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Ökumenisches Heiligenlexikon

Leonhard von Porto Maurizio

Taufname: Paolo Girolamo Casanuova

Gedenktag katholisch: 26. November
gebotener Gedenktag im Orden der Franziskaner-Observanten und im Kapuzinerorden
nicht gebotener Gedenktag im Erzbistum Bologna und bei den Franziskaner-Tertiaren
Messe an einigen Orten: 25. November, Todestag: 26. November

Name bedeutet: L: der wie ein Löwe Starke (latein. - althochdt.)
oder:
der für das Volk Starke (althochdt.)

Ordensmann, Priester, Glaubensbote in Italien
* 20. Dezember 1676 in Porto Maurizio, heute der Stadtteil Oneglia in Imperia in Italien
† 26. November 1751 in Rom


Paul Hieronymus Casanuova wurde von seinem Vater, einem Seemann, zum Studium nach Rom gesandt, wo er bei einem Onkel unterkommen und Literatur und Philosophie bei den Jesuiten am Collegio Romano studieren sollte. Sein Onkel wollte aber, dass er Arzt werde; es kam zu Auseinandersetzungen und zum Bruch. Paolo zog zu einem anderen Verwandten, der erlaubte ihm das Studium der Medizin und Philosophie bei den Franziskanern im Konvent an San Bonaventura auf dem Palatin in Rom.

Konvent San Bonaventura auf dem Palatin in Rom
Konvent San Bonaventura auf dem Palatin in Rom

1697 wurde Paul Hieronymus Mitglied des Reformzweiges der Riformella im Franziskanerorden mit dem Ordensnamen Leonardo; 1702 wurde er zum Priester geweiht. Er wollte Missionar in Übersee werden, aber ein Lungenleiden machte dies zunichte. So wirkte er zunächst als Priester in seiner Heimatregion um Genua, dann zog er fast 40 Jahre lang als Volksmissionar durch Norditalien und v. a. durch die Toskana; er predigte täglich, in für jedermann verständlichen Worten und mit barocker Bildsprache, mit Prozessionen und Leidenswerkzeugen, mit Geißelungen und Predigten über die letzten Dinge. Den letzten Medicisediente er als Ratgeber. 1715 gründete er das Kloster Santa Maria all'Incontro in Bagno a Ripoli bei Florenz.

1736 kehrte Leonhard nach Rom ins Kloster San Bonaventura zurück und wirkte als Prediger am Hafen von Civitavecchia. Seine Hörer waren Soldaten, Seeleute, Gefangene. Weiter ging es nach Umbrien, Genua und in die Marken. Es kamen so viele Leute zu seinen Predigten, dass er im Freien auftreten musste. Besonders am Herzen lag ihm die Marienverehrung und die Verbreitung des Gedankens von deren Unbefleckter Empfängnis. Sein anderer Schwerpunkt war das Bedenken des Leidensweges Christi; er predigte über die Kreuzwegstationen, machte die Kreuzweg-Andacht in ihrer heutigen Form mit der Andacht an 14 Stationen im Volk beliebt und richtete 576 Kreuzwege in Italien ein. Auch die Verbreitung der Verehrung des Namens Jesu und des Herzens Jesu war ihm wichtig. Im Beichtstuhl und in seinen Briefen forderte er präzise praktische Exerzitien und völlige Hingabe an Gott.

Totenmaske, aufbewahrt im Kloster S. Bonaventura auf dem Palatin in Rom
Totenmaske, aufbewahrt im Kloster San Bonaventura auf dem Palatin in Rom

Trotz aller Arbeit fand Leonhard Zeit für die geistliche Begleitung von Persönlichkeiten wie der Clementina Sobieska, der Gattin des späteren Königs Jakob III. von England. 1744 schickte Papst Benedikt XIV. - der auch bei ihm beichtete - den Volksmissionar nach Korsika. Dort fehlte es an Glauben und Ordnung, die Blutrache zerrüttete die Insel. Leonhard wurde angefeindet, harrte aber trotz aller Widerstände und Misserfolge aus. Nach sechs Monaten, müde und krank, kehrte er nach Rom zurück. Dort erholte er sich. Eine große Freude war es ihm, als Papst Benedikt XIV. 1750 die Errichtung von Kreuzwegstationen im Kolosseum in Rom erlaubte, diese selbst segnete und mit Ablässen bedachte. Insgesamt hielt Leonhard 343 Volksmissionen ab und wird ob seines erfolgreichen Wirkens auch als Apostel Italiens bezeichnet.

Leonhards Gebeine liegen in der Kirche San Bonaventura al Palatino.

Kanonisation: Leonhard wurde am 19. Juni 1796 durch Papst Pius VI. selig- und am 29. Juni 1867 durch Papst Pius IX. heiliggesprochen; 1927 wurde er von Papst Pius XI. zum Patron der Volksmissionare ernannt.
Patron der Volksmissionare

1 Das Kolosseum wurde durch Papst Benedikt XIV. allen Märtyrern geweiht, da man dachte, dass bei den Schaukämpfen hier auch Christen getötet wurden, das Kolosseum wurde Wallfahrtsort; inzwischen hat sich diese Annahme als legendär herausgestellt, gleichwohl behielt der Ort seinen symbolische Bedeutung; am Karfreitag besucht der Papst bis heute das Kolosseum.

Worte des Heiligen

Leonhard nennt mehrere Quellen für die innere Unruhe des Menschen:
Die erste Quelle ist: die Neugierde, zu wissen, was euch in keiner Weise angeht, und euch in das Leben und die Taten des Nächsten zu mischen, sowie die Sucht zu kritisieren, was gut oder böse ist. Macht euch frei von dieser Sorge und sagt: Was geht das mich an? Bin ich als Richter über die Handlungen anderer gesetzt. Habe ich etwa darüber Rechenschaft zu geben?
Die zweite Quelle ist: zu viel zu sprechen, besonders über die Vorgesetzten und diejenigen, die über euch stehen, oder gar Hass und Parteilichkeit gegen sie zu nähren. …
Die dritte Ursache ist: sich für mehr zu halten als andere und zumal hochmütig und anmaßend zu sein. Haltet euch vielmehr für den Letzten von allen, für den Unfähigsten und Ungeschicktesten! … Durch die Demut erlangt man alles von Gott und von den Menschen. … Wenn ihr euer Verhalten so einrichtet, dann wird euer Herz immer ruhig und zufrieden sein; ihr werdet gegen Sturm und Wetter geschützt sein. …
Eine andere Klippe, an welcher eine Seele scheitern kann, und zwar sogar die schlimmste von allen, weil sie ihr nicht bloß die Freude und den inneren Frieden raubt, sondern auch von der Art ist, dass sie dieselbe ganz verwirrt und immer in Unruhe hält, ist die Sünde. … Wer folglich nach dem wahren Frieden mit sich selbst und mit Gott strebt und seine reichen und kostbaren Früchte ernten will, der muss sich von der Sünde fernhalten.


Als Mittel, die innere Ruhe und den Frieden des Herzens zu bewahren, nennt Leonhard folgende:
Das erste und Hauptmittel besteht darin, dass man sich eine richtige und vernünftige Vorstellung von unserem gebrechlichen Zustand macht; wir sind jeder Art von Zufällen des Unglücks und Elends ausgesetzt, welche kraft der Anordnung der göttlichen Vorsehung die Hinfälligkeit unseres Wesens vom ersten Augenblick seines Daseins an mit sich bringt. …
Das zweite Mittel, das sehr dazu geeignet ist, euch den inneren Frieden erwerben zu helfen, besteht darin: die zeitlichen und irdischen Dinge gering zu achten, sie neben den Gütern und Übeln des anderen Lebens für nichts zu halten, die Reichtümer als eine Sache anzusehen, die eurer Sorgen nicht würdig sind, und gleichmütig zu bleiben, wenn ihr ein Ereignis statt eines anderen euch mehr erwünschten eintreten seht. Es ist unleugbar, dass, wenn ihr euch daran gewöhnt, die Dinge so anzusehen, nichts, was auch immer euch treffen mag, Gutes oder Übles, die Heiterkeit eurer Seel zu trüben vermag. …
Eine dritte Regel, welche euch den inneren Frieden wird erwerben helfen können: Ihr müsst es euch zum unwandelbaren Grundsatz in all euren Plänen und Unternehmungen machen, nie vorauszusetzen, dass euch alles leicht und nach euren Wünschen gelingen wird, sondern vielmehr gefasst zu sein, die Dinge die schlimmste Wendung nehmen zu sehen. In dieser Voraussicht bereitet euer Herz auf alle Schwierigkeiten und alle die Hindernisse vor, welche eure Absichten auf tausend Arten durchkreuzen können, und bestärkt euch in einem solchen Zustand der Gleichgültigkeit, dass, wie auch der Ausgang sein mag, glücklich oder unglücklich, nichts die Heiterkeit eurer Seele, weder innerlich noch äußerlich, zu trüben vermag.

Quelle: Leonard da Porto Maurizio: Geistliche Übungen, 1. Teil, Regensburg 1890, S. 268 - 275

Zitate von Leonhard von Porto Maurizio:

Sehr hier einen Gott, der seine Lehrkanzel an einem Kreuz errichtet, und mit all seinen Wunden wie mit ebenso vielen Zungen heute ein Gesetz der Liebe verkündet und laut ausruft: Ich aber sage euch, liebt [einander]!

Wenn wir uns das bitterste Leiden Christi lebendig vor die Augen unseres Geistes halten, so als wäre es in Tafeln eingraviert, können wir, kraft der Erleuchtung durch ein so intensives Licht, nicht umhin, die Armseligkeiten und Schwächen unseres Lebens zu verabscheuen; aber noch vielmehr werden wir uns hingerissen fühlen, mit großer Liebe auf die Liebe Christi zu antworten, und freudig die unvermeidlichen Widrigkeiten ds Lebens hinzunehmen.

Bei allen, deren Gedanken sich beim Beten des Kreuzweges fromm mit dem Leiden und der Liebe Christi befassen, vermehrt es die Früchte der Tugend. Welch heilsame Erleuchtungen des Geistes, welch aufrichtige Betrübnis des Herzens! Welch unerschütterliche Festigkeit erweckt die unablässige Erwägung des Leidens Christi! Täglich mache ich die Erfahrung, dass durch diese Gebetsform die Sitten der Menschen sich in kürzester Zeit zum Bessern wandeln. Der Kreuzweg ist ein Gegengift gegen die Laster, Heilung von den unbändigen Lüsten, ein unwiderstehlicher Anreiz zur Tugend und zu einem heiligen Leben.

Erbitte ständig die [Hilfe der] heiligsten Jungfrau für die Seelen im Fegfeuer. Die Madonna erhört dein Gebet, [in dem du sie bittest] sie zum Thron Gottes zu tragen und die Seelen, für die du bittest, unverzüglich zu befreien.

Quelle: Leonard da Porto Maurizio: Geistliche Übungen, 1. Teil, Regensburg 1890, S. 252 - 259

zusammengestellt von Abt em. Dr. Emmeram Kränkl OSB,
Benediktinerabtei Schäftlarn,
für die Katholische SonntagsZeitung

Catholic Encyclopedia

Das Kolosseum kann täglich ab 8.30 Uhr besucht werden, die Schließung erfolgt von April bis September um 19 Uhr, sonst früher je nach Einbruch der Dunkelheit, der Eintritt beträgt - einschließlich Besuch des Ausgrabungsgeländes, das seinen Namen nach dem Forum Romanum hat - 12 € und kann teilweise nur mit Bank- oder Kreditkarte bezahlt werden. (2017)





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Autor: Joachim Schäfer - zuletzt aktualisiert am 04.12.2019

Quellen:
• Vera Schauber, Hanns Michael Schindler: Heilige und Patrone im Jahreslauf. Pattloch, München 2001
• Kapuzinerbuder Martin Steger, Antoniusblatt 11/2009, Meran
• Lexikon für Theologie und Kirche, begr. von Michael Buchberger. Hrsg. von Walter Kasper, 3., völlig neu bearb. Aufl., Bd. 6. Herder, Freiburg im Breisgau 1997
• Paul Duclos. In: Friedrich-Wilhelm Bautz †, Traugott Bautz † (Hg.): Biographisch-Bibliographisches Kirchenlexikon, Bd. IV, Herzberg 1992

korrekt zitieren: Joachim Schäfer: Artikel
Die Deutsche Nationalbibliothek verzeichnet das Ökumenische Heiligenlexikon in der Deutschen Nationalbibliografie; detaillierte bibliografische Daten sind im Internet über http://d-nb.info/1175439177 und http://d-nb.info/969828497 abrufbar.