Ökumenisches Heiligenlexikon

Johanna von Valois

Ordensname: Gabriele Maria
auch: von Frankreich
französischer Name: Jeanne, französischer Ordensname: Gabrielle Marie

Gedenktag katholisch: 4. Februar
Fest in der Ordensfamilie der Paulaner
nicht gebotener Gedenktag bei den Marianern von der Unbefleckten Empfängnis

Name bedeutet: Gott ist gnädig (hebr.)

Ordensgründerin
* 23. April 1464 in Nogent-le-Roy bei Paris in Frankreich
4. Februar 1505 in Bourges in Frankreich


Statue in der Nikolaus-Kirche in St-Nicolas-de-Port
Statue in der Nikolaus-Kirche in St-Nicolas-de-Port

Johanna von Valois war das vierte Kind von König Ludwig XI. dem Klugen von Frankreich und der Charlotte von Savoyen. Ihr Vater missachtete sie ob ihrer entstellenden Behinderung: sie hinkte und hatte eine Verkrümmung der Wirbelsäule. Im Alter von fünf Jahren wurde die als minderwertig Betrachtete vom Königshof entfernt und wuchs dann bei Verwandten im Berry auf. Sie entwickelte tiefe Spiritualität und meditierte über die Wundmale Christi. Im Alter von zwölf Jahren wurde sie zur Heirat mit ihrem 14-jährigen Vetter Ludwig von Orléans gezwungen. Sinn dieser Eheschließung war, zu verhindern, dass Nachkommen aus dem Haus Orléans dem Haus Valois die Herrschaft streitig machen würden, denn die verwachsene Johanna galt als gebärunfähig.

Nachdem Ludwig 1498 als Ludwig XII. aber doch König von Frankreich wurde, wurde Johanna von der Krönungsmesse in Reims ausgeschlossen. Umgehend beantragte ihr Mann bei Papst Alexander VI. die Annullierung der Ehe, nachdem er - entgegen der Aussage von Johanna - an Eides statt schwor, die Ehe sei während der 22 Jahre ihrer Dauer nie vollzogen worden. Im Dezember 1498 erfolgte die Nichtigkeitserklärung durch den Papst, Ludwig schob Johanna nach Bourges ab. Dort gründete sie 1500, unterstützt von Franz von Paola, den Orden der französischen Annunziatinnen - im Unterschied zu den italienischen auch rote Annunziatinnen genannt -, den Orden der Verkündigung (des Herrn) an die selige Jungfrau Maria, kurz OAnnM. Johanna hatte für ihn selbst die Regel verfasst, 1501 wurde er vom Papst bestätigt. 1503 legte Johanna die Gelübde ab, nahm den Ordensnamen Gabriela Maria an und lebte unter schwersten Kasteiungen. Wenig später starb sie im Ruf der Heiligkeit.

Trinkfläschchen mit Inschrift in niederländischer Sprache, benützt wohl von Annunziatinnen, 17. Jahrhundert
Trinkfläschchen mit Inschrift in niederländischer Sprache: Heilige Johanna, Königin von Frankreich und Gründerin des heiligen Ordens der lieben Frauen von der Annunziation. Bete für uns. Gewähre uns die Gefälligkeiten, um die wir dich bitten, insbesondere für Florecyn und Grainol. Benützt wohl von Annunziatinnen, 17. Jahrhundert

Johannas Gebeine wurden in Bourges beigesetzt und in der Reformation verbrannt.

2010 gab es noch sieben Klöster der roten Annuntiantinnen in Frankreich, davon eines in Belgien.

Kanonisation: Papst Benedikt XIV. sprach Johanna am 18. Juni 1742 selig, Papst Pius XII. sprach sie am 28. Mai 1950 heilig.
Patronin von Bourges

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Autor: Joachim Schäfer - zuletzt aktualisiert am 17.08.2021

Quellen:
• Vera Schauber, Hanns Michael Schindler: Heilige und Patrone im Jahreslauf. Pattloch, München 2001
• Lexikon für Theologie und Kirche, begr. von Michael Buchberger. Hrsg. von Walter Kasper, 3., völlig neu bearb. Aufl. Bd. 5. Herder, Freiburg im Breisgau 1996
• https://www.die-tagespost.de/kirche-aktuell/aktuell/die-heilige-johanna-von-valois-widerwillen-aus-der-ehe-entlassen;art4874,215671

korrekt zitieren: Joachim Schäfer: Artikel
Die Deutsche Nationalbibliothek verzeichnet das Ökumenische Heiligenlexikon in der Deutschen Nationalbibliografie; detaillierte bibliografische Daten sind im Internet über http://d-nb.info/1175439177 und http://d-nb.info/969828497 abrufbar.


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