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Ökumenisches Heiligenlexikon

Hripsime

auch: Ripsime, Rhipsime, Rhipsima
armenisch: Հռիփսիմէ

Gedenktag katholisch: 30. September

Gedenktag orthodox: 30. September

Gedenktag armenisch: 30. September, 5. Oktober
liturgische Feier am 2. Montag nach Pfingsten
Kreuzesreliquie von Varag, die von Hripsime und ihren Gefährtinnen dorthin gebracht wurde: 26. Februar
Erhebung der Gebeine und der ihrer Gefährtinnen durch Gregor den Erleuchter: 25. September

Gedenktag koptisch: 26. September
Übertragung der Gebeine: 2. Dezember

Gedenktag syrisch-orthodox: 26. September, 28. September
                                                      für Gaiana: 27. September

Name bedeutet: die Wegwerfende (griech.)

Jungfrau, Märtyrerin
* um 298 in Rom
† um 330 in Vałaršapat / Etschmiadsin in Armenien


Hripsimes Grab in der ihr geweihten Kirche in Etshmiadsin
Hripsimes Grab in der ihr geweihten Kirche in Etschmiadsin

Hripsime war der armenischen Überlieferung zufolge die Enkelin - oder Nichte - der Gattin des römischen Kaisers Claudius. Danach wurde sie im römischen Frauenkonvent der Gaiane erzogen und sei dann mit 70 weiteren Nonnen aus diesem Kloster geflüchtet, weil Kaiser Diokletian sie wegen ihrer Schönheit zur Frau haben wollte. Die 70 Jungfrauen besuchten die heiligen Stätten in Jerusalem und erhielten Reliquien des Kreuzes Christi; dort erschien ihr die Gottesmutter Maria und sandte sie nach Edessa - dem heutigen Sanlıurfa - und schließlich nach Armenien. Diese Kreuzesreliquie wurde der Überlieferung zufolge im Kloster Varagavank - heute Yedi Kilise in Bakraçlı bei Van - verwahrt.

Einige der Frauen blieben demnach am Berg Varag - dem heutigen Erek Dağı - beim später danach benannten Kloster Varagavank, 35 (oder 31) Frauen aber gingen mit Hripsime und Gaiane in die damalige armenische Hauptstadt Vałaršapat / Etschmiadsin. Auch der armenische König Trdat IV. versuchte nun vergeblich, Hripsime zu seiner Frau zu machen. Die sich Weigernde und ihre Gefährtinnen erlitten das Martyrium. Hripsime Martyrium war der Legende zufolge Auslöser für die Bekehrung von König Trdat durch Gregor den Erleuchter und damit die Christianisierung Armeniens.

Schon Ende des 4. Jahrhunderts verbreitete sich der Kult der Hripsime und ihrer Gefährtinnen. Im 7. Jahrhundert wurden beim Bau einer Kirche an der Stelle einer Märtyrerinnen-Gedenkstätte des 4. Jahrhunderts die Gebeine gefunden. Noch heute existieren in Armenien viele ihr geweihte Kirchen.

Die von Hripsime an den Van-See gebrachte Kreuzesreliquie ging zunächst verloren, wurde aber im 7. Jahrhundert wundersam wiedergefunden, deshalb entstand zunächst eine Einsiedelei, dann um 1015 durch Senekerim-Hovhannes, den König von Vaspurakan 1, das Kloster Varagavank, das später eines der reichsten und bekanntesten Klöster der Gegend wurde, in dem auch bis ins späten 19. Jahrhundertdie die armenischen Erzbischöfe von Van residierten; der Komplex bestand aus sieben Sakralgebäuden: einer schon 981 erbauten, Sophia geweihten Kirche, einer daran angebauten Johannes-Kirche, einer 1003 bis 1021 nach dem Vorbild der Hripsime-Kirche in Vałaršapat gebauten Kirche der Jungfrau Maria mit der der St.-Georgs-Halle, einer Kapelle der Versiegelung, der Heilig-Kreuz-Kirche und der Zions-Kirche, deshalb türkisch Yedi Kilise, sieben Kirchen. Bei einem Erdbeben 1648 gab es große Schäden; beim Einfall der Russen und Aufstand der Armenier 1915 wurden die Gebäude weitgehend zerstört, 2011 gab es weitere Schäden durch ein schweres Erdbeben.

Patronin der Armenier

1 Das Fürstentum Vaspurakan wurde nach 800 in der Gegend um Van gegründet. 908 wurde Vaspurakan Königreich. Die Einfälle der Türken ab 1018 führten 1021 zur Eingliederung Vaspurakans an das Byzantinische Reich, das die stärkste nichtmuslimische Kraft der Region war. Vaspurakan gilt als die Wurzel armenischer Kultur.





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Autor: Joachim Schäfer - zuletzt aktualisiert am 01.05.2018

Quellen:
• Ekkart Sauser. In: Friedrich-Wilhelm Bautz †, Traugott Bautz † (Hg.): Biographisch-Bibliographisches Kirchenlexikon, Bd. XIV, Herzberg 1998
• http://www.kenthaber.com/dogu-anadolu/van/merkez/Rehber/manastirlar/varagavank-yedi-kilise-manastiri-
• Lexikon für Theologie und Kirche, begr. von Michael Buchberger. Hrsg. von Walter Kasper, 3., völlig neu bearb. Aufl. Bd. 5. Herder, Freiburg im Breisgau 1996

korrekt zitieren: Joachim Schäfer: Artikel
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