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Ökumenisches Heiligenlexikon

Jeremia

Gedenktag katholisch: 1. Mai

Gedenktag evangelisch: 26. Juni (LCMS)

Gedenktag orthodox: 1. Mai

Gedenktag armenisch: 1. Mai
liturgische Feier am 2. Donnerstag nach dem Assumptionssonntag

Gedenktag koptisch: 30. April, 5. September

Gedenktag syrisch-orthodox: 1. Mai, 31. Mai

Name bedeutet: Gott richtet auf (hebr.)

Prophet, Märtyrer (?)
* um 650 v. Chr. in Anathoth, heute Anata bei Jerusalem in Israel
† 580 v. Chr. (?) in Ägypten


Michelangelo, Fresco, 1511, in der Sixtinischen Kapelle in Rom
Michelangelo, Fresco, 1511, in der Sixtinischen Kapelle in Rom

Jeremia, der schon im Mutterschoß Geheiligte, war der Sohn des Priesters Hilkias, dessen Vorfahren Oberpriester bei König == Salomo waren. Von Gott in einem dramatischen Akt zum Propheten berufen (Jeremia 1, 1 - 10), trat er um 627 v. Chr. in Jerusalem als unerschrockener Bußprediger, als religiöser und politischer Mahner in der Tradition des Nordreichpropheten Hosea auf. In den unruhigen und kriegerischen Zeiten wurde er ob seiner unerschrockenen Botschaften gegenüber den Königen und dem Volk gehasst, verstoßen, ins Gefängnis geworfen (Jeremia 32), ja das Ziel von Mordanschlägen (Jeremia 11, 21; 37, 11 - 38; 13). Jeremia verzweifelte, weil das Volk und seine Herrscher die Warnungen der der ersten Verschleppungen von 605 und des Falls Jerusalems 597 mit erneuten Deportationen der Oberschicht nicht verstanden und ernst nahmen, sondern weiterhin eine von der babylonischen Großmacht unabhängige und eigenständige Politik verfochten.

Jeremia wurde unter der ihm auferlegten Last gelegentlich schwach und wollte sein Wirken beenden, der Zuspruch Gottes gab ihm aber wieder Kraft zum Weitermachen (Jeremia 20, 7 - 18), nicht zuletzt auch auf Grund von ihm zuteil gewordenen Visionen vom künftigen Heil (Jeremia 31). Ab dem Jahr 605/604 diktierte Jeremia seine bisherigen Reden seinem Schreiber Baruch, um durch gelesenes Wort vielleicht zu erreichen, was dem mündlichen versagt blieb. Schutz und Unterstützung erhielt er durch die Familie des Kanzlers Schafan, die am Hof - letzlich erfolglos - für Reformen eintrat (Jeremia 26). Letztlich war das Unheil nicht abzuwenden, es kam zur Besetzung des Landes, Einäscherung der Stadt Jerusalem samt Palast und Tempel und zur Deportation der Oberschicht ins Exil durch die Babylonier im August 587; Jeremia deutet dies als das Strafhandeln Gottes und fordert auf, sich den Babyloniern und damit dem Willen Gottes zu ergeben (Jeremia 38, 17).

Rembrandt Harmensz van Rijn:  Jeremia beklagt die Zerstörung von Jerusalem, 1630, im Rijksmuseum in Amsterdam
Rembrandt Harmensz van Rijn: Jeremia beklagt die Zerstörung von Jerusalem, 1630, im Rijksmuseum in Amsterdam

Jeremia blieb im Land bei den wenigen Besitzlosen, die nicht verschleppt wurden. Den nach Babylon - dem heutigen Han-al-Mahawil - Verschleppten schreibt er, sie sollten nicht den falschen Propheten vertrauen, die einen baldigen Untergang Babylons und danach die Rückkehr in die Heimat ansagten, sondern sie sollten sich in der Fremde einrichten: sucht das Wohl der Stadt; die Rückkehr werde erst nach 70 Jahren erfolgen (Jeremia 29, 1 - 11). Nach einem Attentat gegen den babylonischen Statthalter flohen die zunächst Verbliebenen aus Angst vor Rache und gingen nach Ägypten; Jeremia wurde gezwungen mitzukommen (Jeremia 40 - 43). Aber auch dort bekehrten sich seine Volksgenossen nicht. Der Überlieferung nach wurde Jeremia von ihnen um das Jahr 580 gesteinigt.

Aufgeschrieben wurden die Botschaften Jeremias durch den Schreiber Baruch (Jeremia 32, 12). Traditionell wird das ganze Buch auf den Propheten zurückgeführt; die wissenschaftliche Forschung geht davon aus, dass nur ein Teil der Überlieferung vom Propheten selbst stammt, was nicht zuletzt dadurch belegt wird, dass es zwei verschieden umfangreiche Fassungen, eine griechisch, die andere hebräisch, gibt. Das Jeremia zugeschriebene Buch der Klagelieder nennt selbst keinen Verfasser; trotz stilistischer Ähnlichkeiten zwischen dem prophetischen Buch Jeremia und den Klageliedern und derselben Zeit der Niederschrift der Bücher kann Jeremia nicht als Verfasser der Klagelieder gelten.

Fresko, um 1120, Pinacoteca in den Vatikanischen Museen in Rom
Fresko, um 1120, Pinacoteca in den Vatikanischen Museen in Rom

Catholic Encyclopedia

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Autor: Joachim Schäfer - zuletzt aktualisiert am 22.08.2017

Quellen:

korrekt zitieren: Joachim Schäfer: Artikel
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