Hinweise zu Stadlers Heiligen-Lexikon
Abkürzungen
S. Timotheus, Ep. M. (24. al. 22 Jan. 24. März). Dieser hl. Timotheus war zu
Lystra in Lycaonien (Kleinasien) geboren. Sein Vater war Heide; die Mutter
Eunice, eine bekehrte Jüdin, hatte ihm eine gute
Erziehung gegeben. Als der heil. Paulus zum zweiten
Male nach Lystra kam, waren Mutter und Sohn sammt der Großmutter Lois bereits
christlich geworden. Wann ihre Bekehrung stattgefunden hat, ist unermittelt. Die
Jüngerschaft von Lystra und Iconium gab dem heiligen Timotheus ein so günstiges
Zeugniß, daß ihn der heil. Apostel zum Gehilfen
in seinem Apostolate erkor.
Doch gab er ihm, aus Rücksicht für die Juden, die einen Unbeschnittenen nicht
unter sich geduldet hätten, vorher noch die Beschneidung. Von jetzt an war und
blieb er sein theurer Gehilfe
, sein liebster Sohn
. Ueberall wo der hl.
Paulus predigte: in Kleinasien, Macedonien, Griechenland und Italien treffen wir
auch den hl. Timotheus. (Näheres sehe man H.-L. IV. 730 ff.)
Später ernannte und weihte ihn der hl. Paulus zum Bischofe von Ephesus und
übertrug ihm zugleich die Oberaufsicht über die andern Kirchen in Kleinasien.
Kein Anderer stand dem hl. Apostel so nahe, hatte sich mit den hl. Schriften von
Jugend auf so vertraut gemacht, mit den Worten des Glaubens und der gesunden
Lehre so genährt, wie dieser jugendlich feurige, unermüdet thätige Gehilfe. In
Rom litt er eine Zeit lang, wie aus dem Hebräerbriefe zu ersehen, Kerkerhaft
für den Glauben. Daß er aber nicht bloß die Gläubigen, sondern auch sich selbst
strenge in der Zucht hielt, sieht man daraus, daß ihm der hl. Paulus den Rath
ertheilen mußte, wegen seiner Unterleibsbeschwerden und oftmaligen
Krankheitsanfälle statt nur Wasser etwas Wein zu trinken. Nach dem Tode des hl.
Paulus wirkte er als erster Bischof von Ephesus bis zu seinem, etwa im J. 97
eingetretenen seligen Hinscheiden. Nach der Ueberlieferung wurde er bei
Gelegenheit eines Diana- (Artemis-) Festes von der aufgeregten Menge der Heiden
durch Steinwürfe und Stockschläge getödtet. Von seinen Reliquien wissen wir, daß
dieselben im J. 356 nach Constantinopel übertragen und in der Apostelkirche
daselbst beigesetzt wurden. Daß eine Vertheilung derselben an verschiedene
Kirchen stattgefunden hat, wird vom heiligen Paulinus
ausdrücklich bezeugt. Zu Rom werden einige Reliquien des hl. Apostelschülers zu
St. Johann in fonte verehrt. Die Griechen begehen sein Fest am 22., die Lateiner
am 24. Januar. Die Uebertragungsfeier ist im Mart. Rom. zum 9. Mai angemerkt.
Auf Abbildungen ist sein Martyrtod dargestellt. (II. 565.)
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