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Ökumenisches Heiligenlexikon

Franz von Paola

deutsch: von Paula
italienischer Name: Francesco d'Alessios


Franz' Eltern hatten befürchtet, keine Kinder haben zu können; als aber ihr Gesuch an Franziskus von Assisi um Fürbitte mit einer Schwangerschaft endete, versprachen die dankbaren Eltern, ihr Kind nach diesem Heiligen zu benennen; als der kleine Junge schwer erkrankte, versprachen die Eltern, im Falle einer Heilung solle er ein Jahr lang die Franziskanerkutte tragen.

Statue im Museum der Kathedrale in Gerace
Statue im Museum der Kathedrale in Gerace

Mit dreizehn Jahren ließ Franz sich als Oblat im Franziskanerkloster in San Marco Argentano aufnehmen und fiel dort bald durch seine Frömmigkeit, seine asketischen Neigungen, seinen Gehorsam und durch kleine Wundertaten auf. Mit Fünfzehn verließ er das Kloster, um als Einsiedler in einer Felsengrotte nahe seines Heimatortes Paola zu leben. Bald schon wurde seine Höhle zu einem Ort, wo viele Menschen Rat und Hilfe suchten; andere kamen, um ebenso wie Franz zu leben. 1454 errichtete er ein Kloster für sich und seine Gefährten, die Eremiten des heiligen Franz von Assisi; beim Bau soll er mit vielen Wundern geholfen haben.

Franz wurde mit diesem Kloster der Gründer des Ordo fratrum minimorum, des Ordens der mindersten Brüder, auch Paulanerorden genannt. Franz legte eine verschärfte Franziskanerregel zugrunde, der ein viertes Gelübde hinzugefügt wurde: der Genuss von Fleisch und jeglichen Tierprodukten wie Eier, Fett, Butter, Käse und Milch war untersagt; auch strengste Kasteiungen und Schweigevorschriften gehörten zur Lebensweise. Papst Sixtus IV. bestätigte 1474 den Orden und ernannte Franz zum Generalsuperior. 1493 wurde die Ordensregel schriftlich fixiert. Papst Alexander VI. bestätigte 1503 den Orden endgültig, verlieh ihm die Privilegien der Bettelorden und gab ihm die Bezeichnung Minimi, weil sie noch bescheidener lebten als die franziskanischen Minoriten. Die Zahl der Niederlassungen wuchs trotz - oder wegen - der Strenge der Vorschriften, auch in Deutschland gründete Franz Niederlassungen.

Zahlreiche Heilungen und Totenerweckungen werden Franz zugeschrieben, glühende Kohlen soll er ohne Schaden in der Hand gehalten, auf seinem Mantel stehend die Meerenge von Messina durchfahren haben. 1482 wurde er zu König Ludwig XI. von Frankreich nach Plessis-les-Tours gerufen, damit er diesen von schwerer Krankheit heile. Unterwegs machte er Station in Fréjus und befreite lokaler Tradition zufolge die Stadt von der Pest. Am Ziel angekommen, teilte Franz der Überlieferung nach dem oft grausam herrschenden König mit, dass er ihn nicht von seiner Krankheit befreien könne, ihn aber auf einen christlichen Tod vorbereiten wolle - ein Angebot, das der König tatsächlich akzeptierte; der König starb 1483 in seinen Armen. Franz behielt auch am königlichen Hof seinen asketischen Lebensstil bei und vermochte nicht zuletzt deswegen Frieden vermittelnd zu wirken und im Sinne von Kirche und Papst Sixtus IV. Einfluss auf Ludwig XI. und dann auf seine Nachfolger Karl VIII. und Ludwig XI. auszuüben. Karl VIII. ermöglichte Franz den Bau von zwei Klöstern in Frankreich: in Plessis-lès-Tours und in Amboise.

Gaetano Gandolfi: Maria mit Andreas (links), Antonius von Padua (ganz rechts) und Franz, um 1793, im Dom in Spoleto
Gaetano Gandolfi: Maria mit Andreas (links), Antonius von Padua (ganz rechts) und Franz, um 1793, im Dom in Spoleto

1495 gründete Franz in Andújar in Spanien den weiblichen Zweiten Orden, die Minimitinnen, die mindeste Schwestern, der heute nicht mehr besteht. Der von ihm gestiftete Dritte Orden für Laien beiderlei Geschlechts blieb unbedeutend.

In dem für Franz von König Karl VIII. erbauten Kloster in Plessis-les-Tours starb er nach einem Leben in strengster Askese mit 91 Jahren. Beim Tod seines Gründers hatte der Orden fünf Provinzen in Italien, Frankreich, Spanien und Deutschland. Von den Calvinisten wurden Franz' Gebeine in der Reformationszeit verbrannt.

Papst Pius IV. bestätigte 1560 die Ordensregel endgültig. Die größte Ausdehnung erlebte der Orden im 16. Jahrhundert mit 450 Klöstern. 1963 ernannte Papst Johannes XXIII. Franz zum Patron von Kalabrien.

Kanonisation: Das Verfahren zur Heiligsprechung wurde schon 1512 eingeleitet, am 9. Juli 1513 wurde Franz durch Papst Leo X. seliggesprochen; erst nach Abschluss des Konkordats mit Frankreich 1517 erfolgte am 1. Mai 1519 die Heiligsprechung, ebenfalls durch Papst Leo X.
Patron von Kalabrien; der Einsiedler, Leidenden und Seeleute; für Nachkommenschaft; gegen Pest

Bilder aus dem Santuario Franz von Paola


Stadlers Vollständiges Heiligenlexikon

Catholic Encyclopedia


Web 3.0 - Leserkommentare:

Hallo,
Franz von Paola heißt eingedeutscht auch Franz von Paula. Die Paulaner-Brauerei in München hat den Namen vom Orden der Paulaner. Auf diese Paulaner-Brüder geht das Starkbier zurück, der Salvator. Mit diesem Starkbier haben die Mönche seinerzeit den Namenstag ihres Ordensgründers, eben Franz von Paola, am 2. April gefeiert.
Der Beginn der Starkbierzeit in München (Nockerberg etc.) hat damit indirekt etwas zu tun.
Genaues müssen sie selber rausfinden. Betreiben sie mal ordentliche Recherche! (das Heilgenlexikon ist ziemlich oberflächlich. Mehr Klasse statt Masse!)
Gruß

L. Albrecht über E-Mail, 29. Februar 2010





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Autor: Joachim Schäfer - zuletzt aktualisiert am 08.07.2018

Quellen:
• Vera Schauber, Hanns Michael Schindler: Heilige und Patrone im Jahreslauf. Pattloch, München 2001
• Erhard Gorys: Lexikon der Heiligen. dtv, München 1997
• Hiltgard L. Keller: Reclams Lexikon der Heiligen und der biblischen Gestalten. Reclam, Ditzingen 1984
• http://www.nga.gov/cgi-bin/pimage?215+0+4
• Charlotte Bretscher-Gisinger, Thomas Meier (Hg.): Lexikon des Mittelalters. CD-ROM-Ausgabe J.B. Metzler, Stuttgart / Weimar 2000
• Friedrich-Wilhelm Bautz. In: Friedrich-Wilhelm Bautz (Hg.): Biographisch-Bibliographisches Kirchenlexikon, Bd. II, Hamm 1990
• Lexikon für Theologie und Kirche, begr. von Michael Buchberger. Hrsg. von Walter Kasper, 3., völlig neu bearb. Aufl. Bd. 4. Herder, Freiburg im Breisgau 1995

korrekt zitieren: Joachim Schäfer: Artikel
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