Victricius von Rouen
französischer Name: Victrice
Gedenktag katholisch: 7. August
Name bedeutet: der Siegende (latein.)
Victricius war Soldatin der Regierungszeit von Kaiser Julian Apostata und verließ aufgrund seiner Bekehrung zum Christentum um 362 den Militärdienst; schwere Strafen waren die Folge. Erzählt wird, dass er zur Enthauptung verurteilt, aber Dank mehrerer Wunder befreit wurde. Er war dann als Glaubensbote in Nordfrankreich und Belgien tätig; kurz nach 386 traf er in Vienne Martin von Tours und Paulinus von Nola. 396 hielt er sich in Britannien auf. Um 393 wurde er Bischof von Rouen. Er empfing Reliquien von Andreas sowie von Gervasius und Protasius, die ihm Bischof Ambrosius aus Mailand übersandte. Victricius förderte das kirchliche Leben und setzte sich für asketische Lebensweise ein; die Kirche von Rouem wurde zu einem Wallfahrtsort. 403/404 musste er sich in Rom bei Lehrgesprächen verantworten.
Victricius' Grab war Schauplatz von Wundern und wurde hoch verehrt. Erhalten ist Victricius' Abhandlung De laude
sanctorum
, Zum Lob der Heiligen
, über die Bedeutung und Wichtigkeit der Heiligenverehrung und der Verehrung ihrer
Reliquien, verfasst anlässlich der Ankunft der Reliquien. Diese wurden um 850 zum
Schutz vor normannischen Invasionen nach Braine
bei Soissons gebracht und dort bis zur Französischen Revolution aufbewahrt.
Worte des Heiligen
Victricius bezeichnet in seinem Buch Liber de laude Sanctorum
den Glauben als die wesentliche
Kraft und Motivation für das Martyrium:
Ein sicherer Standort und der sicherste Hafen des Heils ist ein unerschütterlicher Glaube und die geistliche
Beständigkeit. Ein gutes Leben nützt nichts, wenn du nicht weißt, wofür du lebst. In die Höhe reißt der Windsturm einen
leichtsinnigen und ungläubigen Geist.
Der Glaube ist es, der die Heiligen zum Himmel zieht.
Der Glaube ist es, der Flammen in Feuchtigkeit verwandelt und in die Feuerbälle heilsame Kälte bringt.
Der Glaube ist es, der flutende Wogen unter den Füßen der darauf Wandelnden in festen Grund verwandelt.
Der Glaube ist es, der den Tod der Märtyrer zu einem heiligen Vorbild erhebt.
Der Glaube ist es, der die Seelen der Bekenner im Leidenskampf festigt.
Der Glaube ist es, der armselige, verspätet servierte und trockene Speisen in Demut verzehrt.
Der Glaube ist es, der Jungfräulichkeit, Witwenschaft und Enthaltsamkeit in Zucht und Reinheit bewahrt.
Der Glaube ist es, der fleischliche Begierlichkeit beseitigt und Liebe zum himmlischen Reich entfacht.
Der Glaube ist es, der dem Herrn durch den Kreuzestod unsterbliches Leben
verschafft.
Dieser verschafft durch den Hass auf die Welt dem Herrn Gleichgesinnte, die wie sie die Welt hassen.
Dieser stützt im Kerker die Bekenner, die in schrecklichster Dunkelheit schmachten und die, während sie in abscheulichem
Schmutz dahinvegetieren müssen und noch dazu in Erdlöchern gequält werden, schlaflos bleibend doch für kurze Zeit Ruhe finden.
Während sie jeden Tag mit jeder Art von Folter gequält werden, während sie schließlich durch vielfältige Todesarten bedrängt
werden, verhilft [ihnen] die Tugend zur Krone.
Der Glaube ist es, der in so vielen Kämpfen liebende Einheit mit Gott und Christus durch das Sterben für ihn [dankbar]
Vergeltung schafft: Wie das Haupt des Leibes für die Glieder gestorben ist, so sterben die Glieder für das Haupt, und so wie
das Haupt lebt, so werden Glieder zusammen mit dem Haupt lebendig gemacht.
Quelle: Patrologia Latina 20, Sp. 456; eigene Übersetzung
zusammengestellt von Abt em. Dr. Emmeram Kränkl OSB,
Benediktinerabtei Schäftlarn
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Autor: Joachim Schäfer
- zuletzt aktualisiert am 13.08.2026
Quellen:
• Lexikon für Theologie und Kirche, begr. von Michael Buchberger. Hrsg. von Walter Kasper, 3., völlig neu bearb. Aufl.,
Bd. 10. Herder, Freiburg im Breisgau 2001
• https://fr.wikipedia.org/wiki/Victrice_de_Rouen - abgerufen am 20.01.2026
• https://nominis.cef.fr/contenus/saint/1637/Saint-Victrice.html - abgerufen am 20.01.2026
korrekt zitieren: Joachim Schäfer: Artikel
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