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Ökumenisches Heiligenlexikon

Beda Venerabilis

Gedenktag katholisch: 25. Mai
nicht gebotener Gedenktag
gebotener Gedenktag in England und im Benediktiner-, Trappisten- und Zisterzienserorden
im Erzbistum Mailand und im Ambrosianischen      Die Ambrosianische Liturgie entstand im 8. Jahrhundert unter orientalischem Einfluss, sie wird auf Ambrosius von Mailand zurückgeführt, von dem wohl die meisten Texte auch stammen. Sie wird v. a. in der Kirchenprovinz Mailand und im Bistum Lugano benutzt. Karl Borromäus förderte diese Sonderform, im Mittelalter wurde aus ihr auch die Gleichwertigkeit des Mailänder Erzbistums gegenüber Rom abgeleitet. Teil des Bistums Lugano: 23. Mai
im Bistum Bilbao: 24. Mai
Gedenktag III. Klasse      Im alten Messbuch entspricht die III. Klasse einem gebotenen Gedenktag. Grundsätzlich werden offiziell alle Klassen als „Feste” bezeichnet, da der Rang ja nicht durch das Wort „Fest”, sondern durch die Klasse gekennzeichnet wird.
Die Feste III. Klasse sind außerhalb der geprägten Zeiten (Advent, Weihnachtsoktav, Fastenzeit, Osteroktav) immer zu feiern, wenn sie nicht von einem Fest I. oder II. Klasse verdrängt werden. Innerhalb der geprägten Zeiten können sie in der Regel nur kommemoriert, aber nicht gefeiert werden.
: 27. Mai, Todestag: 25. Mai
Übertragung der Gebeine: 10. Mai

Gedenktag evangelisch: 25. Mai (EKD), 9. Juni (ELCA)

Gedenktag anglikanisch: 25. Mai

Name bedeutet: der Besitzende (althochdt.)

Mönch, Priester, Historiker, Kirchenlehrer
* um 672/673 in Monkton bei Wearmouth in England
26. Mai 735 in Jarrow in Sunderland in England


Beda wurde mit sieben Jahren dem Abt des Benediktinerklosters in Wearmouth - heute Teil der Stadt Sunderland - Benedikt Biskop, zur Erziehung anvertraut. 691 wechselte er in das neu gegründete Kloster Jarrow bei Sunderland, in dem er wohl bis an sein Lebensende wirkte; er wurde von Johannes von Beverley in Hexham 692 zum Diakon und 703 zum Priester geweiht. Beda unterrichtete an der Klosterschule in Jarrow Grammatik, Poetik, Orthografie und Geschichtswissenschaft, die in ihren Methoden heutigen Maßstäben genügen kann.

Bedas Werk Historia Ecclesiastica Gentis Anglorum, Kirchengeschichte des englischen Volkes, das die Geschichte Englands von der römischen Eroberung bis 731, dem Jahr der Vollendung des Werkes, beschreibt, machte ihn berühmt. Das zentrale Thema seiner Kirchengeschichte ist die Kirche als Kraft, die inmitten von Gewalt und Barbarei eine spirituelle, autoritative und kulturelle Einheit bildet. Das Werk enthält eine Vielzahl sorgfältig zusammen getragener Informationen. Seine geistige und künstlerische Qualität setzten für das europäische Mittelalter einen neuen Standard der Geschichtsschreibung. Die Kenntnisse über England aus der Zeit vor dem 8. Jahrhundert beruhen im Wesentlichen auf Bedas Werk. Er führte in die Geschichtsschreibung die Datierung nach Christi Geburt ein, gemäß der Zeitrechnung des Dionysius Exiguus; vermittelt durch Bonifatius setzte sie sich auch auf dem Festland durch.

Im Spannungsfeld zwischen der durch Augustinus von Canterbury vermittelten lateinischen Lehre und der von Irland ausgehenden iroschottischen Mission stellte er sich wie sein Lehrer Benedikt Biskop eindeutig auf die Seite Roms und des Papstes, ihrer Lehren und Gebräuche. Dennoch würdigte er die Mission der Iroschotten ausführlich und verteidigte sie, wenn sie wegen des Streites um den Termin des Osterfestes zu Ketzern erklärt werden sollten.

Ein Schwerpunkt der Arbeit von Beda war auch die Erforschung und Auslegung der Heiligen Schrift. Seine Schriftkommentare machten ihn in Europa berühmt. Beda schrieb etwa 40 Werke, darunter Kommentare zu Büchern der Bibel, Lebensbeschreibungen von Heiligen und den Äbten seines Klosters, Martyrologien, eine Beschreibung heiliger Stätten in Israel, Bücher zur Liturgie, Rhetorik und zu Kirchenfesten, über Orthografie und metrisches Reimen. Auf dem Sterbebett vollendete er eine Übersetzung des Johannesevangeliums. Die Breite seines gelehrten Wissens gibt einen Eindruck von der umfangreichen Bibliothek, die ihm zur Verfügung stand, und von dem kulturellen Niveau, das in England zu jener Zeit erreicht wurde. Beda war der erste wissenschaftliche Theologe des Mittelalters und wurde zu einem der bekanntesten Lehrer der westlichen Kirche.

Bedas Grab in der Kathedrale in Durham
Bedas Grab in der Kathedrale in Durham

Kurz vor seinem Tod schrieb Beda einen Klagebrief an Erzbischof Egbert von York, der als Zeugnis über den Niedergang des kirchlichen Lebens in England gilt. Als er starb, verteilte er seinen gesamten persönlichen Besitz unter seinen Mitbrüdern: einige Pfefferkörner, ein paar Weihrauchkörner, ein paar Taschentücher. Er wurde in Jarrow begraben.

Kenntnis von Bedas Leben gibt die Übersicht über seine Lebensdaten, die er 669 seiner Historia Ecclesiastica anfügte. Seit dem 9. Jahrhundert wurde Beda als venerabilis, als Heiliger verehrt.

Die Legende erzählt, warum er die Bezeichnung venerabilis, ehrwürdig bekommen hat: als er, im hohen Alter erblindet, geführt werden musste um zu predigen, sagte ihm ein Begleiter, der ihn durch ein steiniges Tal führte, hier warte ein andächtiges Volk schweigend auf seine Predigt. Als Beda zum Schluss in Ewigkeit zu sagen anhob, ertönte mit lauter Stimme von den Steinen: Amen, ehrwürdiger Vater. Auch von Engeln habe man nach seiner Predigt die Worte gehört: Du hast wohl gesprochen, ehrwürdiger Vater. Als ein KlerikerEin Kleriker ist in der orthodoxen, katholischen, anglikanischen und altkatholischen Kirche ein geweihter Amtsträger, der eine der drei Stufen des Weihesakraments - Diakon, Priester oder Bischof - empfangen hat. Im Unterschied zu den Klerikern bezeichnet man die anderen Gläubigen als Laien. Angehörige von Ordensgemeinschaften gelten, wenn sie nicht zu Priestern geweiht sind, als Laien und in der Orthodoxie als eigener geistlicher Stand. In den protestantischen Kirchen gibt es keine Unterscheidung von Klerus und Laien. nach seinem Tode die Inschrift des Grabsteins meißeln wollte, den Vers aber nicht vollenden konnte, habe er nach vielem Nachdenken und Gebet eines Morgens die von Engelshand gemeißelte fertige Inschrift vorgefunden: Haec sunt in fossa / Bedae venerabilis ossa, hier sind im Grabe/des Beda Venerabilis' Gebeine.

Kanonisation: Erst am 13. November 1899 sprach Papst Leo XIII. Beda offiziell heilig und verlieh ihm den Ehrentitel Kirchenlehrer.

Worte des Heiligen

Erzbischof Egbert von York hatte Beda eingeladen, ihn wie im vorausgegangenen Jahr zu einem geistlichen Gespräch im Kloster aufzusuchen. Aus gesundheitlichen Gründen - Beda starb wenige Wochen später - sah sich dieser dazu nicht mehr in der Lage. So teilte ihm Beda schriftlich seine Gedanken zum Bischofsamt mit:
So spreche ich, viel geliebter Bischof in Christus, deiner Heiligkeit gegenüber folgende Ermahnungen aus: Denke daran, den heiligen Stand, den dir der Urheber der Stände und geistlichen Gaben anzuvertrauen geruhte, sowohl durch ein heiliges Wirken wie durch heilige Lehre zu bekräftigen. Keiner dieser beiden Werte kann ordnungsgemäß ohne den anderen erfüllt werden; [es ist also verkehrt,] wenn entweder der, der ein rechtschaffenes Leben führt, die Pflicht des Lehrens vernachlässigt, oder wenn ein Bischof zwar die rechte Lehre verkündet, aber keinen Wert legt auf die Übung rechten Tuns.
Wer aber beides aufrichtig erfüllt, ein solcher Diener darf in der Tat die Ankunft des Herrn freudig erwarten und hoffen, dass er alsbald sein Wort hören wird: Du guter und getreuer Diener, weil du über weniges getreu warst, will ich dich über vieles setzen! Geh ein in die Freude deines Herrn! (Matthäusevangelium 25, 21).
Wer aber, was ferne sei, den Rang des Bischofsamtes empfängt und sich nicht darum kümmert, sich durch ein rechtschaffenes Leben von schlechten Taten fernzuhalten und auch nicht das ihm unterstellte Volk durch Zucht und Ermahnung zu bessern bestrebt ist: was diesem zuteil wird, wenn der Herr zu einer Stunde, in der er es nicht erwartet, wieder kommt, das spricht das Wort des Evangeliums deutlich aus; es richtet sich an den unnützen Diener: Werft ihn hinaus in die Finsternis, dort wird Heulen und Zähneknirschen sein! (Matthäusevangelium 25, 30).
Vor allem aber gebe ich dir, heiliger Vater, folgenden Rat: Halte dich in der Würde als Bischof fern von müßigem Geschwätz, vor Verleumdungen und den übrigen Einflüsterungen einer zügellosen Zunge; beschäftige vielmehr sowohl deine Zunge wie deinen Geist mit heiligem Gespräch und mit der Betrachtung der [heiligen] Schriften, ganz besonders mit der Lesung der Briefe des hl. Paulus an Timotheus und Titus, aber auch der Worte des heiligsten Papstes Gregor; denn dieser stellt, sei es in seiner Pastoralregel, sei es in den Homilien zu den Evangelien, überaus gründliche Überlegungen an über Leben und Laster der [Gemeinde-] Leiter. So wird deine Rede immer mit dem Salz der Weisheit gewürzt sein, über alles vulgäre Gerede herausragen und sich so auch für die Ohren Gottes würdiger erweisen. Denn wie es sich nie geziemt, heilige Altargeräte durch alltägliche Verwendung und nichtige Verrichtungen zu entweihen, so ist es völlig verkehrt und übel, wenn einer, der für den sonntäglichen Vollzug des Altarsakraments bestellt ist, zwar jetzt am Altar steht, um dem Herrn durch den Vollzug der Sakramente zu dienen, aber sogleich nach Verlassen der Kirche beginnt, den Herrn zu beleidigen, indem er gerade mit dem Mund und mit denselben Händen, mit denen er kurz zuvor die heiligen Sakramente verwaltet hatte, Nichtsnutziges zu reden oder zu tun anfing.
Um aber die Lauterkeit des Redens und Tuns zu wahren, ist es äußerst hilfreich, neben der geistlichen Lesung auch die Gemeinschaft mit denen zu pflegen, die Christus in treuer Ergebung dienen, so werde ich, wenn mir einmal die Zunge zu entgleiten, oder eine verkehrte Handlung zu unterlaufen droht, sogleich durch die Hand treuer Gefährten vor dem Fallen bewahrt. Diese Vorsorge für sich selbst ist für alle Diener Gottes überaus nützlich, aber noch viel mehr für die Würdenträger, die nicht nur für sich selbst Sorge tragen müssen, sondern auch um das Heil der ihnen anvertrauten Kirche verantwortlich sind.


Am Ende seiner Kirchengeschichte der Britannier, besonders der Angeln, stellt sich Beda selbst kurz vor:
Beda, Diener Christi und Priester des Klosters der seligen Apostel Petrus und Paulus, das bei Wearmouth und Jarrow gelegen ist. Ich wurde geboren in der Gegend dieses Klosters. Als ich sieben Jahre alt war, wurde ich auf Veranlassung meiner Angehörigen dem hochwürdigsten Abt Benedikt und später Ceolfried zur Erziehung übergeben; von da an verbrachte ich meine gesamte Lebenszeit in demselben Kloster und widmete mich ganz der Beschäftigung mit den [heiligen] Schriften: Soweit die Beobachtung der klösterlichen Lebensordnung und die tägliche Sorge um den Gesang in der Kirche noch Zeit ließ, hatte ich meine Freude daran, entweder zu lernen oder zu lehren oder zu schreiben.
Im 19. Jahr meines Lebens empfing ich auf Veranlassung meines Abtes Ceolfried durch den hochwürdigsten Bischof Johannes die Diakonatsweihe, im 30. Lebensjahr die Priesterweihe.
Seit Empfang meiner Priesterweihe bis zu meinem 59. Lebensjahr war ich damit beschäftigt, aus den Werken der Väter kurze Anmerkungen zur hl. Schrift zu machen, um meinen eigenen Bedürfnissen und denen meiner [Mitbrüder] gerecht zu werden oder zusätzlich zu ihrer Sinndeutung und Übersetzung eigene Gedanken hinzuzufügen.

Quelle: Beda: ep. Ecgbert. In: Patrologia Latina 94, Sp. 637f = Venerabilis Bedae opera historica, hrsg. von C. Plummer. Oxford 1896;
Beda: h. c.. In: Patrologia Latina 95, Sp. 288f; eigene Übersetzung

zusammengestellt von Abt em. Dr. Emmeram Kränkl OSB,
Benediktinerabtei Schäftlarn,
für die Katholische SonntagsZeitung

Stadlers Vollständiges Heiligenlexikon

Catholic Encyclopedia

  Schriften von Beda gibt es online zu lesen in den Documenta Catholica Omnia.

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Autor: Joachim Schäfer - zuletzt aktualisiert am 12.11.2019

Quellen:
• Vera Schauber, Hanns Michael Schindler: Heilige und Patrone im Jahreslauf. Pattloch, München 2001
• Erhard Gorys: Lexikon der Heiligen. dtv, München 1997
• Hiltgard L. Keller: Reclams Lexikon der Heiligen und der biblischen Gestalten. Reclam, Ditzingen 1984
• Lexikon für Theologie und Kirche, begr. von Michael Buchberger. Hrsg. von Walter Kasper, 3., völlig neu bearb. Aufl., Bd. 2. Herder, Freiburg im Breisgau 1994

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