Desiderius von Cahors
französischer Name: Didier auch: Géry
Gedenktag katholisch: 15. November
Name bedeutet: der Ersehnte (latein.)
Desiderius, Sohn einer noblen altgallischen Familie, wurde wie seine zwei Brüder Rusticus und Siagrius am Hof von Merowingerkönig Chlothar II. erzogen und lernte dort Arnulf von Metz, Aldowin von Rouen und Eligius von Noyon kennen. Er wurde Archidiakon in Carcassonne, Verwalter der königlichen Schatzkammer und 630 Bischof von Cahors als Nachfolger seines Bruders Rusticus, der bei einem Aufruhr ermordet worden war. Desiderius ließ 650 in Cahors die erste Kathedrale errichten und gründete das damalige Kloster Saint-Pierre in Moissac und das damalige Kloster Saint-Amant in Cahors; die Klöster wurden nach der Regel von Kolumban geführt. Desiderius erreichte ein hohes Alter, in seinem Testament setzte er seine Kirche als Erbin ein und empfahl ihr, für den Unterhalt der Armen zu sorgen.
Desiderius' Leichnam wurde nach seinem Tod nach Cahors gebracht und in seinem Kloster Saint-Amant bestattet, das dann nach ihm Saint-Géry benannt wurde. Später wurden seine Gebeine in die Kathedrale von Cahors übertragen.
Das Kloster Saint-Géry in Cahors wurde 1227 von Dominikanern übernommen, 1639 übernahmen Augustinerinnen die Gebäude. In der Französischen Revolution wurden alle Klostergebäude verkauft, später vom Staat zurückgekauft, ab 1830 dienten sie als Tabaklager, 1904 wurden sie abgerissen. An ihrer Stelle steht heute eine Schule für medizinische Berufe.
Worte des Heiligen
In einem Brief ermahnt Bischof Desiderius die ihm bekannte Äbtissin Aspasia, nicht in alte Fehler
zurückzufallen:
Desiderius grüßt die Äbtissin Aspasia. Durch deine Tränen so sehr gerührt habe ich für dich aus dem Evangelium
folgende Geschichte jener trefflichen Frau bestimmt (Lukasevangelium 7, 36 - 50). Denn in ihr wirst du göttlichen Trost finden
und Furcht: Trost jedenfalls, weil die väterliche Güte Gottes die Seele eines Menschen, welcher bezüglich der Last einer
Sünde zur Einsicht kommt, nicht zurückweist; Furcht insofern, da eine Seele, die in den Dienst Gottes tritt, sich mutig
darauf vorbereitet, Versuchungen zu ertragen, sagt doch Salomon: Mein Sohn, der
du in den Dienst Gottes trittst, steh fest in Furcht und bereite deine Seele vor zur Versuchung!
[Jesus Sirach 2, 1]
Sicherlich ist Freude in deinen Tränen und ertönt Jubel im Himmel, da du freiwillig verurteilst, was du freiwillig in böser
Absicht begangen hattest.
Ferne sei nämlich, dass du, so wie Eva durch die Schlange verführt wurde, begehrst,
wiederum zu den unglückseligen Verhaltensweisen zurückzukehren. Deine Seele habe also Mitleid mit meinem Schmerz, so dass
ich mich nach Heilung deiner Wunde über dein Wohl freuen kann. Tu Buße, so gut du kannst und hüte dein Herz
(Sprüche
4, 23). Ich vertraue auf meinen Herrn Jesus Christus, dass er jede deiner
Sünden schnell durch eine gute Beichte auslöschen wird. Sei beständig wachsam und bitte, dass du auf keine Weise zurückblickst.
Gedenke, was die Wahrheit sagt: Niemand, der die Hand n den Pflug legt und zurückschaut, ist tauglich für das
Himmelreich
(Lukasevangelium 9, 62). Zurückblicken heißt nichts anderes als dass jemand bereut und dann wieder wegwirft,
was er Gutes zu tun begonnen hat, und sich wieder in weltliche Geschäfte verwickeln lässt. Erinnere dich auch an die Gattin
des Loth!
Was offensichtlich der Herr an der Gestalt [dieser Frau] den Reumütigen verkündet hat, ist in dieser Geschichte
(Lukasevangelium 7, 36 - 50) sowohl die große Frucht der Reue als auch die im Himmel bei den heiligen
Engeln herrschende Freude enthalten, da jene, die vorher Sünderin war, durch ihre Tränen
die Hoffnung auf Heil erlangte.
Ich bitte, ja ich beschwöre dich beim Herrn Jesus Christus, dass du nicht mehr dem Teufel Raum gibst, sondern dich mit
aller Kraft dem Fasten, dem Gebet und Nachtwachen hingibst. Und wie sehr du dich vom menschlichen Schutz verlassen fühlst,
so sehr sollst du für dich die göttliche Hilfe erflehen. Immer wieder und öfters mahne ich dich, dass du diese Geschichte
[von der Sünderin] häufiger liest. Und tritt insoweit für dich selbst ein, dass du wohl auch für mich beim Herrn etwas
erreichen kannst!
Quelle: Epistel 14. In: Patrologia Latina87, Sp. 255 f; eigene Übersetzung
zusammengestellt von Abt em. Dr. Emmeram Kränkl OSB,
Benediktinerabtei Schäftlarn
Martyrologium Romanum Flori-Legium
Schriften von Desiderius und seine Lebensgeschichte gibt es online zu lesen in den Documenta Catholica Omnia.
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Autor: Joachim Schäfer
- zuletzt aktualisiert am 01.09.2026
Quellen:
• Vollständiges Heiligen-Lexikon …, 1. Band: A-D. Herausgegeben von Johann Evangelist Stadler und Franz Joseph
Heim, B. Schmid'sche Verlagsbuchhandlung, Augsburg, 1858
• https://www.persee.fr/doc/rio_0048-8151_1961_num_13_2_1729
https://fr.wikipedia.org/wiki/Didier_de_Cahors
https://de.wikipedia.org/wiki/Desiderius_von_Cahors
https://pop.culture.gouv.fr/notice/merimee/IA46000113
korrekt zitieren: Joachim Schäfer: Artikel
Die Deutsche Nationalbibliothek verzeichnet das Ökumenische Heiligenlexikon in der
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https://d-nb.info/1175439177 und https://d-nb.info/969828497 abrufbar.