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Ökumenisches Heiligenlexikon

Ambrosius von Mailand

Gedenktag katholisch: 7. Dezember
gebotener Gedenktag
bedacht im spanisch-mozarabischenDer mozarabische Ritus, auch „westgotisch” oder „altspanisch” genannt, ist eine Liturgie in der römisch-katholischen Kirche, die sich im 4./5. Jahrhundert auf der Iberischen Halbinsel entwickelt hat und heute noch an einigen Orten in Spanien praktiziert wird. Der Name entstand nach dem Einfall der Mauren im Jahr 711, als die unter maurischer Herrschaft lebenden Christen – die „Mozaraber” – weiter ihren Glauben ausüben durften und damit auch diese Liturgie feierten. Hochgebet
Hochfest im Erzbistum Mailand (als Diözesan- und Stadtpatron)
Diözesankalender des Ambrosianischen      Die Ambrosianische Liturgie entstand im 8. Jahrhundert unter orientalischem Einfluss, sie wird auf Ambrosius von Mailand zurückgeführt, von dem wohl die meisten Texte auch stammen. Sie wird v. a. in der Kirchenprovinz Mailand und im Bistum Lugano benutzt. Karl Borromäus förderte diese Sonderform, im Mittelalter wurde aus ihr auch die Gleichwertigkeit des Mailänder Erzbistums gegenüber Rom abgeleitet. Teils des Bistums Lugano (als zweiter Patron dieses Diözesanteils)
nicht gebotener Gedenktag im mozarabischen      Der mozarabische Ritus, auch „westgotisch” oder „altspanisch” genannt, ist eine Liturgie in der römisch-katholischen Kirche, die sich im 4./5. Jahrhundert auf der Iberischen Halbinsel entwickelt hat und heute noch an einigen Orten in Spanien praktiziert wird. Der Name entstand nach dem Einfall der Mauren im Jahr 711, als die unter maurischer Herrschaft lebenden Christen – die „Mozaraber” – weiter ihren Glauben ausüben durften und damit auch diese Liturgie feierten. Ritus
Gedenktag III. Klasse      Im alten Messbuch entspricht die III. Klasse einem gebotenen Gedenktag. Grundsätzlich werden offiziell alle Klassen als „Feste” bezeichnet, da der Rang ja nicht durch das Wort „Fest”, sondern durch die Klasse gekennzeichnet wird.
Die Feste III. Klasse sind außerhalb der geprägten Zeiten (Advent, Weihnachtsoktav, Fastenzeit, Osteroktav) immer zu feiern, wenn sie nicht von einem Fest I. oder II. Klasse verdrängt werden. Innerhalb der geprägten Zeiten können sie in der Regel nur kommemoriert, aber nicht gefeiert werden.
:
Todestag: 4. April
Übertragung von Reliquien in die Jesuitenkirche São Roque nach Lissabon: 25. Januar
Niederlegung der Gebeine: 31. März, 5. April

Gedenktag evangelisch: 4. April (EKD)
                                            7. Dezember (ELCA, LCMS)

Gedenktag anglikanisch: 7. Dezember

Gedenktag orthodox: 4. April, 7. Dezember

Gedenktag armenisch: 7. Dezember

Gedenktag koptisch: 6. Dezember

Gedenktag syrisch-orthodox: 7. Dezember, 21. Dezember

Name bedeutet: der Unsterbliche (abgeleitet von der Götterspeise der griech. Mythologie)

Bischof von Mailand, Kirchenvater
* 339 (?) in Trier in Rheinland-Pfalz
4. April (?) 397 in Mailand in Italien


Mosaik in der Kirche S. Ambrogio, um 470. Diese älteste Darstellung von Ambrosius ist wohl das älteste erhaltene Portrait eines Heiligen überhaupt
Mosaik in der Kirche S. Ambrogio, um 470. Diese älteste Darstellung von Ambrosius ist wohl das älteste erhaltene Portrait eines Heiligen überhaupt

Ambrosius wurde als jüngster Sohn des römischen Statthalters für Gallien geboren. Seine Mutter war eine überzeugte Christin. Von zahllosen Legenden wird die des Bienenschwarms über der Wiege des Kindes oft in Darstellungen festgehalten: Bienen ließen sich auf dem Säugling nieder ohne ihn zu verletzen und träufelten Honig in seinen Mund; sie hatten ihm die honigsüße Sprache seiner späteren Schriften und seiner Hymnen, besonders des Ambrosianischen Lobgesangs, vermittelt.

Nach dem Tod des Vaters zog die Familie nach Rom, wo Ambrosius eine umfassende Bildung erhielt und bald eine steile Karriere als Politiker machte, die in Sirmium - dem heutigen Sremska Mitrovica - begann. Von Kaiser Valentinian wurde er 370 zum Statthalter für Ligurien und die Emilia in Oberitalien ernannt mit Sitz in Mailand. Das Volk liebte und achtete ihn, weil er Milde und Gerechtigkeit walten ließ.

374 wurde Ambrosius ob dieser Beliebtheit zum Bischof von Mailand gewählt: bei der Wahl des Nachfolgers für den verstorbenen Bischof Auxentius, der Anhänger des Arianismus gewesen war, waren heftige Streitigkeiten zwischen der orthodoxen und der arianischen Bevölkerung ausgebrochen; als Führer der Verwaltung nahm Ambrosius an der Wahl als Beobachter teil. Er war noch nicht getauft, lebte aber im Katechumenat, der mehrjährigen Lehr- und Einführungszeit in den christlichen Glauben, die normalerweise mit der Aufnahme in die Kirche durch die Taufe in der Osternacht abgeschlossen wurde. Ambrosius wurde vorgeschlagen und von beiden Parteien akzeptiert, er wurde getauft und eine Woche später, am 7. Dezember, zum Bischof geweiht - daher sein Gedenktag. Seinen Besitz verkaufte er und schenkte ihn den Armen.

Ambrosius studierte Theologie und lernte, Bischof zu sein. Er war eifrig als Seelsorger und kümmerte sich intensiv um Arme, die ihn belagerten, so dass man oft nicht bis zu ihm vordringen konnte; er war ein großer Beter und galt bald schon als begnadeter Prediger. Energisch verteidigte er die Rechte und die Unabhängigkeit der Kirche gegenüber staatlichen Übergriffen: Der Kaiser steht innerhalb der Kirche, nicht über ihr. Viele Schwierigkeiten bereitet ihm die Auseinandersetzung mit Justina, der Mutter des Kaisers Valentinian, und ihren arianischen Anhängern. Zur Eindämmung des Arianismus setzte er auch in Sirmium einen kirchentreuen Bischof durch - gegen den Wunsch des Kaisers. Kaiser Theodosius I. nötigte er, öffentlich Reue und Buße zu bekunden, weil er ein Massaker an Aufständischen in Thessaloniki angeordnet und 7000 Menschen im Zirkus hatte umbringen lassen. Kaiser Gratian bewog er, 383 die staatlichen Zuwendungen an den römischen Götterkult einzustellen und den Altar der Siegesgöttin Victoria zu entfernen aus der Curia, dem Sitzungsgebäude des Senats von Rom - das im 7. Jahrhundert in die Kirche San Adriano umgewandelt wurde und heute im Ausgrabungsgelände des Forum Romanum liegt. 391 verbot Kaiser Theodosius I. auf Ambrosius' Drängen alle heidnischen Kulte; der Kaiser legte nun den Titel Pontifex maximus, also seine priesterliche Funktion, ab und erhob das Christentum zur alleinigen Staatsreligion, womit die Anerkennung des Christentums durch Konstantin nun durch dessen Monopolstellung endgültig unumkehrbar wurde.

Michael Pacher: Altar der Kirchenväter, rechter Seitenflügel, um 1483, in der Alten Pinakothek in München
Michael Pacher: Altar der Kirchenväter, rechter Seitenflügel, um 1483, in der Alten Pinakothek in München

Ambrosius verhinderte die Ausbreitung des Arianismus und verschaffte dem beim 1. Konzil von Nicäa beschlossenen Glaubensbekenntnis allgemeine Geltung. 386 widerstand er erfolgreich dem Versuch von Kaiser Valentinian, den Arianismus in Mailand wieder einzuführen. Gewaltanwendung lehnte Ambrosius in religiösen Fragen ab, verurteilte deshalb die Hinrichtung Priscillians - des Begründers des Priscillianismus und ersten als Irrlehrer von der Kirche 385 in Trier zum Tod Verurteilten. Den Wiederaufbau einer 388 von aufgebrachten Christen in Callinicum - dem heutigen Ar-Raqqa in Syrien niedergebrannten Synagoge lehnte er aber ab; nachdem Kaiser Theodosius I. dem Ortsbischof den Wideraufbau befohlen hatte, bewog Ambrosius Theodosius zur Rücknahme des Befehls.

Besonderer Schwerpunkt des seelsorgerlichen Wirkens von Ambrosius war die Einführung in den Glauben, besonders für Taufbewerber und die Neophyten, die neu Aufgenommenen, in der Zeit nach ihrer Taufe, aber auch danach in vielen Predigten. Gottes Gegenwart im Wort und den Sakramenten war Mittelpunkt seiner Lehre, die tägliche Feier der EucharistieDie Eucharistie - von griechisch „ευχαριστειν, Dank sagen” - vergegenwärtigt das heilvolle Sterben Jesu Christi. Die Römisch-Katholische, die Orthodoxe und die Anglikanische Kirche nennen diese Mahlfeier im Anschluss an 1. Korintherbrief 11, 24 Eucharistie, die Evangelischen Kirchen sprechen von „Abendmahl” im Anschluss an Markusevangelium 14, 17 und 1. Korintherbrief 11, 23. und Bibellektüre waren ihm zentrales Anliegen. Ohne Asket zu sein, pries er besonders die Jungfräulichkeit und förderte die Verehrung der Märtyrer. Ambrosius war der erste, der die Tradition des Patronates auf die Kirchenbauten bezog. Nach seiner Vorstellung hatte ein Märtyrer seinen Schutzbefohlenen auf Erden beizustehen: Die siegreichen Opfer [also die Märtyrer] sollen an den Platz rücken, wo Christus [in der Eucharistiefeier] das Opfer, ist: dieser, der für alle gelitten hat, auf dem Altar, jene unter dem Altar, weil sie durch sein Leiden erlöst sind. Daneben war Ambrosius immer auch politisch tätig, unternahm Reisen im Auftrag des Kaisers und sicherte seine kirchlichen Interessen.

Ambrosius verfasste exegetische Kommentare - so eine Auslegung der Schöpfungsgeschichte mit dem Titel Exameron, sechs Tage und einen Lukaskommentar - sowie ein Kompendium zur christlichen Ethik und zur Unterrichtung der Neugetauften bestimmte Werke; seine Vorbilder waren Philo, Origenes und Basilius. Ambrosius war ein großer Hymnen-Dichter; von den unter seinem Namen überlieferten Hymnen hat er mindestens zwölf gedichtet. Der seit dem 8. Jahrhundert nach ihm benannte Ambrosianische Lobgesang wird ihm zwar irrtümlich zugeschrieben, steht aber in der von ihm begründeten Tradition und ist neben dem Gregorianischen Gesang eine der großen Choraltraditionen der lateinischen Kirche, bestimmend für den Aufbau der Liturgie. Nach Augustinus hat Ambrosius den Gesang von Antiphonen und Hymnen in die Liturgie eingeführt und ist so der Begründer des Gemeindegesangs in der Kirche. Eine Übertragung seines Hymnus Veni, redemptor gentium gibt es unter dem Titel Komm, du Heiland aller Welt im katholischen Gotteslob (GL 108). Auch in der Ostkirche war er im 5. Jahrhundert eine anerkannte Autorität.

Ambrosius ist als wohlwollender Freund der Monika bekannt, der Mutter des Augustinus, der unter seinem Einfluss zum Glauben fand und 387 von ihm getauft wurde. Ambrosius starb am Karfreitag.

Die Mailänder benannten eine umfangreiche Bibliothek nach Ambrosius. Der Bienenkorb, mit dem er oft dargestellt wird, symbolisiert Fleiß und Gelehrsamkeit; das Buch kennzeichnet den Lehrer und Kirchenvater, die Geißel weist auf die erfolgreiche Bekämpfung des Arianismus. Ambrosius liegt angeblich in Mailand unter dem Hochaltar von S. Ambrogio begraben; er hatte die Basilika für die von ihm erhobenen Gebeine der Märtyrer Gervasius und Protasius bauen lassen. Als Gedenktag wird in der katholischen Kirche seit dem 11. Jahrhundert der Tag der Bischofsweihe begangen.

Kanonisation: Ambrosius wird offiziell seit 1295 mit dem Ehrentitel Kirchenvater bezeichnet.
Attribute: Bienenkorb, Buch und Geißel, Knochen, Schreibfeder
Patron von Mailand und Bologna; der Krämer, Imker, Wachszieher und Lebkuchenbäcker; der Bienen und Haustiere, des Lernens; des Erzbistums Mailand; 2. Patron des Ambrosianischen      Die Ambrosianische Liturgie entstand im 8. Jahrhundert unter orientalischem Einfluss, sie wird auf Ambrosius von Mailand zurückgeführt, von dem wohl die meisten Texte auch stammen. Sie wird v. a. in der Kirchenprovinz Mailand und im Bistum Lugano benutzt. Karl Borromäus förderte diese Sonderform, im Mittelalter wurde aus ihr auch die Gleichwertigkeit des Mailänder Erzbistums gegenüber Rom abgeleitet. Teils der Diözese Lugano
Bauernregeln: (für 4. April): Ist Ambrosius schön und rein, / wird Florian wohl wilder sein.
Der heilige Ambrosius, / schneit oft dem Bauern auf den Fuß.
Erbsen säe Ambrosius, / so tragen sie reich und geben Mus.
Sankt Ambrosius / man Zwiebeln säen muss.

Worte des Heiligen

Gott ist grundsätzlich erkennbar; wie ein Kunstwerk den Künstler, so spiegelt die Schöpfung den Schöpfer wider:
Diese Welt ist ein Spiegelbild des göttlichen Schaffens. Denn das Schauen des Werkes offenbart seinen Schöpfer. Es verhält sich da ähnlich wie mit den Künsten in dieser Welt. Diese sind teils praktischer Art: Sie beruhen auf der Bewegung des Körpers oder auf dem Ton der Stimme; endet die Bewegung oder der Ton, bleibt den Zuschauern oder Zuhörern nichts mehr zurück. Teils sind sie theoretischer Art: Als solche beanspruchen sie die Kraft des Geistes. Teils sind sie derart, dass das Werk als solches, wenn auch der Akt des Wirkens endet, doch das geschaffene Werk noch wahrnehmbar bleibt, wie z. B. ein Bauwerk und ein Gewebe. Schweigt auch der Künstler, geben diese doch Kunde von seinem Können, so dass das Werk den Meister lobt. Ähnlich ist auch diese Welt ein Zeichen der göttlichen Majestät, so tut sich durch sie Gottes Weisheit kund."

Einer Nachteule dagegen gleicht, wer Gott trotz seiner Schöpfung nicht erkennt:
Die Nachteule: wie merkt sie doch mit ihren großen blauen Augensternen nichts vom dunklen Schauer der nächtlichen Finsternis. … Doch mit Tagesanbruch, wenn ringsum der Glanz der Sonne erstrahlt, trübt sich ihr Blick, wie wenn sie gleichsam im Dunkeln irrt. So erinnert ihr Verhalten deutlich daran, dass es Leute gibt, die, ob sie schon Augen haben zu sehen, nicht zu sehen pflegen und ihres Augenlichtes nur im Finstern sich bedienen. Ich spreche von den Augen des Herzens. Die Weisen der Welt haben sie und sehen nicht; im Lichte schauen sie nichts; sie wandeln in der Finsternis, während sie über die Finsternis der Dämonen nachgrübeln und des Himmels Höhen zu schauen wähnen, die Welt mit dem Zirkel berechnen und selbst die Ausdehnung des Luftraumes bemessen. Schließlich aber verfallen sie, vom Glaubenspfade abgeirrt, trotz des Tages Christi und des Lichtes der Kirche, die ihnen aus nächster Nähe leuchten, der Finsternis ewiger Blindheit. Sie sehen nichts, nehmen aber den Mund voll, als wüssten sie alles, scharfsinnig, wenn es um das Vergängliche, stumpfsinnig, wenn es um das Ewige geht. Dabei verraten sie in der Gewundenheit ihrer langen Streitreden nur die Blindheit ihres eigenen Unwissens. Mit fein beschwingten Worten wollen sie zum Flug ausholen; da erlischt ihnen auch schon, gleich der Nachteule, das Auge im Licht.

Bei der Auseinandersetzung mit dem Sündenfall des ersten Menschenpaares geht Ambrosius auch auf die philosophisch-theologische Frage nach dem Ursprung des Bösen ein. Seine Antwort: Der Ursprung des Bösen ist nicht außerhalb, sondern innerhalb des Menschen zu suchen:
Wenn die Bosheit weder gleichsam unerschaffen ohne Anfang ist, noch auch von Gott geschaffen ist, woher hat sie dann ihre Natur? Denn dass es Böses in dieser Welt gibt, hat noch kein Verständiger geleugnet, kommt es doch so häufig in diesem Leben zum Fall in den [Sünden-] Tod.
Indes … können wir schließen, dass das Böse keine lebendige Wesenheit ist, vielmehr handelt es sich um eine auf die Abkehr vom sittlichen Leben zurückgehende Entstellung des Geistes und Sinnes, die häufig den Sinn der Sorglosen beschleicht. Nicht also von außen, sondern von uns selbst droht uns die größere Gefahr. Im Innern lauert der Widersacher, im Innern der Anstifter zum Irrtum, im Innern, ich wiederhole es, in uns selbst ist er verschlossen. Behalte deinen Vorsatz im Auge, prüfe das Verhalten deines Geistes, sei wachsam gegenüber den Gedanken deines Geistes und den Leidenschaften deines Herzens! Du selbst bist schuld an deiner Schlechtigkeit, du selbst bist der Anführer bei deinen Schandtaten und der Anstifter deiner Vergehen. Was ziehst du eine fremde Natur zur Entschuldigung deiner Fehltritte heran? Würdest du dich doch nicht selbst [zum Bösen] verleiten, nicht selbst hineinstürzen, nicht selbst hineinverwickeln, sei es durch allzu ungezügeltes Streben, sei es aus Gereiztheit, sei es infolge der Leidenschaften, die uns wie mit einem Netz umstrickt halten! Ja sicherlich steht es in unserer Gewalt, unser Streben zu zügeln, dem Zorn keinen Raum zu geben, die Leidenschaften zu bezähmen, aber es steht auch in unserer Gewalt, der Lüsternheit zu frönen, die Lüste zu entfachen, den Zorn zu schüren oder dem, der ihn schürt, das Ohr zu leihen, uns lieber in Hochmut zu überheben und zu Grausamkeit fortreißen zu lassen, als in Demut uns zu überwinden und die Sanftmut zu lieben. Was klagst du deine Natur an, Mensch? …
Suchen wir also die Ursachen von dem, worüber wir selbst Herr sind, nicht außer uns, und führen wir sie nicht auf andere zurück, sondern erkennen wir an, was ausschließlich unser eigener Anteil ist!


Die Kirche wäre gut beraten gewesen, hätte sie in der Auseinandersetzung mit Galilei die Ausführungen des Ambrosius über Sinn und Zweck der biblischen Berichte beherzigt: Die Bibel möchte nicht unsere wissenschaftliche Neugier befriedigen, sondern uns zu einem guten Leben anleiten:
Sicherlich war Mose mit der ganzen Weisheit der Ägypter vertraut; doch da er den Geist Gottes empfangen hatte, stellte er als Diener Gottes jene eitle und anmaßende Lehre der Philosophie dem höheren Wahrheitszweck nach und schrieb nur das nieder, was er für unsere [Heils-] Hoffnung förderlich hielt: nämlich dass Gott die Erde schuf; dass die Erde auf Geheiß des allmächtigen Gottes und die Wirksamkeit des Herrn Jesus die Pflanzen aus dem Boden und jegliches lebende Wesen nach seiner Art hervorbrachte. Doch darüber glaubte er nicht sprechen zu sollen, wie viel Luftraum der Erdschatten bedeckt, wenn die Sonne von uns scheidet und den Tag entführt, um die untere Hemisphäre zu beleuchten; ferner wie sich die Mondfinsternis erklärt, wenn der Mond in den Schatten dieser Welt gerät. Denn da diese Vorgänge uns nichts angehen, überging er sie als belanglos für uns.
Er schaute nämlich im Heiligen Geiste, wie er nicht den Eitelkeiten der bereits verblassenden Weltweisheit, die unseren Geist mit unentwirrbaren Problemen beschäftigen und seiner Anstrengung spotten, folgen, sondern lieber das niederschreiben soll, was den Fortschritt des sittlichen Lebens beträfe.


Die Barmherzigkeit führt zur Vollendung des christlichen Lebens, auch wird sie überreich vergolten:
Gut ist auch die Barmherzigkeit. Sie macht den Menschen vollkommen; denn sie ahmt den vollkommenen Vater nach. Nichts empfiehlt eine christliche Seele so wie die Barmherzigkeit, vor allem gegen die Armen. Als Gemeingut soll man die Erzeugnisse der Natur betrachten, welche die Früchte der Erde für alle hervorbringt. Dem Armen sollst du daher von deiner Habe mitteilen und den unterstützen, der Los und Gestalt mit dir teilt. Du reichst eine Münze: er empfängt seinen Lebensunterhalt; du gibst ein Geldstück: er sieht darin seine ganze Habe, dein Denar ist sein Vermögen.
Überdies bietet dir der Arme noch mehr [als du ihm]; denn er ist Schuldner d[ein]es Heils. Kleidest du einen Nackten, hüllst du dich selbst in das Kleid eines Gerechten. Nimmst du einen Fremden unter dein Dach auf, nimmst du dich eines Notleidenden an, verschafft er dir die Freundschaft der Heiligen und die ewigen Wohnungen. Nicht gering ist dieser Gnadenerweis: Du säst Leibliches und erntest Geistliches.

Quelle: Ambrosius von Mailand: Hexaemeron (Sechstagewerk; Exegese über Genesis 1,1-1,26) 1,5,17. In: Corpus Scriptorum Ecclesiasticorum Latinorum 32. = Bibliothek der Kirchenväter 2 17, S. 22; bearbeitet
Ambrosius von Mailand: Hexaemeron 5,24,86. In: Corpus Scriptorum Ecclesiasticorum Latinorum 32. = Bibliothek der Kirchenväter 2 17 S. 229 f; bearbeitet
Ambrosius von Mailand: Hexaemeron 1,8,31. In: Corpus Scriptorum Ecclesiasticorum Latinorum 32. = Bibliothek der Kirchenväter 2 17, S. 40 f; bearbeitet Ambrosius von Mailand: De officiis ministrorum (Über die Pflichten der Kirchendiener) 1,11,38. In: Patrologia Latina 16, Sp. 38. = Bibliothek der Kirchenväter 2 32, S. 29; bearbeitet

Zitate von Ambrosius von Mailand:

Christus ist für uns alles:
Willst du, dass deine Wunde heile: er ist der Arzt.
Glühst du vor Fieberhitze: er ist erfrischende Quelle.
Sinkst du zusammen unter der Ungerechtigkeit deiner Werke: er ist die Allmacht.
Fürchtest du den Tod: er ist das Leben.
Verlangst du nach dem Himmel: er ist der Weg.
Willst du die Finsternis fliehen: er ist das Licht.
Suchst du Speise: er ist das Brot des Lebens.


Du siehst die Hirten eilen - niemand sucht Gott lässigen Schrittes.
Maria ist heilig, selig ist sie. Aber glücklicher noch als Maria ist die Kirche. Wieso dies? Weil Maria ein Teil der Kirche ist, ein heiliges Glied, ein hervorragendes Glied. Auch ihr seid Glieder Christi, auch ihr seid Leib Christi.
Nimm den Menschen die Liebe, und du hast der Welt die Sonne genommen.
Es ist nicht genug, jemanden wohlwollend gesinnt zu sein, man muss auch wohl tun.
Deine Absicht erst gibt deinem Werk einen Namen.
Hast du Zeit zu einer Bitte, so hab auch Zeit zum Danken.
Alles, was wir aus Liebe den verstorbenen Gläubigen schenken, wandelt sich in Gnaden für uns; und nach unserem Tode werden wir das Verdienst davon hundertfach vervielfältigt finden.

Quelle: https://www.aphorismen.de/suche?f_autor=162_Ambrosius

zusammengestellt von Abt em. Dr. Emmeram Kränkl OSB,
Benediktinerabtei Schäftlarn,
für die Katholische SonntagsZeitung

Martyrologium Romanum Flori-Legium

Stadlers Vollständiges Heiligenlexikon

Catholic Encyclopedia: Ambrosius' Leben
Catholic Encyclopedia: der Ambrosianische Lobgesang
Catholic Encyclopedia: Ambrosius' Liturgie und Ritus
Catholic Encyclopedia: Ambrosius' Hymnen
Catholic Encyclopedia: Ambrosius' Basilika
Catholic Encyclopedia: Ambrosius' Bibliothek
Catholic Encyclopedia: Ambrosianer-Ordensregeln

Online-Dokumente von Ambrosius von Mailand

  Werke von Ambrosius auf Deutsch gibt es in der Bibliothek der Kirchenväter der Université Fribourg.

  Die erhaltenen Hymnen von Ambrosius gibt es im Originaltext online zu lesen.

  Biographisch-Bibliographisches Kirchenlexikon





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Autor: Joachim Schäfer - zuletzt aktualisiert am 05.12.2019

Quellen:
• Vera Schauber, Hanns Michael Schindler: Heilige und Patrone im Jahreslauf. Pattloch, München 2001
• Erhard Gorys: Lexikon der Heiligen. dtv, München 1997
• Hiltgard L. Keller: Reclams Lexikon der Heiligen und der biblischen Gestalten. Reclam, Ditzingen 1984
• http://www.bauernregeln.net/april.html
• Charlotte Bretscher-Gisinger, Thomas Meier (Hg.): Lexikon des Mittelalters. CD-ROM-Ausgabe. J.B. Metzler, Stuttgart / Weimar 2000
• Lexikon für Theologie und Kirche, begr. von Michael Buchberger. Hrsg. von Walter Kasper, 3., völlig neu bearb. Aufl., Bd. 1. Herder, Freiburg im Breisgau 1993

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