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Ökumenisches Heiligenlexikon

Galgano Guidotti

Gedenktag katholisch: 30. November
nicht gebotener Gedenktag im Zisterzienserorden: 5. Dezember

Name bedeutet: der Gefährliche (keltisch - italienisch) 1

Einsiedler
* um 1148 in Chiusdino bei Siena in Italien
† 30. November (?) um 1181 auf dem Montesiepi bei der heutigen Abbazia San Galgano in der Toskana in Italien


Ambrogio Lorenzetti: Galgano, 1338 - 1340, im Ratssaal der Neun im Palazzo Pubblico in Siena
Ambrogio Lorenzetti: Galgano, 1338 - 1340, im Ratssaal der Neun im Palazzo Pubblico in Siena

Galgano, Sohn von Guidotto und Dionigia Guidotti, einer Familie von lokalen Adel, wurde zum Ritter ausgebildet in der Zeit der Kämpfe der lokalen Herrscher Gherardesca, Pannocchieschi und anderer um die politische und militärische Vorherrschaft. Er führte in jungen Jahren ein ruchloses Leben nach dem Stil jener Zeit mit Gewalt, Missbrauch und Vergewaltigungen als einer Manifestation von Kraft und Vitalität. Nachdem er Visionen des Erzengels Michael empfangen hatte, gab er sein vergnügliches Leben auf und zog sich als Einsiedler zurück auf den Berg Montesiepi nahe seines Heimatortes. Um seinen Willen zur Änderung seines Lebens zu dokumentieren, steckte er dort sein Schwert in die Spalte eines Steines, woraufhin sich das Schwert in ein Kreuz verwandelte. Als sich ihm immer mehr Gefährten anschlossen, ging er ratsuchend zu Papst Alexander III. nach Rom, starb aber im Alter von 33 Jahren, bevor es zur Gründung eines Ordens kam.

Der Kult um Galgano verbreitete sich rasch, vor allem in ritterlichen Kreisen. Die Geschichte von Galgano, in der das Schwert - die Waffe des Krieges und des Todes - zu einem Instrument des Friedens und der Hoffnung verwandelt wurde, und sein Mantel - der Stolz eines jeden Ritters -, ein Zeichen der Armut und Demut des Einsiedlers wurde, mutet an wie eine Vorwegnahme der Geschichte des Franziskus. Galganos Geschichte hat auch viele Gemeinsamkeiten mit dem Mythos von König Artus und den Rittern der Tafelrunde: ähnlich ist darin die Erlangung der Reinheit des Geistes, die Weltverachtung, das Schwert im Stein und auch der Name Galgano, der sehr ähnlich ist dem des Ritters Galvano. Galgano Lebenszyklus antizipiert die bretonische Erzählung und hat sie vielleicht sogar inspiriert.

Galgano
Galgano

Über Galganos Grab auf dem Montesiepi entstand eine Rundkirche, die bald schon von vielen Pilgern besucht wurde. Die Rotunde weckt Erinnerungen an Sakralbauten der Etrusker, der Kelten und auch der Templer. Es gibt Vermutungen, dass der Bau zurückgeht auf den Versuch der Tempelritter, hier ihren Standort in der Toskana aufzubauen. 1220 entstand über der Einsiedelei ein Zisterzienserkloster, das vier Jahre später einige hundert Meter weiter ins Tal verlegt wurde - die heutige Ruine der Abtei San Galgano. Das Kloster wurde schnell religiös, kulturell und wirtschaftlich bedeutsam; aus ungeklärten Gründen fand im 15. Jahrhundert ihr Niedergang statt, im 16. Jahrhundert wurde sie aufgegeben, seitdem zerfiel sie. 1961 wurde dem Zisterzienser Romualdo Gilli erlaubt, in die Ruine zu ziehen und das Kloster wieder zu beleben, was ihm mit Mönchen des == Olivetanerordens gelang.

Galganos Schwert im Stein kann man noch heute in der gut erhaltenen Rotonda auf dem Montesiepi sehen. Sein Mantel befindet sich als Reliquie in Siena, sein Kopf in Chiusdino; auch in Volterra ist seine Verehrung lebendig.

Kanonisation: Galgano wurde der Überlieferung nach 1185 durch Papst Lucius III. heiliggesprochen.

1 der Name stammt vom mittelalterlichen Galvano, keltisch Gawain aus dem Gälischen Ó Gábháin oder Ó Gáibhín, abgeleitet von gábhadh Gefahr.





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Autor: Joachim Schäfer - zuletzt aktualisiert am 10.12.2016

Quellen:
• http://en.wikipedia.org/wiki/Galgano_Guidotti
• Ekkart Sauser. In: Friedrich-Wilhelm Bautz †, Traugott Bautz (Hg.): Biographisch-Bibliographisches Kirchenlexikon, Bd. XIV, Herzberg 1998
• http://de.wikipedia.org/wiki/Abbazia_San_Galgano
• Nana Claudia Nenzel: Richtig Reisen Toscana, DUMONT Reiseverlag, Ostfildern 2009
• http://genealogy.familyeducation.com%2Fsurname-origin%2Fgalgano&rct=j&q=name%20galgano &ei=XF5VTcvNG8ahOoLu8OsE&usg=AFQjCNGyxRsNkraCkEu5NciUX1YN66mhvg&cad=rja

korrekt zitieren: Joachim Schäfer: Artikel
Die Deutsche Nationalbibliothek verzeichnet das Ökumenische Heiligenlexikon in der Deutschen Nationalbibliografie; detaillierte bibliografische Daten sind im Internet über http://d-nb.info/1175439177 und http://d-nb.info/969828497 abrufbar.