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Ökumenisches Heiligenlexikon

Damian de Veuster

Taufname: Jef, deutsch: Joseph

Gedenktag katholisch: 15. April
gebotener Gedenktag bei den Arnsteiner Patres: 10. Mai
nicht gebotener Gedenktag im deutschen Sprachraum, in Belgien und den USA: 10. Mai

Name bedeutet: der Bändiger (griech.)

Priester, Mönch
* 3. Januar 1840 in Tremelo in Belgien
† 15. April 1889 an der Kalawao-Bucht auf Molokai, einer der Hawaii-Inseln (USA)


Joseph, siebtes Kind eines Bauern, fasste während einer Mission der Redemptoristen 1858 den Entschluss, in einen Orden einzutreten. Mit 19 Jahren trat er den Arnsteiner Patres, der Kongregation von den Heiligsten Herzen Jesu und Mariä und der ewigen Anbetung des Allerheiligsten AltarsakramentsDie Eucharistie - von griechisch „ευχαριστειν, Dank sagen” - vergegenwärtigt das heilvolle Sterben Jesu Christi. Die Römisch-Katholische, die Orthodoxe und die Anglikanische Kirche nennen diese Mahlfeier im Anschluss an 1. Korintherbrief 11, 24 Eucharistie, die Evangelischen Kirchen sprechen von „Abendmahl” im Anschluss an Markusevangelium 14, 17 und 1. Korintherbrief 11, 23. in Löwen bei und nahm den Ordensnamen Damian an. Diesem Orden war die seelsorgerliche Betreuung der Sandwich-Inseln - der heutigen Inselkette Hawaii - anvertraut worden. Im März 1864 erreichte Damian mit weiteren Gefährten nach einer Fahrt von viereinhalb Monaten den Hafen von Honolulu, der Hauptstadt von Hawaii. Zwei Monate später empfing er dort die Priesterweihe und übernahm in Vertretung eines erkrankten Missionars die Seelsorge im Distrikt Puna, dem Südosten der Insel Hawaii, der größten der Sandwich-Inseln. Danach wirkte er neun Jahre lang im Distrikt Kohala im Nordwesten von Hawaii. Schließlich ließ er sich 1873 auf die Insel Molokai schicken, wo die Leprakranken auf einer Halbinsel isoliert wurden; am 10. Mai kam er auf dieser Insel an - daher dieser Gedenktag. Auf Molokai lebte und wirkte Damian als Seelsorger und Arzt, als Apostel der Aussätzigen.

Der kranke Damien de Veuster im Jahr 1888
Der bereits an Lepra erkrankten Pater Damian im Kreis von Waisenjungen auf Molokai

Damian hatte sich angesichts der Not selbst medizinische Fähigkeiten beigebracht. Er wusch und verband die Wunden, ersetzte die Grashäuser durch Holzhäuser, legte Gärten und eine Wasserleitung an und schuf so mit Hilfe der Kräftigsten unter den Kranken sowie Spenden, die er von außerhalb bekam, eine Infrastruktur. Seine selbstlose Arbeit in der Krankenkolonie wurde weltweit bekannt und anerkannt. Dabei war er all die Jahre ganz auf sich gestellt unter den Aussätzigen, ohne einen Mitbruder an seiner Seite zu haben – wie er schrieb, war dies unerträglicher als der Aussatz selbst, da er niemanden hatte, mit dem er sich austauschen konnte: Ich finde meinen Trost in dem einzigen Gefährten, der mich nicht verlässt: bei unserem Erlöser in der heiligen EucharistieDie Eucharistie - von griechisch „ευχαριστειν, Dank sagen” - vergegenwärtigt das heilvolle Sterben Jesu Christi. Die Römisch-Katholische, die Orthodoxe und die Anglikanische Kirche nennen diese Mahlfeier im Anschluss an 1. Korintherbrief 11, 24 Eucharistie, die Evangelischen Kirchen sprechen von „Abendmahl” im Anschluss an Markusevangelium 14, 17 und 1. Korintherbrief 11, 23.. Als 1885 ein berühmter Arzt nach Molokai kam, um den Aussatz und seinen Erreger zu erforschen und auch Damian kennenzulernen, stellte er fest, dass auch der Pater vom Aussatz ergriffen war. Trotz dieser Krankheit setzte Damian seine Arbeit fort, bis er, umgeben von treuen Gefährten, nach einem Todeskampf von zwei Wochen sanft entschlief.

Das Schicksal von Damian fand weltweit Beachtung und setzte Initiativen zum Kampf gegen Lepra in Gang. Vor allem in den USA und in England entstanden Stiftungen und Vereine. 1936 wurde Damians Leichnam nach Belgien überführt und in der Klosterkirche seiner Ordensgemeinschaft in Löwen beigesetzt. Mahatma Gandhi nannte Pater Damian 1945 einen Helden von Format, Mutter Teresa setzte sich für seine Seligsprechung ein.

Wegen seines Einsatzes für Todgeweihte erhielt Damian de Veuster nach seinem Tod viele Ehrungen und gilt seitdem als Schutzpatron für Aussätzige. Ende der 1980er-Jahre übertrugen einige Aids-Selbsthilfeeinrichtungen diese Schutz- und Vorbildsfunktion für Aids-Patienten. So gibt es zum Beispiel das Damien Center in Indianapolis, das unter anderem Pflegeservices anbietet. Und in Albany steht ebenfalls ein Damien-Center, das als Treffpunkt von HIV-Infizierten dient. Das Wunder, dass Damian de Veuster für die Heiligsprechung zugeschrieben wird, ist die unerklärliche Heilung der schwer an Krebs erkrankten Audrey Toguchi im Jahr 1998; die Frau hatte bereits Metastasen in der Lunge, war vom Arzt aufgegeben worden, betete aber um die Fürbitte von Damian und wurde anschließend gesund.

US-Präsident Barack Obama würdigte anlässlich der Heiligsprechung Damian De Veuster: er hat den Stimmlosen eine Stimme verliehen. Er sei ein tiefer Bewunderer des Heiligen, den viele Hawaiianer im Herzen trügen, erklärte Obama, der selbst im US-Bundesstaat Hawaii aufgewachsen ist. Indem Pater Damian dem Weg Jesu hin zu den Lepra-Kranken gefolgt ist, trat er dem stigmatisierenden Effekt der Krankheit entgegen … und opferte sein Leben, um so vielen ihre Würde wiederzugeben, heißt es in der Presseerklärung des amerikanischen Präsidenten. Gerade in der heutigen Zeit, in der Millionen Menschen an schweren Krankheiten wie Aids litten, sei die Figur Damians ein Beispiel, wie man auf das Bedürfnis der Kranken nach Heilung und Fürsorge antworten sollte, so Obama. Er sei dem Papst und Millionen Katholiken bei der Heiligsprechung im Gebet verbunden.

Kanonisation: Papst Johannes Paul II. sprach Damian de Veuster am 4. Juni 1995 in Brüssel selig. Die Heiligsprechung erfolgte am 11. Oktober 2009 in Rom durch Papst Benedikt XVI.
Patron von Honolulu; der Aussätzigen und Aids-Kranken

Worte des Heiligen

Im Brief vom 31. Januar 1885 an seinen Bruder Auguste, der bei den Vätern der Heiligen Herzen unter dem Namen Pamphilus eingetreten ist. Er schildert die äußere Situation auf der Insel Molokai und spricht zum ersten Mal von seiner Erkrankung, die wenig später als Lepra diagnostiziert wurde:
Unsere Leprosenstation ist weiter beinahe auf demselben Stand wie in den vorausgehenden Jahren. Im Jahr 1883 gab es bis zu 840 Kranke; seither hält sich die Zahl zwischen 700 und 800. Da es sich bei allen um unheilbare Fälle handelt, gibt es nur den Friedhof, um von hier wegzugehen. …
Ich kann nicht mehr verheimlichen, dass auch ich von einer Krankheit bedroht bin, die noch schlimmer ist als die Schwindsucht [Typhus, an dem sein Bruder leidet]. Ich bin jetzt bald seit zwölf Jahren unter den Leprosen. Die Lepra ist eine ansteckende Krankheit, ich glaube, keinen Grund zu haben, mich über den sichtbaren Schutz zu beklagen, den mir der Liebe Gott gegeben hat; … denn ich bin tatsächlich heute so stark und kräftig, wie Sie mich bei der Abfahrt 1863 gesehen haben, abgesehen von meinem linken Fuß, der seit drei Jahren beinahe das ganze Gefühl verloren hat. Das ist ein geheimes Gift, das den ganzen Körper zu vergiften droht.


Am 26. November 1885 schreibt er an ihn über seine Einsamkeit und Verlassenheit auf der Insel, wo nur alle zwei bis drei Monate ein Beichtvater ihn besucht, der ihn aber sogleich wieder verlässt:
Doch ich ergebe mich in die göttliche Vorsehung und finde meinen Trost in meinem einzigen Gefährten, der mich nicht verlässt, d. h. unserem göttlichen Herrn in der heiligen Eucharistie. Zu Füßen des Altars lege ich häufig meine Beichte ab und suche dort Trost für meine innere Pein. Es kommt schon manchmal vor, dass ich vor Ihm, ebenso wie vor der Statue unserer heiligen Mutter, mich beklage und um Erhalt meiner Gesundheit bitte.

Seinen letzten Brief vor seinem Tod schreibt er am 28. Februar 1889 an Édward Clifford:
Ihr Brief vom 24. des Monats, der so voll Mitgefühl war, hat mir ein wenig Trost in meinem ziemlich miserablen Zustand gebracht. Ich versuche mein Bestes, ohne mich zu viel zu beklagen und auf eine praktische Weise zur Heiligung meiner Seele, das schon lange vorhergesehene Elend der Krankheit zu tragen. Diese ist nach allem ein Mittel, dessen sich die Vorsehung bedient, um das Herz von aller irdischen Begierde zu lösen und gleichzeitig das Verlangen der christlichen Seele nach Einheit mit dem, der ihr einziges Leben ist, so gut wie möglich, zu fördern. Vergessen Sie, bitte, nicht bei ihrer langen Rückreise den schmalen Weg, dem wir beide sorgsam folgen müssen, um uns beide im Haus unseres gemeinsamen und Ewigen Vaters wieder zu treffen.

Quelle: Un étrange bonheur - Lettres du père Damien lépreux (1885 - 1889). Les Éditions du Cerf, Paris 2008, S. 9 - 23, 42f, 128f; eigene Übersetzung

Zitate von Damian de Veuster:

Wenn man Gott dient, ist man überall glücklich.
Ich fühle mich glücklich und zufrieden, und wenn ich die Wahl hätte, von hier in voller Gesundheit wegzugehen, werde ich ohne Zögern sagen: Ich bleibe bis zum Ende meines Lebens bei meinen Aussätzigen.
Auch wenn sie mir alle Schätze der Erde anböten, für einen Lohn bliebe ich keine fünf Minuten auf dieser Insel.
Was mich hier hält, ist allein die Liebe Gottes und die Rettung der Seelen.
Ohne das heiligste Sakrament wäre die Lage, in der ich mich befinde, nicht zu ertragen.
Wie schön ist es, als Kind der heiligsten Herzen [Jesu und Marias] zu sterben.

Quelle: http://www.heiligenzitate.com/A-D/DamiandeVeuster.htm, abgerufen am 28. Oktober 2012

zusammengestellt von Abt em. Dr. Emmeram Kränkl OSB,
Benediktinerabtei Schäftlarn,
für die Katholische SonntagsZeitung

Catholic Encyclopedia

  Die Arnsteiner Patres informieren auf ihrer Homepage über Damian de Veuster.


Web 3.0 - Leserkommentare:

zumm Leserkommentar von Herrn Florian Defregger:
Geht`s vielleicht auch etwas weniger selbtgerecht?
Muss man Freund der katholischen Kirche sein, um ein Loblied auf einen katholischen Heiligen singen zu dürfen? Wir Katholiken sollten uns doch freuen, wenn der amerikanische Präsident den Heiligen ehrt, unabhängig davon, dass viele von uns in der Abtreibungsproblematik eine andere Posotion vertreten als er. Wird Obamas Kommentar zu Damian de Veuster durch seine Position zur Abtreibung entwertet? Wenn ja müsste jede seiner Äußerungen, zu welchem Thema auch immer, in unseren Auge wertlos sein. Dies kann doch wohl nicht der (katholischen?) Weisheit letzter Schluss sein! Ich denke, wenn der Heilige sich überhaupt etwas aus Lob gemacht hat, hätte er auch dieses Präsidentenlob in aller Bescheidenheit akzeptiert.
Mit freundlichen Grüßen

Karl-Werner Schupmann über E-Mail, 12. Januar 2013

Grüß Gott,
ich weiss, Sie sind unabhängig, aber muss bei Damian de Veuster unbedingt Obama auftauchen? Der ist immerhin pro Abtreibung, und damit kein Freund der katholischen Kirche, auch dem Hl. Damian de Veuster gefällt diese Beschreibung wahrscheinlich nicht besonders …
Mit freundlichen Grüßen,

Florian Defregger über E-Mail, 15. April 2011





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Autor: Joachim Schäfer - zuletzt aktualisiert am 11.11.2019

Quellen:
• P. Jochanan Herweg, E-Mail vom 28. Oktober 2009
• Lexikon für Theologie und Kirche, begr. von Michael Buchberger. Hrsg. von Walter Kasper, 3., völlig neu bearb. Aufl. Bd. 2. Herder, Freiburg im Breisgau 1994
• Friedrich-Wilhelm Bautz. In: Friedrich-Wilhelm Bautz (Hg.): Biographisch-Bibliographisches Kirchenlexikon, Bd. I, Hamm 1990
• http://www.die-tagespost.de/kirche-aktuell/Tagesheilige-10-Mai-Der-heilige-Damian-de-Veuster;art312,169277

korrekt zitieren: Joachim Schäfer: Artikel
Die Deutsche Nationalbibliothek verzeichnet das Ökumenische Heiligenlexikon in der Deutschen Nationalbibliografie; detaillierte bibliografische Daten sind im Internet über http://d-nb.info/1175439177 und http://d-nb.info/969828497 abrufbar.