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Ökumenisches Heiligenlexikon

Michael

Gedenktag katholisch: 29. September
Fest
Diözesankalender von Pamplona y Tudela, Ordenskalender der Marianer von der Unbefleckten Empfängnis, der Arnsteiner Patres, der Rogationisten
gebotener Gedenktag im mozarabischen      Der mozarabische Ritus, auch „westgotisch” oder „altspanisch” genannt, ist eine Liturgie in der römisch-katholischen Kirche, die sich im 4./5. Jahrhundert auf der Iberischen Halbinsel entwickelt hat und heute noch an einigen Orten in Spanien praktiziert wird. Der Name entstand nach dem Einfall der Mauren im Jahr 711, als die unter maurischer Herrschaft lebenden Christen – die „Mozaraber” – weiter ihren Glauben ausüben durften und damit auch diese Liturgie feierten. Ritus: 28. September
Fest I. Klasse      Im alten Messbuch entspricht die I. Klasse einem Hochfest. 29. September (Weihetag seiner Kirche auf dem Monte Gargano), 8. Mai (Tag der Erscheinung auf dem Monte Gargano - Messe an einigen Orten)
Wunder in Alexandria: 6. Juni
Verehrung in Sosthene, der Vorstadt von Konstantinopel: 9. Juni
Fest im Bistum Warszawa-Praga: 3. Oktober
Erscheinung auf dem Monte Tumba (Mont St-Michel) und Widmung der Kirche: 16. Oktober

Gedenktag evangelisch: 29. September
Fest

Gedenktag anglikanisch: 29. September

Gedenktag orthodox: 8. November
Erinnerung an das Wunder in Chonai/Kolossä im 4. Jahrhundert: 6. September
Erscheinung auf dem Mont St. Michel: 16. Oktober
bedacht in der ProskomedieDie Proskomedie ist die Vorbereitung der Gaben Brot und Wein vor der Eucharistie in den Orthodoxen Kirchen

Gedenktag armenisch: 8. November
liturgische Feier am 8. Samstag nach dem Kreuzerhöhungssonntag
Wunder in Kolossä: 6. September

Gedenktag koptisch: 7. Mai, 8. November, 9. November, 12. Tag jedes koptischen Monats

Gedenktag syrisch-orthodox: 6. Juni, 8. November, 9. November
Weihetag des Oratoriums im Malakiun: 3. Mittwoch nach Ostern

Name bedeutet: Wer ist wie Gott? (hebr.)

Erzengel


Michael war nach der Überlieferung der Engel mit dem Schwert, der Adam und Eva aus dem Paradies trieb und den Lebensbaum bewachte (1. Mose 3, 23 - 24) und der Seth einen Zweig vom Baum der Erkenntnis reichte. Er zeigte Hagar, der von Abrahams eifersüchtiger Frau Sara vertriebenen Magd, die Quelle zur Rettung ihres und ihres Sohnes Leben (1. Mose 16, 7 - 12). Michael gilt als einer der drei Männer, die Abraham besuchten (1. Mose 18, 1 - 16), er hinderte Abraham, den == Isaak zu töten (1. Mose 22, 11 - 18), und er rang mit Jakob (1. Mose 32, 24 - 29). Michael teilte demnach das Rote Meer beim Auszug aus Ägypten (2. Mose 14, 19 - 22), führte das Volk Israel ins gelobte Land und kämpfte mit dem Teufel um die Seele von == Mose.

Michael erschien den Jünglingen im Feuerofen bei Daniel und rettete sie (Daniel 3, 25 - 26), er stand Daniel in dessen Kampf gegen das Perserreich bei (Daniel 10, 13) und für die Endzeit gilt die Verheißung: Zu jener Zeit wird sich Michael erheben, der große Engelfürst, der die Söhne deines Volkes beschützt … Und in jener Zeit wird dein Volk errettet werden … Und viele von denen, die schlafen im Erdenstaube, werden erwachen. (Daniel 12, 1 - 2). Der starke Michael hielt auch Habakuk an den Haaren über der Löwengrube.

In den Darstellungen der Johannes-Offenbarung erfüllt Michael seine besondere Aufgabe beim jüngsten Gericht: seine Posaune erweckt die Toten aus den Gräbern, er befreit die Frau mit dem Kinde und tötet im endzeitlichen Kampf - gerüstet und mit großen Flügeln - den Drachen zu seinen Füßen (Offenbarung 12, 4 - 7). Michael wird auch als der Engel identifiziert, der den Drachen in den Abgrund stürzt (Offenbarung 20, 2 - 3); der Drache ist das Symbol der gottfeindlichen Mächte - Michael ist also der Engel, der gegen alles kämpft, was Gott seinen Rang streitig macht. Er wird nach Kommentaren zur Offenbarung beim Erscheinen des Antichrist auch diesen töten. So verhindert Michael die uneingeschränkte Herrschaft des Satans in der Zeit bis zum jüngsten Gericht und besiegt diesen dann endgültig.

Hans Memling: Michael beim Jüngsten Gericht. Altarbild (Ausschnitt), 1467-71, im Muzeum Narodowe in Danzig/Gdansk
Hans Memling: Michael beim Jüngsten Gericht. Altarbild (Ausschnitt), 1467-71, im Muzeum Narodowe in Danzig / Gdansk

Im Judasbrief (9) wird eine jüdische Legende zitiert, in der Michael mit dem Teufel um den Leichnam von == Mose stritt. Der Teufel beanspruchte Mose für sich, weil er doch zum Mörder an dem Ägyptischen Aufseher geworden war (2. Mose 2, 12). Doch Michael widerspricht, entreißt dem Teufel den Leichnam und geleitet ihn gen Himmel. Cyrill von Jerusalem wagte in einer Predigt zu sagen: Als Christus auf die Erde zu den Menschen kommen wollte, erwählte der Vatergott eine gewaltige Kraft, die Michael hieß, und vertraute Christus ihrer Fürsorge an.

Michael wird oft als der Kämpfer dargestellt, der gleich zu Beginn der Schöpfung, noch vor der Erschaffung der Welt, Luzifer aus dem Himmel stürzte. Alter Tradition zufolge half er Josua beim Sieg Israels gegen die Amalekiter (2. Mose 17, 13). Michael gilt als der Seelengeleiter - darin ältesten Vorstellungen vom ägyptischen Thot und von Hermes in der griechischen Mythologie entsprechend - und hält die Seelenwaage; noch heute wird er deshalb im Totenoffizium der katholischen Kirche angerufen mit der Bitte, dass der Bannerträger Sankt Michael die Seelen ins heilige Licht führe. Michael empfängt demnach die Seligen im Paradies, so wie Petrus an der Himmelspforte.

Michael war der Fürst der Synagoge und gilt als der Fürst der Kirche, er wird barmherzig und langmütig genannt, obwohl - oder gerade weil - er als der ranghöchste Engel gilt. Mit Raphael, Gabriel und Uriel ist Michael einer der vier Erzengel.

Michaels Verehrung kam im 4. Jahrhundert im Osten auf. Schon Mitte des 5. Jahrhunderts weihte Papst Leo I. ihm an einem 29. September die Kirche S. Michele in Rom. Europas ältestes Michaelsheiligtum ist Monte Sant'Angelo auf dem Gargano in Süditalien; am 8. Mai 492 soll der Erzengel den dort lebenden Menschen erschienen sein und verkündet haben: Diese Grotte ist mir heilig, ich habe sie mir erwählt, ich selbst will ihr Beschützer sein. Dort, wo sich der Fels öffnet, werden die Sünden der Menschen vergeben. Das über der Grotte erbaute Sanktuarium war eine wichtige Etappe der Pilger und Kreuzfahrer, die von Norditalien ins Heilige Land reisten; die Basilika wurde an einem 29. Septeber geweiht. Michael wurde der Schutzherr der Römisch-Katholischen Kirche, später des Heiligen Römischen Reichs Deutscher Nation. Viele Kirchen und Bergkapellen sind ihm geweiht, die bekannteste ist vermutlich die der Überlieferung nach 709 unter Bischof Autbert von Avranches - angeblich auf Michaels Geheiß - auf dem Monte Tombe entstandene und dann nach ihm benannte Kirche Mont St-Michel in der Normandie auf einer Insel, die zuvor ein keltisches Heiligtum krönte. Die Normannenherzöge, die Michael als Kriegspatron verehrten, bauten die Kapelle in drei Phasen zum Kloster mit der heutigen Kirche aus und schufen das als Wunder des Abendlandes berühmte Bauwerk.

Michaels Grotte in der Kirche Monte Sant'Angelo auf dem Gargano
Michaels Grotte in der Kirche Monte Sant'Angelo auf dem Gargano

Während des 100-jährigen Krieges blieb die Insel normannisches Land, das von den Engländern nicht erobert werden konnte, und wurde zum nationalen Symbol für Frankreich. Im Spätmittelalter gab es eine KinderWallfahrt zum Mont St-Michel, an der auch Kinder aus Süddeutschland und der Schweiz teilnahmen. König Ludwig XI. benützte das Kloster dann als Gefängnis für widerständische Mönche; diese Funktion bewahrte es auch vor Zerstörung in der Französischen Revolution, bis 1853 blieb es Zuchthaus für politische Häftlinge. 1872 begann die Restaurierung, 1897 wurde sie abgeschlossen mit der Anbringung der goldenen Statue von Michael auf der Turmspitze. Seit 1966 gibt es wieder ein paar Mönche mit Gastrecht, seit 1984 gehört die Insel mit ihrem imposanten Bauwerk zum UNESCO-Weltkulturerbe.

Michaels Fest wurde auf dem Konzil von Mainz 813 durch Ludwig den Frommen festgelegt auf die zuvor der Verehrung des germanischen Gottes Wotan gewidmete Woche ab Herbstbeginn. In der Gegenreformation wurden Siegesdarstellungen von Michael vielfach gegen politische und religiöse Gegner verwandt. Die Gestaltung des Satans und der gefallenen Engel als hermaphroditische Monster bezichtigte dabei die protestantischen Gegner auch sexueller Ausschweifungen. 1886 ordnete Papst Leo XIII. an, dass Michael nach der Messe angerufen wird zum Schutz vor Satan und den anderen bösen Geistern. Seit 1921 wurde Michaels Gedenktag in der katholischen Kirche der für Gabriel und Raphael hinzugefügt.

Als Wetter- und Lostag zum Ende des Vierteljahres war der Michaelistag den Bauern wichtig, vielerorts Anlass für Feste, am bekanntesten ist wohl der Dürkheimer Michaelismarkt, auch Wurstmarkt genannt. Seit 1969 wird zum Michaelistag auch der Erzengel Gabriel und Raphael gedacht.

Kantate zum Michaelis-Fest

Bleibt, ihr Engel, bleibt bei mir!
Führt mich auf beiden Seiten,
dass mein Fuß nicht möge gleiten.
Aber lehrt mich auch allhier,
euer großes Heilig singen
und dem Höchsten Dank zu bringen.
Bleibt, ihr Engel, bleibt bei mir!

Attribute: Engel mit (flammendem) Schwert, mit Helm, als Ritter den Drachen durchbohrend, Stab, Waage
Patron von Neudenau an der Jagst; der katholischen Kirche und der vatikanischen Gendarmerie; der Deutschen; der Ritter, Soldaten, Fallschirmjäger *, Kaufleute, Bäcker, Waagenhersteller, Eicher, Apotheker, Sanitäter, Drechsler, Schneider, Glaser, Maler, Vergolder, Blei- und Zinngießer, Bankangestellten und Radiomechaniker; der Armen Seelen, Sterbenden und der Friedhöfe; für einen guten Tod; gegen Blitz und Unwetter

Michael mit Botenstab und kreuzbekrönter Weltkugel. Elfenbeinrelief aus dem 6. Jahrhundert, im Britischen Museum in London
Michael mit Botenstab und kreuzbekrönter Weltkugel. Elfenbeinrelief aus dem 6. Jahrhundert, im Britischen Museum in London

Bauernregeln: Ist die Nacht vor Michaelis hell, so soll ein strenger und langer Winter folgen; regnet es aber an Michaelis, so soll der nächste Winter sehr gelind sein.
Regnet's an Michaelis ohne Gewitter, folgt meist ein milder Winter; ist es aber an Michaelis und an Gallus trocken, dann darf man auf gutes, trockenes Frühjahr hoffen.
Wenn die Zugvögel nicht ziehen vor Michael, wird es nicht Winter vor Weihnachten.
Sind um Michael die Vögel noch hier, / haben bis Weihnachten lind Wetter wir.
Von Michel und Hieronymus, / mach' aufs Weihnachtswetter den Schluss.
Regnet's sanft am Michaelstag, / sanft auch der Winter werden mag.
Bringt St. Michael Regen, / kannst Du gleich den Pelz anlegen.
Kommt Michael heiter und schön,/wird es noch vier Wochen so weiter geh'n.
Gibt Michaeli Sonnenschein, / wird's in zwei Wochen Winter sein.
Wie der Hirsch an Ägidi in die Brunft tritt, so tritt er an Michaeli wieder heraus.
Auf nassen Michaelitag / ein nasser Herbst folgen mag.
Vor Michel sä' mit halber Hand - dann aber streu mit ganzer Hand!
Um Michaeli in der Tat / gedeiht die beste Wintersaat.
Es holt herbei Sankt Michael / die Lampe wieder und das Öl.

* Das Patronat für Fallschirmjäger ist nicht offiziell, es hat sich seit dem 2. Weltkrieg herausgebildet und wird vom   Europäischen Militär-Fallschirmsprungverband gepflegt.

Catholic Encyclopedia

  Das wissenschaftliche Bibellexikon im Internet bietet in seinem Artikel über Michael umfassende und fundierte Informationen.





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Autor: Joachim Schäfer - zuletzt aktualisiert am 14.08.2016
korrekt zitieren:
Joachim Schäfer: Artikel
Die Deutsche Nationalbibliothek verzeichnet das Ökumenische Heiligenlexikon in der Deutschen Nationalbibliografie; detaillierte bibliografische Daten sind im Internet über http://d-nb.info/969828497 abrufbar.

Quellen:
• Vera Schauber, Hanns Michael Schindler: Heilige und Patrone im Jahreslauf. Pattloch, München 2001
• Hiltgard L. Keller: Reclams Lexikon der Heiligen und der biblischen Gestalten. Reclam, Ditzingen 1984
• Malcolm Godwin: Engel - eine bedrohte Art. Zweitausendeins, Frankfurt 1990
• Alfons Rosenberg: Engel und Dämonen. Kösel, München 1986 - Dank an Oliver Humberg und seinen Buchverlag für den Hinweis und die Kopien
• http://www.bauernregeln.net/september.html
• http://www.clevelandart.org/Explore/departmentWork.asp?deptgroup=16&recNo=7&display=
• Anselm Grün: Jeder Mensch hat einen Engel. Herder Freiburg i. Br. 1999
• http://diepresse.com/home/panorama/welt/400895/index.do
• http://www.spiegel.de/reise/europa/0,1518,623435,00.html
• Lexikon für Theologie und Kirche, begr. von Michael Buchberger. Hrsg. von Walter Kasper, 3., völlig neu bearb. Aufl. Bd. 3. Herder, Freiburg im Breisgau 1995