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Ökumenisches Heiligenlexikon

Gelasius I.

Gedenktag katholisch: 21. November
gebotener Gedenktag in Nordafrika: 11. Januar

Gedenktag orthodox: 21. November

Name bedeutet: der Lachende (griech.)

Papst
* in Rom (?) oder in Afrika (?)
† 21. November 496 in Rom


Buchmalerei aus dem Sakramentar von Karl dem Kahlen: Gelasius I. (links) mit Kaiser Karl dem Großen (Mitte) und Papst Gregor dem Großen, um 870, in der Bibliothèque Nationale de France in Paris
Buchmalerei aus dem Sakramentar von König Karl dem Kahlen: Gelasius I. (links) mit Kaiser Karl dem Großen (Mitte) und Papst Gregor dem Großen, um 870, in der Bibliothèque Nationale de France in Paris

Gelasius kam 483 in die Kanzlei von Papst Simplicius als Archidiakon und Schriftführer, unter seinem Nachfolger Felix II. und wurde er dessen wichtigster Ratgeber. Nachdem Ostgotenkönig Theoderich I. den Thron übernahm, pflegte er enge Beziehungen zum Herrscher. 492 übernahm er selbst das Amt des Papstes. Durch seine unnachgiebige Haltung im Schisma mit dem Patriarchen von Konstantinopel - dem heutigen Ístanbul -, als er die Streichung von Acacius aus dem Diptychon - dem Verzeichnis der Patriarchen, Bischöfe, Persönlichkeiten und von Wohltäter der Kirche - durchsetzte, verteidigte er die Unabhängigkeit der Kirche vom Kaiser und verlängerte damit die Kirchenspaltung, die erst 519 aufgehoben werden konnte. Er war einer der ersten Päpste, der mit der Zwei-Gewalten-Theorie die Parität von Papsttum und weltlicher Macht geltend machte, dies gegenüber Kaiser Anastasius I. nachdrücklich vertrat und so den Grund legte für die Machtstellung des mittelalterlichen Papsttums: Priester seien zwar in weltlichen Dingen an die Staatsverfassung gebunden, ihnen aber - als Spender der Sakramente - überlegen. Als Zweischwertertheorie wurde diese Haltung für das ganze Mittelalter maßgeblich.

Gelasius stellte zugleich die päpstliche Rechtsprechung über die allgemeinen Kirchenkonzile. uch die Fürsorge für Arme lag ihm am Herzen, er forderte den KlerusEin Kleriker ist in der orthodoxen, katholischen, anglikanischen und altkatholischen Kirche ein geweihter Amtsträger, der eine der drei Stufen des Weihesakraments - Diakon, Priester oder Bischof - empfangen hat. Im Unterschied zu den Klerikern bezeichnet man die anderen Gläubigen als Laien. Angehörige von Ordensgemeinschaften gelten, wenn sie nicht zu Priestern geweiht sind, als Laien und in der Orthodoxie als eigener geistlicher Stand. In den protestantischen Kirchen gibt es keine Unterscheidung von Klerus und Laien. auf, ein Viertel seiner Einkünfte an Bedürftige abzugeben.

Gelasius wird besonders für seine tatkräftigen Bemühungen um die Neuordnung der Messfeier gerühmt. Indem er die Verwendung von Brot und Wein beim Abendmahlsgottesdienst vorschrieb, trug er zur Vertreibung des Manichäismus aus der Kirche bei, denn dessen Anhänger tranken keinen Wein. Gelasius zählte zu den herausragendsten Autoren seiner Zeit, darunter eine Schrift gegen den Pelagianismus und vier Schriften gegen den Monophysitismus Viele seiner Briefe sind erhalten geblieben, traditionell wird er als Autor des so genannten Sacramentarium Leoninum betrachtet, einer Sammlung aus dem 6. Jahrhundert, die Messgebete der römischen Liturgie enthält. Ihm zugeschrieben wird auch eine Aufstellung der von der Kirche anerkannten und der verworfenen Schriften der Kirchengeschichte, das Decretum Gelasianum de recipiendis et non recipiendis libri, der Erlass des Gelasius über die aufzunehmenden und nicht aufzunehmenden Bücher - sie ist aber wohl erst im 6. Jahrhundert entstanden. Auch die ihm zugeschriebene Gebetssammlung Sacramentarium Gelasianum stammt aus dem 6./7. Jahrhundert.

Das Grab von Gelasius ist unbekannt.

Martyrologium Romanum Flori-Legium

Catholic Encyclopedia

  Schriften von Gelasius und seine Lebensgeschichte gibt es online zu lesen in den Documenta Catholica Omnia.

  Biographisch-Bibliographisches Kirchenlexikon





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Autor: Joachim Schäfer - zuletzt aktualisiert am 28.08.2017

Quellen:
• P. Ezechiel Britschgi: Name verpflichtet. Christiana, Stein am Rhein, 1985
• Hiltgard L. Keller: Reclams Lexikon der Heiligen und der biblischen Gestalten. Reclam, Ditzingen 1984
• http://www.beyars.com/kunstlexikon/lexikon_6618.html
• Lexikon für Theologie und Kirche, begr. von Michael Buchberger. Hrsg. von Walter Kasper, 3., völlig neu bearb. Aufl. Bd. 4. Herder, Freiburg im Breisgau 1995

korrekt zitieren: Joachim Schäfer: Artikel
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