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Ökumenisches Heiligenlexikon

Mirjam von Abellin

Ordensname: Maria vom gekreuzigten Jesus
Familienname: Baouardy

Gedenktag katholisch: 26. August
nicht gebotener Gedenktag im Orden der Karmeliten und dem
der Unbeschuhten Karmeliten: 25. August

Name bedeutet: die Beleibte / die Schöne / die Bittere / die von Gott Geliebte (aramäisch)

Nonne, Mystikerin
* 5. Januar 1846 in Abellin/I'billin bei Nazaret in Galiläa in Israel
† 1878 in Betlehem in Palästina


Mirjam war Araberin, ihre Eltern waren Christen und gehörten der katholischen Kirche des griechisch-melkitischen Ritus an. Zwölf ältere Kinder waren jung gestorben, als nach einer Wallfahrt nach Betlehem Mirjam zur Welt kam. Schon drei Jahre nach ihrer Geburt starben die Eltern, Mirjam wurde von ihrem Onkel erzogen. Im Alter von acht Jahren zog Mirjam mit ihrem Onkel nach Alexandria in Ägypten.

Kurz vor ihrem dreizehnten Geburtstag wurde sie von ihrem Onkel ohne ihr Einverständnis mit einem Bruder ihrer Tante verlobt. Acht Tage vor der Hochzeit erklärte das Mädchen, es wolle nicht heiraten, sondern Jungfrau bleiben. Einen Teil der folgenden Nacht brachte sie im Gebet vor einem Bild der Maria zu und bat um Hilfe. Im Schlaf sagte ihr eine Stimme diese Hilfe zu. Mirjam erwachte, schnitt sich die langen Haare ab wie einst Euphrosyne und legte sie samt den Edelsteinen, die sie von ihrem Verlobten als Brautgeschenk erhalten hatte, beiseite. Inzwischen hatte ihr Onkel zum Hochzeitsmahl Freunde und Bekannte eingeladen. Nach orientalischer Sitte musste die Braut in vollem Schmuck vor den Hochzeitsgästen erscheinen, aber Mirjam brachte an Stelle der üblichen Getränke ihre mit Gold und Edelsteinen gezierten Haare. Ihr zorniger Onkel schlug sie und behandelte sie fortan wie eine Sklavin und von ihrem Beichtvater wurde ihr die EucharistieDie Eucharistie - von griechisch „ευχαριστειν, Dank sagen” - vergegenwärtigt das heilvolle Sterben Jesu Christi. Die Römisch-Katholische, die Orthodoxe und die Anglikanische Kirche nennen diese Mahlfeier im Anschluss an 1. Korintherbrief 11, 24 Eucharistie, die Evangelischen Kirchen sprechen von „Abendmahl” im Anschluss an Markusevangelium 14, 17 und 1. Korintherbrief 11, 23. verweigert, weil sie dem Onkel ungehorsam war.

Nachdem so die Hochzeit geplatzt war, wollte Mirjam zu ihrem Bruder nach Nazaret gehen und flüchtete zu einem früheren Diener der Familie, der dorthin reisen wollte. Dieser war Muslime und wollte Mirjam nun zum Islam bekehren, sie aber bekannte ihren Glauben an Jesus Christus. Der Mann schnitt ihr aus Zorn darüber die Kehle durch, sie überlebte aber diesen Mordversuch; Die 1 cm breite und 10 cm lange Narbe dieses Einschnittes blieb ihr jedoch ein Leben lang erhalten. Ein Arzt bezeugte später, dass es eigentlich nicht möglich ist, diese Verletzung zu überleben; Mirjam, bekannte: Ich befand mich im Himmel. Die Muttergottes, die Engel und die Heiligen empfingen mich mit großer Güte und ich sah meine Eltern bei ihnen. Auch den strahlenden Thron der Heiligsten Dreifaltigkeit durfte ich sehen und Jesus in seiner Menschheit. Da sagte jemand zu mir: Du bist Jungfrau, das ist wahr, aber dein Buch ist noch nicht vollendet. 1 Nach diesen Worten erwachte Mirjam in einer Grotte, eine Ordensfrau in hellblauen Gewändern war bei ihr, sprach sehr wenig, erwies sich als außerordentlich zartfühlend und sagte nach einigen Wochen der Pflege zu Mirjam: Du wirst nach Frankreich gehen, Karmelitin werden und in Betlehem sterben.; dann brachte sie Mirjam in ein Franziskanerkloster. 1875 erzählte Mirjam ihrem geistlichen Vater, Pater Estrade: Ich weiß jetzt, dass die Ordensfrau, die mich nach meinem Martyrium gepflegt hat, die Muttergottes war.. 2

Mirjam arbeitete dann als Hausmädchen in Beirut, und ab 1864 in Marseille in Frankreich. Kurz nach ihrer Ankunft dort empfing Mirjam die Heilige EucharistieDie Eucharistie - von griechisch „ευχαριστειν, Dank sagen” - vergegenwärtigt das heilvolle Sterben Jesu Christi. Die Römisch-Katholische, die Orthodoxe und die Anglikanische Kirche nennen diese Mahlfeier im Anschluss an 1. Korintherbrief 11, 24 Eucharistie, die Evangelischen Kirchen sprechen von „Abendmahl” im Anschluss an Markusevangelium 14, 17 und 1. Korintherbrief 11, 23. und fiel daraufhin in eine viertägige Ekstase. Sie wurde anschließend in das Postulat der Josefsschwestern aufgenommen. Mit 20 Jahren empfing sie die Wundmale Christi. Die Ordensgemeinschaft verwehrte ihr die Zulassung zum Noviziat, die Oberin schickte sie zu den Unbeschuhten Karmelitinnen in Pau, wo sie 1867 eintrat und den Ordensamen Maria von der Kreuzigung Jesu bekam.

Maria wurde nun zur Ordensarbeit nach Mangalore - dem heutigen Mangaluru - in Indien geschickt und legte dort 1870 ihr Gelübde ab. Immer wieder fiel sie in Ekstase, schwebte über den Boden, hatte die Fähigkeit zur Bilokation - d. h. an zwei Orten gleichzeitig zu sein - , wurden ihr Prophezeiungen und viele Visionen zuteil. 1872 kehrte sie nach Frankreich zurück, 1875 gründete sie in Betlehem ein Karmelitinnenkloster, dann folgte eine Ordensgründung in Nazaret. Im August 1878 stürzte sie bei körperlicher Arbeit, brach sich den Arm und sah ihr Ende kommen; fünf Tage später starb sie.

  Der Catholic Information Service erzählt auf seiner englischen Webseite Mariam, the little Arab von Mirjams Kindheit und ihren geistlichen Begabungen.

Kanonisation: Mirjam wurde am 13. November 1983 von Papst Johannes Paul II. seliggesprochen und zur Friedenspatronin für Nahost bestimmt. Am 17. Mai 2015 sprach Papst Franziskus Mirjam auf dem Petersplatz mit tausenden Gästen aus dem Heiligen Land, darunter Palästinenserpräsident Mahmoud Abbas, heilig.
Patronin des Friedens für den Mittleren Osten

 In unkonventionellem Interview-Stil verfasste der Theologe und Israel-Kenner Karl-Heinz Fleckenstein die Biographie Mirjam Baouardy: Palästinenserin und Friedensbotschafterin für das Heilige Land

1 Feuer und Licht, Nr. 95

2 ebd.

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Autor: Joachim Schäfer - zuletzt aktualisiert am 01.09.2017

Quellen:

• http://www.kathpedia.com/index.php/Mirjam_von_Abellin

korrekt zitieren: Joachim Schäfer: Artikel
Die Deutsche Nationalbibliothek verzeichnet das Ökumenische Heiligenlexikon in der Deutschen Nationalbibliografie; detaillierte bibliografische Daten sind im Internet über http://d-nb.info/969828497 abrufbar.