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Ökumenisches Heiligenlexikon

Adelheid von Vilich

Gedenktag katholisch: 5. Februar
Hochfest in der Stadt Bonn
nicht gebotener Gedenktag im Bistum Köln

Name bedeutet: von edlem Wesen (althochdt.)

Äbtissin von Vilich und in Köln
* um 968 auf Burg Geldern in Nordrhein-Westfalen
† 3. Februar 1015 (?) in Köln in Nordrhein-Westfalen


Adelheid war eine Tochter des Grafen Megingoz von Geldern und seiner Frau Gerberga aus dem Hause Lothringen. Erzogen wurde Adelheid im Stift St. Ursula in Köln. Als ihr einziger Bruder 978 im Böhmenkrieg fiel, gründeten die Eltern von seinem Erbteil 983 das Benediktinerinnenkloster in Vilich - heute ein Stadtteil von Bonn -, dessen erste Äbtissin Adelheid wurde. Nach dem Tod ihrer Schwester Bertrada wurde sie auf Drängen des Kaisers als deren Nachfolgerin auch Äbtissin des Klosters St. Maria im Kapitol in Köln und enge Vertraute von Erzbischof Heribert.

Statue an der Adelheid geweihten Pfarrkirche im Bonner Stadtteil Pützchen
Statue an der Adelheid geweihten Pfarrkirche im Bonner Stadtteil Pützchen

Adelheid war eine Wohltäterin für die Armen und Notleidenden im Rheinland. Die Überlieferung berichtet, wie sie zur Zeit einer furchtbaren Dürre im Dorf Vilich ihre Gaben an die hungernden Menschen austeilte; weil die Leute sie anflehten, sie von dem Unglück zu befreien, schickte sie Stoßgebete zum Himmel und stieß mit ihrem Äbtissinnenstab in die Erde; da schoss ein Wasserstrahl aus dem Boden. Möglich ist, dass die kluge und gebildete Äbtissin ganz bewusst in Pützchen - lateinisch puteus, Wasserquelle - bei Vilich nach Wasser gesucht hat weil sie ahnte, dass sich Wasser von den Ennerthängen über der Tonschicht des Pützchener Bodens gesammelt haben könnte.

Adelheid wurde in Vilich bestattet, die um 1030 als Grabkirche von Adelheid erbaute Kirche des 1804 säkularisierten Stifts ist heute die Pfarrkirche Sankt-Peter. Im Truchsessischen Krieg um 1650 wurden Adelheids Gebeine geraubt und sind seitdem verschwunden, nur einzelne Reliquien wie z. B. ein Armknochen werden am Adelheidisfest, das jedes Jahr um ihren Gedenktag gefeiert wird, ausgestellt.

Statue an der Pfarrkirche Sankt-Peter in Vilich
Statue an der Pfarrkirche Sankt-Peter in Vilich

Das Wasser der Quelle im Bonner Stadtteil Pützchen, des Adelheid-Pützchens, gilt als heilkräftig gegen Augenkrankheiten und ist noch heute Ziel von Wallfahrten; in Pützchen gibt es seit 1367 am zweiten Wochenende im September das Volksfest Pützchens Markt. Ende August / Anfang September wird Adelheid mit einer Wallfahrtswoche und einer Brunnenweihe geehrt. An ihrem Gedenktag wird traditionell Dohlenbrot gebacken als Erinnerung an Adelheids Armenspeisungen. Die historische Adelheidquelle liegt vor der Adelheid geweihten Pfarrkirche in Pützchen; diese wurde 1724 als Klosterkirche von den Karmelitern erbaut. Vor der Kirche befindet sich die kleine Adelheidiskapelle aus dem 18. Jahrhundert, die in die ursprüngliche Klostermauer einbezogen ist. Im Jahr 2008 haben die Stadtratsfraktionen von CDU, SPD und FDP auf Initiative von Pfarrer Michael Dörr aus der Sankt-Peter-Gemeinde in Vilich den Antrag gestellt, Adelheid zur dritten Stadtheiligen von Bonn - neben Cassius und Florentius - zu ernennen, was vom Vatikan bestätigt wurde.

Kanonisation: Adelheids Verehrung wurde am 27. Januar 1966 durch Papst Paul VI. anerkannt.
Attribute: Weinkrug, Stab
Patronin von Bonn; gegen Augenleiden

Catholic Encyclopedia





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Autor: Joachim Schäfer - zuletzt aktualisiert am 21.09.2017

Quellen:
• Vera Schauber, Hanns Michael Schindler: Heilige und Patrone im Jahreslauf. Pattloch, München, 2001
• Hiltgard L. Keller: Reclams Lexikon der Heiligen und der biblischen Gestalten. Reclam, Ditzingen 1984
• Erhard Gorys: Lexikon der Heiligen. dtv, München, 1997
• Otto Wimmer, Hartmann Melzer: Lexikon der Namen und Heiligen, bearb. u. erg. von Josef Gelmi. Tyrolia, Innsbruck, 1988
• http://www.newadvent.org/cathen/01140b.htm
• http://www.sueddeutsche.de/,kulm1/kultur/artikel/450/60390/
• Ursula Becker, Vilich, E-Mail vom 25. November 2005
• http://www.rundschau-online.de/html/artikel/1212504070489.shtml
• http://www.welt.de/die-welt/vermischtes/article5044435/Ein-Beistand-fuer-alle-Faelle.html
• Lexikon für Theologie und Kirche, begr. von Michael Buchberger. Hrsg. von Walter Kasper, 3., völlig neu bearb. Aufl. Bd. 1. Herder, Freiburg im Breisgau 1993
• http://www.ich-geh-wandern.de/bonn-p%C3%BCtzchen
• http://www.bonn.de/familie_gesellschaft_bildung_soziales/topthemen/16237/index.html?lang=de
• Ursula Becker aus Vilich, E-Mail vom 2. Januar 2015

korrekt zitieren: Joachim Schäfer: Artikel
Die Deutsche Nationalbibliothek verzeichnet das Ökumenische Heiligenlexikon in der Deutschen Nationalbibliografie; detaillierte bibliografische Daten sind im Internet über http://d-nb.info/969828497 abrufbar.