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Ökumenisches Heiligenlexikon

Hegesippus

Gedenktag katholisch: 7. April

Gedenktag orthodox: 7. April

Name bedeutet: der Pferdelenker (griech.)

erster Kirchenhistoriker
* vor 130 in Jerusalem (?) in Israel
um 180 daselbst oder in Rom (?)


Der Jude Hegesippus bekehrte sich zum Christentum und wurde Mitglied der jungen Christengemeinde in Jerusalem. Ab 154 unternahm er eine Reise über Korinth nach Rom, um sich über die rechte Lehre des christlichen Glaubens zu vergewissern, denn er sah ihn durch Gnosis und Markionismus bedroht. Unterwegs und in Rom, wo er sich über 20 Jahre lang aufhielt, kam er mit vielen Bischöfen zusammen und erforschte die christliche Überlieferung von den Aposteln bis zu den Bischöfen der römischen Christengemeinde. Er verfasste eine Kirchengeschichte in fünf Büchern, die spätestens im 17. Jahrhundert verloren ging, aber in Teilen bei Eusebius von Cäsarea erhalten ist; dessen Kirchengeschichte basiert für die ersten Jahrzehnte des Christentums auf Hegesippus' Werk.

Hegesippus war offenbar ein Verteidiger des Judenchristentums in der Tradition von Jakobus, dem Bruder des Herrn und besonders interessiert am Schicksal der Verwandten Jesu. Seine Bischofsliste von Petrus bis Anicetus gilt als früheste Liste der Päpste wurde offenbar u. a. von Eusebius und Irenäus von Lyon übernommen. Hegesippus wurde damit zum Begründer der Idee der Apostolischen Sukzession die die rechte Lehre verbürgt; diese Liste ist jedoch in der Forschung stark umstritten.

Worte des Heiligen

Den Herrenbruder Jakobus schildert Hegesippus in Anlehnung an alttestamentlicheWir verwenden den Begriff Altes Testament, wissend um seine Problematik, weil er gebräuchlich ist. Die hebräische Bibel, der „Tanach” - Akronym für „Torah” (Gesetz, die fünf Bücher Mose), „Nevi'im” (Propheten) und „Kethuvim” (Schriften) - hat aber natürlich ihre unwiderrufbare Bedeutung und Würde. Vorbilder. Er beschreibt ihn wie folgt:

Die Kirche wurde übernommen von den Aposteln und Jakobus, dem Bruder des Herrn, der von den Zeiten des Herrn an bis auf unsere Tage allgemein der Gerechte genannt wurde; denn es gab noch viele, die den Namen Jakobus führten. Schon vom Mutterleib an war er heilig, Wein und geistige Getränke nahm er nicht zu sich, auch aß er kein Fleisch. Eine Schere berührte nie sein Haupt. Er salbte sich weder mit Öl, noch nahm er ein Bad. Jakobus allein war es gestattet, das Heiligtum zu betreten; denn er trug kein wollenes, sondern ein leinenes Gewand. Er pflegte allein in den Tempel zu gehen, und man fand ihn auf den Knien liegend und für das Volk um Verzeihung flehend. Seine Knie wurden hart wie die eines Kamels, da er ständig auf den Knien lag, um zu Gott zu beten und ihn um Verzeihung für sein Volk zu bitten. Wegen seiner hervorragenden Gerechtigkeit wurde er der Gerechte genannt.

Aufgrund der Predigt des Jakobus kamen viele zum Glauben an Jesus. Um zu verhindern, dass noch mehr Leute diesen Glauben annahmen, sollte Jakobus das von einer Tempelzinne aus unterbinden:
Sie gingen daher zu Jakobus und sagten zu ihm: Wir bitten dich, dem Volk Einhalt zu gebieten; denn es ließ sich von Jesus verführen, da es ihn für den Messias hält. Wir bitten dich: Kläre alle, die zum Osterfest gekommen sind, über Jesus auf! Dir schenken wir alle Vertrauen. Denn wir und das ganze Volk geben dir das Zeugnis, dass du gerecht und unparteiisch bist. Rede daher dem Volk zu, dass es sich nicht bezüglich der Person Jesu irreführen lasse! … Stell dich auf die Zinne des Tempels, damit du dort oben gesehen und deine Worte vom ganzen Volk leicht verstanden werden! Die Schriftgelehrten und Pharisäer führten nun Jakobus auf die Zinne des Tempels und riefen ihm zu: Gerechter, dem wir alle folgen wollen! Da das Volk sich von Jesus, dem Gekreuzigten, irreführen lässt, so tue uns kund, wer er ist!
Er antwortete mit lauter Stimme: Was fragt ihr mich über den Sohn des Menschen? Er thront im Himmel zur Rechten der großen Kraft und wird kommen auf den Wolken des Himmels. Als auf dieses Zeugnis des Jakobus hin viele voll Begeisterung in Lobpreisungen ausbrachen und riefen: Hosanna dem Sohn Davids!, da sprachen die Schriftgelehrten und Pharisäer zueinander: Wir haben ungeschickt gehandelt, da wir Jesus solches Zeugnis verursachten. Doch lasst uns hinaufsteigen und ihn hinabstürzen, damit sie aus Angst nicht an ihn glauben! … Sie stiegen nun hinauf und warfen den Gerechten hinunter. Und sie schrien einander zu: Lasset uns Jakobus, den Gerechten, steinigen! Und sie begannen, ihn zu steinigen; denn obwohl er hinabgestürzt worden war, war er noch nicht tot. Vielmehr richtete er sich auf und betete auf den Knien: Ich bitte dich, Herr, Gott und Vater, verzeihe ihnen, denn sie wissen nicht, was sie tun! Während sie ihn noch steinigten … nahm einer von ihnen, ein Walker, das Holz, womit er die Kleider presste, und schlug es auf den Kopf des Gerechten. So starb er des Martertodes. Man begrub ihn an derselben Stelle in der Nähe des Tempels. Noch jetzt ist sein Grabmal in der Nähe des Tempels.

Zitate von Hegesippus:

Hegesipp berichtet auch über die Anklage gegen die Enkel des Herrenbruders Judas unter Kaiser Domitian, der 81 bis 96 regierte:
Als man sie über Christus und über die Art, den Ort und die Zeit seines Reiches fragte, antworteten sie, dasselbe sei nicht von dieser Welt und dieser Erde, es sei vielmehr ein himmlisches und englisches Reich, das erst am Ende der Welt kommen werde, wenn Christus in Herrlichkeit erscheine, um die Lebenden und die Toten zu richten und jedem nach seiner Gesinnung zu vergelten. Daraufhin verurteilte sie Domitian nicht, sondern verachtete sie als gemeine Leute. Er setzte sie in Freiheit und befahl, die Verfolgung der Kirche einzustellen. Sie aber erhielten nach der Freilassung, da sie Bekenner und Verwandte des Herrn waren, führende Stellungen in der Kirche. Nachdem Frieden geworden war, lebten sie noch bis Trajan (Kaiser von 98 bis 117).

Als Erster berichtet Hegesipp über die Abfolge der Bischöfe von Rom:
In Rom verweilte ich bei Anicet, dessen Diakon Eleutherius war. Auf Anicet folgte Soter und auf diesen Eleutherus. In jeder Stadt, wo ein Bischof auf den anderen folgte, entsprach das kirchliche Leben der Lehre des Gesetzes, der Propheten und des Herrn.

zusammengestellt von Abt em. Dr. Emmeram Kränkl OSB,
Benediktinerabtei Schäftlarn,
für die Katholische SonntagsZeitung

Catholic Encyclopedia

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Autor: Joachim Schäfer - zuletzt aktualisiert am 29.08.2019

Quellen:
• Vollständiges Heiligen-Lexikon …, 2. Band: E-H. Herausgegeben von Johann Evangelist Stadler, B. Schmid'sche Verlagsbuchhandlung (A. Manz), Augsburg, 1861

korrekt zitieren: Joachim Schäfer: Artikel
Die Deutsche Nationalbibliothek verzeichnet das Ökumenische Heiligenlexikon in der Deutschen Nationalbibliografie; detaillierte bibliografische Daten sind im Internet über http://d-nb.info/1175439177 und http://d-nb.info/969828497 abrufbar.