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Ökumenisches Heiligenlexikon

Beginen

Beginen sind Frauen, die unter einer frei gewählten Vorsteherin in Beginenhöfen ein andächtiges Leben führen, ohne einem Orden im eigentlichen Sinne anzugehören. Die ersten Gemeinschaften von Beginen (auch Begarden) entstanden im 12. Jahrhundert, ihre Blütezeit war das 13. und 14. Jahrhundert in Westeuropa, einzelne Beginenhäuser bestehen heute noch in Belgien und Holland. Jede Gemeinschaft war autonom und selbständig. Die meisten lebten nach der Regel des Dritten Ordens von Franziskus, die anderen nach der Dominikaner-Regel, denn im Mittelalter mussten sie sich dem Schutz eines Orden unterstellen.

Der Unterschied zwischen den Beginen und anderen Ordensgemeinschaften liegt vor allem darin, dass die Gelübde nur auf Zeit abgelegt und in der Regel jährlich erneuert werden. Die meisten Beginen waren Witwen, selbständige Frauen und Adlige, sie waren finanziell unabhängig und demokratisch organisiert. Unter Papst Gregor VII. begann die Kirche gegen die damalige politische und soziale Zerrüttung zu reagieren, viele Gläubige suchten die ursprüngliche Armut und die Reinheit der ersten Christen. Es enstanden Armutsbewegungen wie die von Bernhard von Clairvaux, Franziskus von Asssisi und andere. Viele Männer nahmen an den Kreuzzügen teil und kamen nie wieder, ihre Frauen wurden Witwen, andere blieben unverheiratet. Neben der Familie war damals für Frauen das Kloster die einzige Überlebensmöglichkeit. Deshalb suchten viele Frauen einen mittleren Weg bei den Beginen; dort durften sie ihre Besitztümer behalten. Viele Beginenhöfe wurden wirtschaftliche Zentren, vor allem für Wäsche und Handarbeiten.

Der KlerusEin Kleriker ist in der orthodoxen, katholischen, anglikanischen und altkatholischen Kirche ein geweihter Amtsträger, der eine der drei Stufen des Weihesakraments - Diakon, Priester oder Bischof - empfangen hat. Im Unterschied zu den Klerikern bezeichnet man die anderen Gläubigen als Laien. Angehörige von Ordensgemeinschaften gelten, wenn sie nicht zu Priestern geweiht sind, als Laien und in der Orthodoxie als eigener geistlicher Stand. In den protestantischen Kirchen gibt es keine Unterscheidung von Klerus und Laien. wusste oft nicht, was er anfangen sollte mit diesen Frauen, die den christlichen Glauben wahrhaft lebten, aber die klösterlichen Regeln nicht annehmen wollten. Auf dem 4. Laterankonzil wurde ein Verbot erlassen, neue Klostergemeinschaften zu gründen, die Beginen bekamen aber 1216 eine mündliche Bewilligung durch den Papst. Die Beginenbewegung blühte dann im 13. Jahrhundert auf, verbreitete sich von Flandern über ganz West- und Mittel-Europa. Nur die deutschen Bisschöfe bekämpften weiterhin die Beginen, auf dem Konzil von Vienne konnten sie 1311 Papst Clemens V. sogar dazu bewegen, die Beginen zu verurteilen - nur für die südlichen Niederlande machte er eine Ausnahme. Erst nach der Gegenreformation blühte die Beginenbewegung ab 1588 in Flandern wieder auf, alle flämischen Begijnhoven stammen aus dieser Zeit.

In der Schweiz haben die Beginenhöfe die Reformation nicht überlebt. In den Niederlanden gibt es nur noch 2 von ehemals 34 Begijnhoven, in Amsterdam und Breda; im katholischen Flandern gab es in 1999 noch vier Beginen. In Frankreich gibt es keine Höfe mehr. Hier und da erinnern noch Straßennamen oder Ortsnamen an die Beginen.

Für die wesentlichen Informationen Dank an Katrien Martens.


Quellen: