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Ökumenisches Heiligenlexikon

Gabriel

Gedenktag katholisch: 29. September
Fest
Fest im Bistum Warszawa-Praga: 3. Oktober
Gedenktag III. Klasse      Im alten Messbuch entspricht die III. Klasse einem gebotenen Gedenktag. Grundsätzlich werden offiziell alle Klassen als „Feste” bezeichnet, da der Rang ja nicht durch das Wort „Fest”, sondern durch die Klasse gekennzeichnet wird.
Die Feste III. Klasse sind außerhalb der geprägten Zeiten (Advent, Weihnachtsoktav, Fastenzeit, Osteroktav) immer zu feiern, wenn sie nicht von einem Fest I. oder II. Klasse verdrängt werden. Innerhalb der geprägten Zeiten können sie in der Regel nur kommemoriert, aber nicht gefeiert werden.
24. März
in Rom im Collegio Gregoriano, seit 1632 vereinigt mit der Glaubenskongregation: 6. Mai
im Benediktinerorden: 7. Mai
Botschaft an die Dämonen, die mit den Töchtern der Menschen Verbindungen eingingen: 7. Juni

Gedenktag evangelisch: 29. September

Gedenktag anglikanisch: 29. September

Gedenktag orthodox: 26. März, 8. November
Erscheinung vor einem Mönch auf dem Athos: 11. Juni
Zusammenkunft: 13. Juli
bedacht in der Proskomidie      Die Proskomidie ist die Vorbereitung der Gaben Brot und Wein vor der Eucharistie in den Orthodoxen Kirchen

Gedenktag armenisch: 7. April, 13. Juli, 8. November
liturgische Feier am achten Samstag nach dem Kreuzerhöhungssonntag

Gedenktag koptisch: 26. März, 15. Dezember
Botschaft an die Dämonen, die mit den Töchtern der Menschen Verbindungen eingingen: 7. Juni
Weihe seiner Kirche beim Berg El-Nakloun im Fajjum: 20. Juni
Erbauung der Kirche in Danah und Erinnerung an seine wunderbaren Erscheinungen darin: 18. Dezember

Gedenktag syrisch-orthodox: 26. März, 6. Juni, 7. Juni, 13. Juli, 9. November

Name bedeutet: Gott ist mein Held (hebr.)

Erzengel


Fresko in der Georgios-Kirche in Arta in Griechenland
Fresko in der Georgios-Kirche in Arta in Griechenland

Der Erz-Engel Gabriel wird auch als weibliches Wesen vorgestellt, dann ist sie der Engel der Verkündigung, der Auferstehung und der Gnade. Im Alten TestamentWir verwenden den Begriff Altes Testament, wissend um seine Problematik, weil er gebräuchlich ist. Die hebräische Bibel, der „Tanach” - Akronym für „Torah” (Gesetz, die fünf Bücher Mose), „Nevi'im” (Propheten) und „Kethuvim” (Schriften) - hat aber natürlich ihre unwiderrufbare Bedeutung und Würde. richtete Gabriel den zu Boden gestürzten Daniel auf, erklärte ihm seine Geschichte und prophezeite ihm die Ankunft des Messias (Daniel 8, 16 und 9, 20 ff). Gabriel erschien Maria mit der frohen Botschaft von der bevorstehenden Geburt Jesu (Lukasevangelium 1, 26). Auch die Erscheinung eines Engels bei Zacharias im Tempel, der ihm die Geburt seines Sohnes Johannes des Täufers verkündete (Lukasevangelium 1, 11), die Engelsbotschaft an Joseph im Traum (Matthäusevangelium 1, 20) und bei den Hirten in Betlehem in der Heiligen Nacht (Lukasevangelium 2, 9) wird in der Überlieferung Gabriel zugeschrieben.

Die Volksüberlieferung kennt Gabriel als den, der die - dabei stets protestierende - Seele aus dem Paradies holt und während der neun Monate der Schwangerschaft erzieht. Das Motiv der Verheißung der Geburt eines göttlichen Kindes ist ein archetypisches Bild und findet sich in vielen Religionen. Bei der Reform des liturgischen Kalenders der katholischen Kirche wurde 1969 der Gedenktag vom 24. März auf den 29. September verlegt.

Griechische Ikone, 14. Jahrhundert
Griechische Ikone, 14. Jahrhundert

Gabriel wird manchmal als weiblicher Engel vorgestellt. Schon die Ankündigung der Geburt Jesu sei eine narzistische Kränkung der männlichen Menschheitshälfte, meint Pietro Bandini, und insgesamt sei es kein Wunder, dass Männer unerbittliche Feldzüge gegen Engelwelten und Engelglauben führen.

982 erschien der Überlieferung zufolge nahe von Karyes auf dem Athos dem Schüler eines dort lebenden Einsiedlers ein Fremder und teilte ihm vor der Ikone der Muttergottes folgende Worte mit: Es ist wahrhaft würdig, dich zu verkündigen, Mutter Gottes, ewig Glückselige und vollkommen Unbefleckte und Mutter unseres Gottes. Dann gravierte der Unbekannte die Hymne mit seinem Finger auf eine Steinplatte ein. Als der Einsiedler zu seinem Schüler zurückkehrte und die Gravierung auf der Steinplatte sah, erkannte er, dass der Fremde der Erzengel Gabriel gewesen war, informierte die anderen Mönche, den Patriarchen und den Kaiser, damit die Hymne in der ganzen orthodoxen Welt verbreitet werde; die Ikone wurde in die Kirche, das Protaton von Karyes gebracht und wird dort am 11. April verehrt.

Anselm Grün sieht die Funktion des Engels Gabriel als wichtig für jedes Menschenleben:

Wir müssen in unserem Leben immer wieder neu geboren werden. Eine Krise kann eine Chance zu einer Neugeburt sein. Die Mystiker haben das Bild von der Gottesgeburt im Menschen geliebt. Der geistliche Weg besteht darin, daß Gott in uns geboren wird. Wenn Gott in uns geboren wird, dann kommen wir in Berührung mit dem wahren und ursprünglichen Selbst, dann wird unser Leben heil und ganz. In unseren Krisenzeiten sollten wir Ausschau halten nach dem Engel Gabriel. Wir können mit ihm ins Gespräch kommen und ihn fragen, was er uns verheißt.

Anselm Grün: Jeder Mensch hat einen Engel. Herder, Freiburg 2001

Auch die Muslimen kennen den Erzengel Gabriel, der von ihnen auch als Heiliger Geist bezeichnet wird.

Attribute: Lilie
Patron des Fernmelde- und Nachrichtendienstes; der Boten, Postboten, Postbeamten und Briefmarkensammler; gegen eheliche Unfruchtbarkeit
Bauernregel (für den 24. März): Scheint auf Sankt Gabriel die Sonn', / hat der Bauer Freud' und Wonn'.

Catholic Encyclopedia

  Das wissenschaftliche Bibellexikon im Internet bietet in seinem Artikel über Gabriel umfassende und fundierte Informationen.





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Autor: Joachim Schäfer - zuletzt aktualisiert am 13.07.2019

Quellen:
• Hiltgard L. Keller: Reclams Lexikon der Heiligen und der biblischen Gestalten. Reclam, Ditzingen 1984
• Malcolm Godwin: Engel. Eine bedrohte Art. Frankfurt 1991
• http://www.echo-online.de/suedhessen/template_detail.php3?id=399447

korrekt zitieren: Joachim Schäfer: Artikel
Die Deutsche Nationalbibliothek verzeichnet das Ökumenische Heiligenlexikon in der Deutschen Nationalbibliografie; detaillierte bibliografische Daten sind im Internet über http://d-nb.info/1175439177 und http://d-nb.info/969828497 abrufbar.