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Ökumenisches Heiligenlexikon

Johannes Fisher

englischer Vorname: John

Gedenktag katholisch: 22. Juni
nicht gebotener Gedenktag
Fest in England
gebotener Gedenktag in Wales

Gedenktag anglikanisch: 6. Juli

Name bedeutet: Gott ist gnädig (hebr.)

Bischof von Rochester, Kardinal, Märtyrer
* 1469 in Beverley in Yorkshire in England
† 22. Juni 1535 in London in England


Hans Holbein der Jüngere: Authentisches Portait, in der Sammlung Windsor Castle in London
Hans Holbein der Jüngere: Authentisches Portait, in der Sammlung Windsor Castle in London

John Fisher studierte ab 1483 in Cambridge und wurde um 1491 zum Priester geweiht; 1501 wurde er zum Doktor der Theologie promoviert und Vizekanzler der Universität, 1502 Professor, 1504 erfolgte seine Ernennung zum Kanzler, 1514 seine Wiederwahl auf Lebenszeit. Er trieb den Ausbau der Universität voran. Als Beichtvater der Mutter von König Heinrich VIII. bewog er diese zur Stiftung eines theologischen Lehrstuhls und zur Gründung des Christ's College 1505 und des St John's College 1511. Als führender Humanist seines Landes rief er 1511 zur Reform der Universität Erasmus von Rotterdam nach Cambridge, er hatte auch Kontakte mit dem deutschen Humanisten Johannes Reuchlin. Ab 1516 förderte er das Studium der biblischen Sprachen.

1504 wurde John Fisher auch zum Bischof von Rochester geweiht; das Amt übte er mit großem persönlichem Einsatz aus, sorgte v. a. für Reformen der Predigt und des KlerusEin Kleriker ist in der orthodoxen, katholischen, anglikanischen und altkatholischen Kirche ein geweihter Amtsträger, der eine der drei Stufen des Weihesakraments - Diakon, Priester oder Bischof - empfangen hat. Im Unterschied zu den Klerikern bezeichnet man die anderen Gläubigen als Laien. Angehörige von Ordensgemeinschaften gelten, wenn sie nicht zu Priestern geweiht sind, als Laien und in der Orthodoxie als eigener geistlicher Stand. In den protestantischen Kirchen gibt es keine Unterscheidung von Klerus und Laien.. Die sich ausbreitende Reformation verurteilte er scharf und verfasste mehrere Schriften gegen Martin Luther, so 1523 Assertionis Lutheranae Confutation, Befreiung von der lutherischen Verwirrung, 1525 Sacri Sacerdotii Defensio, Verteidigung der heiligen Priesteramtes, 1527 De Veritate Corporis et Sanguinis Christi in EucharistiaDie Eucharistie - von griechisch „ευχαριστειν, Dank sagen” - vergegenwärtigt das heilvolle Sterben Jesu Christi. Die Römisch-Katholische, die Orthodoxe und die Anglikanische Kirche nennen diese Mahlfeier im Anschluss an 1. Korintherbrief 11, 24 Eucharistie, die Evangelischen Kirchen sprechen von „Abendmahl” im Anschluss an Markusevangelium 14, 17 und 1. Korintherbrief 11, 23., Über den wahren Leib und das wahre Blut Christi in der Eucharistie. Diese stark auf die Bibel bezogenen Werke wurden beim Konzil von Trient oft ausgewertet und bildeten eine Grundlage seiner Beschlüsse.

Schüler von Hans Holbein dem Jüngeren: Kolorierte Fassung des authentischen Portaits
Schüler von Hans Holbein dem Jüngeren: Kolorierte Fassung des authentischen Portaits

Als Beichtvater Katharinas von Aragon, der Ehefrau Heinrichs VIII., erhob er 1527 Einspruch gegen die Ehescheidung des englischen Königs. Nachdem sich Fisher 1534 weigerte, den Eid auf die Ungültigkeitserklärung der bestehenden Ehe des König zu leisten und im selben Jahr gemeinsam mit dem englischen Staatsmann Thomas Morus das vom Parlament beschlossene königliche Supremat, das den König zum Oberhaupt der englischen Kirche erklärte, nicht anerkannte und den Suprematseid nicht leistete, wurden beide durch Heinrich VIII. im Tower von London eingekerkert. Im Mai 1535 ernannte Papst Paul III. Fisher zum Kardinal. Dennoch begann einen Monat danach das Verfahren gegen Fisher, der des Hochverrats für schuldig befunden und - gnadenhalber aus Altersgründen nur - enthauptet wurde.

Kanonisation: John Fisher wurde 1886 durch Papst Leo XIII. zusammen mit Thomas Morus seliggesprochen; am 19. Mai 1935 sprach Papst Pius XI. die beiden Märtyrer heilig.

Catholic Encyclopedia

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Autor: Joachim Schäfer - zuletzt aktualisiert am 07.07.2016
korrekt zitieren:
Joachim Schäfer: Artikel
Die Deutsche Nationalbibliothek verzeichnet das Ökumenische Heiligenlexikon in der Deutschen Nationalbibliografie; detaillierte bibliografische Daten sind im Internet über http://d-nb.info/969828497 abrufbar.

Quellen:
• Vera Schauber, Hanns Michael Schindler: Heilige und Patrone im Jahreslauf. Pattloch, München 2001
• Lexikon für Theologie und Kirche, begr. von Michael Buchberger. Hrsg. von Walter Kasper, 3., völlig neu bearb. Aufl. Bd. 5. Herder, Freiburg im Breisgau 1996