Sollte hier eine Anzeige erscheinen, deren Anliegen dem unseren entgegensteht, benachrichtigen Sie uns bitte unter Angabe der URL dieser Anzeige, damit diese Werbung nicht mehr erscheint.
Lesen Sie vorher bitte unsere Erläuterungen auf der Seite Warum Werbung und wie sie funktioniert.


 


Ökumenisches Heiligenlexikon

Ambrosius Blarer

eigentlich: Ambrosius Blarer von Giersberg
auch: Blaurer

Gedenktag evangelisch: 6. Dezember

Name bedeutet: der Unsterbliche (abgeleitet von der Götterspeise der griech. Mythologie)

Pfarrer, Reformator
* 4. April 1492 in Konstanz in Baden-Württemberg
† 6. Dezember 1564 in Winterthur in der Schweiz


Blarers Geburts- und Wohnhaus in Konstanz
Blarers Geburts- und Wohnhaus in Konstanz

Ambrosius Blarer, Sohn eines Ratsherrn aus einem der ältesten Patriziergeschlechter von Konstanz, studierte ab 1505 in Tübingen die alten Sprachen und lernte dort Philipp Melanchthon kennen. Er wurde 1515 zum Magister ernannt und trat 1515 als Mönch ins Kloster in Alpirsbach ein, wo er alsbald zum Prior gewählt wurde. Sein Bruder Thomas, der in Wittenberg studierte, berichtete ihm von der Reformation Martin Luthers und überbrachte dessen Schriften, die Blarer zu eingehendem Bibelstudium anregten. Ambrosius gab diese Nachrichten im Kloster weiter und wurde deshalb seines Amtes enthoben, verließ 1522 heimlich das Kloster und kehrte nach Konstanz zurück.

1525 erhielt er in Konstanz die Stelle des Predigers der reformierten Lehre am Münster. Er wurde zusammen mit seinem Bruder Thomas - inzwischen Bürgermeister in Konstanz - und seinem Vetter Johannes Zwick der Reformator seiner Vaterstadt. Ab 1523 stand er mit Huldreich Zwingli in Briefwechsel, dann auch mit Johannes Oekolampad. Bei der Berner Disputation 1528 in der Franziskanerkirche - an der Stelle des heutigen Casinos - wurde ihm Martin Bucer zum Freund, der auf seine Theologie großen Einfluss ausübte; Konstanz und Straßburg legten mit den beiden oberdeutschen Städten Memmingen und Lindau auf dem Reichstag in Augsburg 1530 dann auch eine eigene Bekenntnisschrift, die Confessio Tetrapolitana, das Bekenntnis der vier Städte, ab. 1528/29 wurde Blarer aufgetragen, in Memmingen bei der Reformation zu helfen, 1529 tat er dies im Schweizer Kanton Thurgau, in den folgenden Jahren auch in anderen Städten und Gemeinden Württembergs. Er nahm theologisch eine Mittelposition zwischen Martin Luther und Huldreich Zwingli ein prägte damit die Reformation in Württemberg. In der Stuttgarter Konkordie einigte er sich 1534 mit Erhard Schnepf auf eine vermittelnde Abendmahlsformel.

1533 heiratete er Katharina Ryf, genannt von Blidegg, eine frühere Nonne aus dem Kloster Münsterlingen. Da Blarer sich 1537 weigerte, die Schmalkaldischen Artikel zu unterschreiben, wurde er von den Anhängern Martin Luthers immer schärfer bekämpft und im Juni 1538 vom Herzog von Württemberg ungnädig entlassen. Als Konstanz sich gegen Blarers Einspruch zur Annahme des Augsburger Interims entschloss, um den Kaiser zu beschwichtigen, verließ Blarer die Stadt vorübergehend. Als Konstanz 1548 von spanischen Truppen gewaltsam erobert wurde, zog Blarer sich nach Winterthur zurück. 1551 bis 1559 wirkte er dann als Prediger in Biel und zuletzt wieder in Winterthur.

Von den von Blarer gedichteten Liedern sind 22 noch erhalten, die Friedrich Spitta aus der oberdeutschen Mundart in heutiges Deutsch übertragen hat, darunter Wach auf, wach auf, 's ist hohe Zeit (EG 244) und das Pfingstlied Jauchz, Erd, und Himmel, juble hell (EGK 127).

Stadtkirche in Biel / Bienne
Stadtkirche in Biel / Bienne




DVD Heiligenlexikon als DVD oder USB-Stick als USB-Stick


Seite zum Ausdruck optimiert

Empfehlung an Freunde senden

Artikel kommentieren/Fehler melden

Suchen bei amazon: Bücher über Ambrosius Blarer

Wikipedia: Artikel über Ambrosius Blarer

Fragen? - unsere FAQs antworten!

Im Heiligenlexikon suchen

Impressum

Schauen Sie sich zufällige Biografien an:
Herlind Harlind
Marinus Stephanus
Adolf von Tecklenburg von Osnabrück


  0   ?   0   0 Für Ihren Datenschutz: mit 2 Klicks empfehlen!


Autor: Joachim Schäfer - zuletzt aktualisiert am 31.08.2015
korrekt zitieren:
Joachim Schäfer: Artikel
Die Deutsche Nationalbibliothek verzeichnet das Ökumenische Heiligenlexikon in der Deutschen Nationalbibliografie; detaillierte bibliografische Daten sind im Internet über http://d-nb.info/969828497 abrufbar.

Quellen:
• http://www.glaubenszeugen.de/kalender/b/kalb043.htm
• Friedrich Wilhelm Bautz. In: Friedrich-Wilhelm Bautz (Hg.): Biographisch-Bibliographisches Kirchenlexikon, Bd. I, Hamm 1990