinus an ihn. Die mittelalterlichen Geschichtsschreiber der Augustiner-Eremiten machten aus Simplicianus einen Eremiten, der Ambrosius und Augustinus in das Ordensleben einführte und letzterem einige Brüder mit nach Afrika gegeben hat.

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Quellen:
• Vera Schauber, Hanns Michael Schindler: Heilige und Patrone im Jahreslauf. Pattloch, München 2001
• Charlotte Bretscher-Gisinger, Thomas Meier (Hg.): Lexikon des Mittelalters. CD-ROM-Ausgabe J.B. Metzler, Stuttgart/Weimar 2000
• Lexikon für Theologie und Kirche, begr. von Michael Buchberger. Hrsg. von Walter Kasper, 3., völlig neu bearb. Aufl., Bd. 9. Herder, Freiburg im Breisgau 2000


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