Ökumenisches Heiligenlexikon

Leopardinus von Saint-Symphorien

Gedenktag katholisch: 7. Oktober

Name bedeutet: der mutige Freund (althochdt.)

Priester (?), Einsiedler, Abt in Viviers, Märtyrer
* in der Auvergne in Frankreich
7. Oktober 533 (?) bei Aubigny bei Moulins in Frankreich


Leopardinus war nach unsicherer Überlieferung ein Bruder von Portianus aus der Auvergne. Wie dieser diente er als Sklave eines reichen Mannes und besuchte so oft wie möglich das nahe Kloster Miranda im heute nach Portianus benannten St-Pourçain-sur-Sioule, wo er vom Abt - vielleicht schon damals sein Bruder - als Mönch aufgenommen wurde. Nach einiger Zeit ging er zum Bischof von Bourges 1, der ihn wohl zum Priester weihte. Dann suchte er wieder das Kloster Miranda auf und ging von dort als Einsiedler an eine Viviers genannte Stelle - aus ihr wuchs dann das Kloster Viviers, heute das Landgut Le Puy in Tercillat bei Guéret -; dort gab es ein Symphorianus von Autun geweihtes Oratorium, das dem Fürsten Ardeus gehörte, der es Leopardinus schnkte.

Die Legende erzählt dann weiter, dass Fürst Ardeus dem aus Leopardinus' Einsiedelei gewachsenen Kloster Viviers viele Wohltaten erwies, was aber dessen Frau Blitiidis / Bichildis missfiel. Sie bezahlte einen Mann namens Placidus, dem Leopardinus schon viele Wohltaten erwiesen hatte, der aber zum Verräter wurde: als Leopardinus ins benachbarte Kloster Colombier reiste, sagte Placidus Blitiidis Bescheid und diese beauftragte vier Diener, Leopardinus auf der Rückreise zu überfallen. Sie ließen den anscheinend Toten liegen, mussten aber plötzlich erkennen, dass der Überfallene ihnen gesund und heiter folgte. Deshalb wollten sie ihn nun mit dem Schwert zu töten, aber plötzlich ergriff sie eine solche Furcht, dass sie in den Wald flohen; als sie das ihrer Herrin erzählten, ließ diese sie auspeitschen. Als dann Leopardinus zu einer gelähmten Frau nach Nevers gerufen wurde, betete er zuerst für sie und machte sich dann auf die Reise, nachdem er den Seinigen seinen nahen Tod vorher verkündet und alles in Ordnung gebracht hatte. Als er bei der Frau ankam, zeigte sich, dass sie schon während seines Gebetes geheilt worden war. Als Leopardinus auf dem Rückweg bei Aubigny den Fluss Allier überquerte, sah er schon von Ferne seine Mörder, die ihn ergriffen, in den Wald schleppten, grausam schlugen und dann durch Enthauptung töteten.

Die Überltäter warfen Leopardinus' Leichnam in eine tiefe Grube, über der dann ein ungewöhnliches Licht aufleuchtete. Deshalb ließ Blitiidis ihn in einen tiefen See werfen, wo er dann dereinst deren Mann, dem Fürsten Ardeus, im Licht erschien. Deshalb ließ Blitiidis seinen Leib in eine Tonne verpacken und mit Steinen beschwert in den Fluss Allier werfen, woraufhin sie eines plötzlichen Todes starb.

Leopardinus' sterbliche Überreste wurden auf wunderbare Weise entdeckt und in der Kirche des damaligen Klosters Viviers feierlich bestattet, wobei wieder viele Wunder geschahen.

Kanonisation: 1040 wurden Leopardinus' Gebeine durch Erzbischof Aymo von Bourges erhoben, was die Heiligsprechung bedeutete.

1 Die Überlieferung nennt dafür Sulpicius II. von Bourges, was aber zeitlich nicht passt; die Bollandisten schlagen deshalb == Simplicius vor, der das Amt 469/470 innehatte.





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Autor: Joachim Schäfer - zuletzt aktualisiert am 20.10.2020

Quellen:
• Vollständiges Heiligen-Lexikon …, 3. Band: [I]K-L. Herausgegeben von Johann Evangelist Stadler, B. Schmid'sche Verlagsbuchhandlung (A. Manz), Augsburg, 1869
• https://fr.wikipedia.org/wiki/Tercillat
• https://fr.wikipedia.org/wiki/Ch%C3%A2teau_du_Puy_%28Tercillat%29

korrekt zitieren: Joachim Schäfer: Artikel
Die Deutsche Nationalbibliothek verzeichnet das Ökumenische Heiligenlexikon in der Deutschen Nationalbibliografie; detaillierte bibliografische Daten sind im Internet über http://d-nb.info/1175439177 und http://d-nb.info/969828497 abrufbar.








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