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Ökumenisches Heiligenlexikon

Suitbert von Kaiserswerth

auch: Swidbert

Gedenktag katholisch: 1. März
nicht gebotener Gedenktag im Bistum Essen und Köln: 4. September
in Köln: Übertragung der Gebeine: am Sonntag nach dem 29. Juni

Gedenktag evangelisch: 29. Februar
in nicht-Schaltjahren: 1. März

Name bedeutet: der starke Glänzende (althochdt.)

Glaubensbote, Klostergründer, Abt von Kaiserswerth
* in Nottingham (?) in England
† 1. März 713 im heutigen Kaiserswerth bei Düsseldorf in Nordrhein-Westfalen


Statue in der Stiftskirche in Kaiserswerth
Statue in der Stiftskirche in Kaiserswerth

Die um 1500 entstandene Legende von Suitberts Geburt erzählt, wie ein Stern, zwei Strahlen aussendend, vor seiner Geburt auf das Lager seiner Mutter stürzte; Bischof Aidan von Lindisfarne deutete ihr den Traum: der Knabe, der zur Welt käme, sei berufen, in zwei Ländern - Gallien und Germanien - zu wirken. Manche Überlieferung nennt ihn den Sohn des Grafen Sigebert von Nottingham. Sehr wahrscheinlich war er Mönch im Kloster in Ripon unter Wilfrid von York. Als der 678 nach Rom reiste, begleitete er diesen und blieb in Friesland als Missionar.

Hintere Giebelwand des Suitbertus-Schreines mit Suitbert (Mitte), Plektrudis (links) und Pippin dem Mittleren (rechts),, 1264, in der Stiftskirche in Kaiserswerth
Hintere Giebelwand des Suitbertus-Schreines mit Suitbert (Mitte), Plektrudis (links) und Pippin dem Mittleren (rechts), 1264, in der Stiftskirche in Kaiserswerth

Andere Überlieferung berichtet, dass Suitbert 678 nach Wilfrids Abreise Ripon verließ und sich zu Egbert nach Rathmelsighe - das heutige Mellifont - begab, von wo er 690 zusammen mit zwölf Gefährten - darunter Willibrord - als Glaubensbote in das südliche Friesland ausgesandt wurde. 692/693 wählten ihn seine Gefährten zum Bischof, er kehrte in seine Heimat zurück und wurde von Wilfrid von York zum Missionsbischof geweiht. Nach erneutem Aufenthalt in Friesland wandte er sich dann aber - wie Kirchengeschichtsschreiber Beda Venerabilis berichtete - einer selbständigen Missionstätigkeit in dem von den Brukterern besiedelten Bereich an Ruhr und Lippe zu. Suitberts Arbeit blieb erfolglos - auch weil die einfallenden Sachsen seine Anlagen zerstörten. Er verlegte nun seine Tätigkeit auf fränkisches Gebiet und gründete 695 auf der ihm vom Hausmeier der Merowinger, Pippin dem Mittleren, und dessen Frau Plektrudis geschenkten Rheininsel das später nach ihm benannte Benediktinerkloster Swidbertswerth, das später Kaiserswerth genannt wurde und dem er als Abt vorstand.

Suitbertus-Schrein, 1264, in der Stiftskirche in Kaiserswerth
Suitbertus-Schrein, 1264, in der Stiftskirche in Kaiserswerth

Nach seinem Tod wurde Suitbert schon bald als Heiliger verehrt, 877 ist die Kirche seines Klosters nicht nur wie von Anfang an Petrus sondern auch Suitbert geweiht; 904 wurde Suitbert als ihr alleiniger Patron genannt. Schnell entstanden auch zahlreiche Legenden. Traditionell wurde Suitbert auch als Apostel des Bergischen Landes bezeichnet, neuere Forschung hat aber erkannt, dass sich sein Einfluss nur auf die engere Umgebung seiner Gründung Swidbertswerth / Kaiserswerth und die angrenzende Rheinebene erstreckt haben kann. Seine Gebeine liegen in einem kostbaren, zwischen 1193 und 1332 gefertigten Schrein in der Stiftskirche in Kaiserswerth, wohin sie 1264 zusammen mit denen des Abtes Willeich übertragen wurden; weitere Reliquien werden in Duisburg verwahrt.

Suitberts Benediktinerkloster wurde offenbar bei den Einfällen der Sachsen Ende des 8. Jahrhunderts zerstört, bald schon aber als Chorherrenstift wieder aufgebaut. Im 12. Jahrhundert erhielt die zuvor nach Suitbert benannte Rheininsel ihren neuen Namen Kaiserswerth wegen der Bedeutung der 1045 errichteten Kaiserpfalz. Nach der Säkularisation wurde die Kirche Pfarrkirche.

Trinsenturm, gebaut 1474, ein Teil der erhaltenen Stadtmauer in Ratingen bei Düsseldorf
Trinsenturm, gebaut 1474, ein Teil der erhaltenen Stadtmauer in Ratingen bei Düsseldorf

In Ratingen bei Düsseldorf erzählt man, dass die Leute ihm das Stadttor vor der Nase zugeschlagen haben, als er zur Mission kam, wobei er sich einen eingeklemmten Daumen zuzog; Ratingen wird deshalb auch Dumeklemmer-Stadt genannt.

Bild in der Stiftskirche in Kaiserswerth
Bild in der Stiftskirche in Kaiserswerth

Kanonisation: Papst Leo III. soll Suitbert nach der legendären Überlieferung des 15./16. Jahrhunderts bei seiner Rückreise aus Paderborn am 4. September 803 im Beisein von Kaiser Karl dem Großen in der Klosterkirche in Kaiserswerth heiliggesprochen haben.
Attribute: Stern
Patron gegen Bräune und Halsschmerzen (Angina)

Holzschnitt, 1508
Holzschnitt, 1508

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Autor: Joachim Schäfer - zuletzt aktualisiert am 15.04.2018

Quellen:
• Vera Schauber, Hanns Michael Schindler: Heilige und Patrone im Jahreslauf. Pattloch, München 2001
• Joachim Donsbach nach: Justus Hashagen, Politische und Religionsgeschichte des Bergischen Landes, E-Mail vom 3. September 2006
• Charlotte Bretscher-Gisinger, Thomas Meier (Hg.): Lexikon des Mittelalters. CD-ROM-Ausgabe. J.B. Metzler, Stuttgart / Weimar 2000
• Lexikon für Theologie und Kirche, begr. von Michael Buchberger. Hrsg. von Walter Kasper, 3., völlig neu bearb. Aufl., Bd. 9. Herder, Freiburg im Breisgau 2000
• Franz-Josef Vogel aus Düsseldorf, E-Mail vom 3. Juni 2013
• http://www.express.de/duesseldorf/duesseldorfs-schutzheilige-sie-wachen-auch-im-neuen-jahr-ueber-die-stadt-23250674
• Katholische Kirchengemeinde St. Suitbertus (Hg.): Der heilige Suitbertus, Düsseldorf-Kaiserswerth 2008

korrekt zitieren: Joachim Schäfer: Artikel
Die Deutsche Nationalbibliothek verzeichnet das Ökumenische Heiligenlexikon in der Deutschen Nationalbibliografie; detaillierte bibliografische Daten sind im Internet über http://d-nb.info/969828497 abrufbar.