Ökumenisches Heiligenlexikon

Lupus von Troyes

1 Gedenktag katholisch: 29. Juli
Darbietung und Niederlegung des Kopfes: 6. April
in Troyes: Übertragung der Gebeine: 10. Mai

1 Gedenktag orthodox: 29. Juli

Name bedeutet: der Wolf (latein.)

Bischof von Troyes
* um 390 in Toul in Frankreich
um 479 in Troyes in Frankreich


Lupus war der Bruder des Vinzenz von Lérins. Er heiratete Pimeniola, die Schwester des späteren Erzbischofs Hilarius von Arles. Nach sieben Ehejahren trat er 425 ins Kloster auf der Lérins-Insel Saint-Honorat ein, in dem auch Hilarius damals Mönch war. Während einer Reise hielt Lupus sich 426 in Troyes auf und wurde gegen seinen Willen vom Volk zum Nachfolger des dort eben verstorbenen Bischofs Ursus gewählt. Mehr als 50 Jahre übte er dieses Amt aus, bewahrte aber seine Lebensweise als Mönch. 429 unterstützte er Germanus von Auxerre bei dessen Kampf gegen den Pelagianismus in England. Er bildete zahlreiche Schüler aus, die oft bedeutende Positionen erhielten, drei seiner Schüler wurden Bischöfe: Polychronius in Verdun>, dazu Alpinus von Châlons-sur-Marne und Severus von Trier.

Beim Hunneneinfall 451 bot Lupus sich Herrscher Attila - nach mancher Überlieferung Alemannenkönig Gibuld / Gebavult - als Geisel an, bewahrte damit Troyes vor der Zerstörung und konnte in der Gefangenschaft mäßigend auf den Herrscher einwirken; auch 455 erreichte er bei ihm die Verschonung seiner Stadt. Einige seiner Schriften sind erhalten, so ein Brief zu liturgischen und kirchenrechtlichen Fragen. Sidonius Apollinaris schrieb ihm fünf erhaltene Briefe.

Reliquiar, 1778, im Domschatz in der Kathedrale in Troyes
Reliquiar, 1778, im Domschatz in der Kathedrale in Troyes

Lupus' Lebensgeschichte wurde schon kurz nach seinem Tod verfasst, sie gilt als historisch zuverlässig. Über seinem Grab in Troyes wurde zunächst außerhalb der damaligen Stadt ein Oratorium erbaut an der Stelle des späteren Klosters St-Martin-ès-Aires - heute stehen dort Gebäude der Universität. Das Oratorium wurde 887 von den Wikingern niedergebrannt. Lupus' Gebeine wurden dann an einen neuen Ort innerhalb der Mauern übertragen, dort entstand das nach ihm benannte Kloster Saint-Loup - neben der Kathedrale, an der Stelle des heutigen Museums für schöne Künste und Archäologie.

Lupus' Briefe und seine Lebensgeschichte gibt es online zu lesen in den Documenta Catholica Omnia.

Das Kloster und die Lérins-Insel Saint-Honorat sind nur mit dem Schiff zu erreichen, es fährt los im Hafen in Cannes, von April bis Mitte Oktober ab 8 Uhr bis 17 Uhr stündlich, im Winter seltener, die Rückfahrt ist jeweils eine halbe Stunde später möglich; die Überfahrt kostet hin- und zurück 19 €, der Eintritt in die Klosterkirche ist frei. (2024)
Die Kathedrale in Troyes ist von 1. April bis 31. Oktober täglich von 9.30 Uhr bis 12.30 Uhr und von 14 Uhr bis 18 Uhr - im Winter nur bis 17 Uhr, sonntags nur nachmittags - geöffnet. (2021)





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Autor: Joachim Schäfer - zuletzt aktualisiert am 09.05.2024

Quellen:
• Vera Schauber, Hanns Michael Schindler: Heilige und Patrone im Jahreslauf. Pattloch, München 2001
• Lexikon für Theologie und Kirche, begr. von Michael Buchberger. Hrsg. von Walter Kasper, 3., völlig neu bearb. Aufl., Bd. 6. Herder, Freiburg im Breisgau 1997
• https://de.wikipedia.org/wiki/Lupus_von_Troyes - abgerufen am 15.07.2023

korrekt zitieren: Joachim Schäfer: Artikel
Die Deutsche Nationalbibliothek verzeichnet das Ökumenische Heiligenlexikon in der Deutschen Nationalbibliografie; detaillierte bibliografische Daten sind im Internet über https://d-nb.info/1175439177 und https://d-nb.info/969828497 abrufbar.


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