Ökumenisches Heiligenlexikon

Dominikus von der Gottesmutter Barberi

italienischer Name: Domenico della Madre di Dio Barberi

1 Gedenktag katholisch: 27. August
gebotener Gedenktag im Passionistenorden: 26. August
nicht gebotener Gedenktag in England: 26. August

Name bedeutet: dem Herrn gehörend (latein.)

Missionar, Ordensprovinzial
* 22. Juni 1792 im Stadtteil Palanzana in Viterbo in Italien
27. August 1849 in Reading in England


Portrait in der Kathedrale San Lorenzo in Viterbo
Portrait in der Kathedrale San Lorenzo in Viterbo

Dominikus Barberi schloss sich 1814 als Laienbruder dem Passionistenorden an mit dem Ordensnamen Dominikus von der Gottesmutter. Nach seiner theologischen Ausbildung wurde er 1818 zum Priester geweiht und wirkte ab 1821 als Lektor in der Niederlassung des Ordens im Konvent Sant'Angelo bei Vetralla nahe Viterbo.

Dominikus von der Gottesmutter kam dann ans Generalat an Santi Giovanni e Paolo in Rom und als Lektor ins Kloster in Ceccano bei Frosinone, zudem trat er als Verfasser moraltheologischer und ökumenischer Arbeiten hervor. 1824 wurde ihm die Berufung zuteil, als Glaubensbote nach England zu gehen.

Auf dem Weg nach England gründete Dominikus zusammen mit anderen 1840 das erste Kloster des Ordens außerhalb Italiens in Ere bei Tournai in Belgien und 1842 dann das erste Kloster des Ordens in England in Aston - dem heutigen Stadtteil von Birmingham - und wurde dort Ordensprovinzial. Er wollte England wieder zum Katholizismus bekehren, erreichte den Übertritt vieler Anglikaner zur katholischen Kirche, vertiefte den Kontakt der englischen Katholiken zu Rom und wird deshalb auch der Apostel Englands im 19. Jahrhundert genannt. 1845 nahm er John Henry Newman in die katholische Kirche auf.

Dominikus verfasste philosophische Werke in der Tradition von Thomas von Aquin, dessen von ihm bewunderte Lehren er auf dem Hintergrund neuer wissenschaftlicher Erkenntnisse fruchtbar machen wollte. Im Streit zwischen Molinisten - den Anhängern der Lehren des Jesuiten Luis de Molina, der eine Bedingtheit der göttlichen Gnade mit Rücksicht auf den vorausgewussten Willen des Menschen vertrat - und den Thomisten entwarf Dominikus als Versuch der Vermittlung den Begriff der praemotio physica indifferente, der von Gott dem Menschen vorausgegebenen, aber (noch) unentschiedenen Seinsmöglichkeiten.

Kanonisation: Dominikus wurde am 27. Oktober 1963 von Papst Paul VI. seliggesprochen.

Catholic Encyclopedia





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Autor: Joachim Schäfer - zuletzt aktualisiert am 17.06.2022

Quellen:

• Detlef Peitz. In: Friedrich-Wilhelm Bautz †, Traugott Bautz (Hg.): Biographisch-Bibliographisches Kirchenlexikon, Internet-Ausgabe (2012)
• Lexikon für Theologie und Kirche, begr. von Michael Buchberger. Hrsg. von Walter Kasper, 3., völlig neu bearb. Aufl., Bd. 3. Herder, Freiburg im Breisgau 1995

korrekt zitieren: Joachim Schäfer: Artikel
Die Deutsche Nationalbibliothek verzeichnet das Ökumenische Heiligenlexikon in der Deutschen Nationalbibliografie; detaillierte bibliografische Daten sind im Internet über https://d-nb.info/1175439177 und https://d-nb.info/969828497 abrufbar.


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