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Ökumenisches Heiligenlexikon

Theodosius I. der Große

eigentlich: Flavius Theodosius
griechischer Name: Θεοδόσιος

Gedenktag katholisch: 17. Januar

Gedenktag orthodox: 17. Januar

Name bedeutet: Gottes Geschenk (griech.)

Kaiser
* 11. Januar 347 in Cauca, heute Coca bei Valladolid in Spanien
† 17. Januar 395 in Mailand in Italien


Theodosius, Sohn des gleichnamigen Christen, Soldaten und Gutsbesitzers, war ebenfalls Soldat und nahm mit seinem Vater an Feldzügen in Britannien 368/369, gegen die Alemannen 370 und gegen die Sarmaten im Donauraum 372/373 teil. Er wurde Befehlshaber der Truppen im westlichen Teil von Mösien - etwa dem heutigen Serbien. 376 zog Theodosius sich nach dem Tod seines Vaters nach Coca zurück und verwaltete seine Güter. Als Kaiser Valens 378 bei der Schlacht von Adrianopel starb, rief der weströmische Kaiser Gratian Theodosius in den Heerdienst zurück; es gelang ihm, die Goten in Schach zu halten, 379 wurde er deshalb Kaiser im Osten des Römischen Reiches. Konstantinopel - das heutige Ístanbul - erlebte unter ihm einen großen Aufschwung und wurde endgültig zum Zentrum des Ostreiches.

Antonius van Dyck: Ambrosius von Mailand weist Theodosius zurück, um 1619, in der National Gallery in London
Antonius van Dyck: Ambrosius von Mailand weist Theodosius zurück, um 1619, in der National Gallery in London Foto: Michail Jungierek Finanzer

Die meisten christlichen Kaiser vor Theodosius hatten mit dem Arianismus sympathisiert. Theodosius dagegen ließ sich 380 katholisch taufen und erließ zusammen mit den Mitkaisern Gratian und Valentinian II. in Thessaloniki das Edikt Cunctos populos, Vereinigung des Volkes, in dem das Christentum zur Staatsreligion erklärt wurde und die Beschlüse des 1. Konzils von Nicäa als maßgeblich proklamiert wurden: als wahrer katholischer Christ könne nur gelten, wer die Religion bekenne, die der Apostel Petrus den Römern überlieferte. 381 berief Theodosius das 1. Konzil von Konstantinopel ein, das unter Leitung von Papst Damasus I. den Arianismus verurteilte. Er ergriff Maßnahmen gegen das Heidentum, 391/92 verbot er alle heidnischen Kulte und ihre Ausübung, 393 auch die Olympischen Spiele; die Durchsetzung der Verbote wurde aber offenbar nachlässig angegangen, die letzten heidnischen Tempel wurden erst 150 Jahre später unter Kaiser Justinian geschlossen.

Nachdem 388 eine Synagoge in Callinicum - dem heutigen Ar-Raqqa - von Christen - darunter zahlreichen Mönchen - niedergebrannt worden, wozu ihr Bischof aufgefordert hatte, wollte Theodosius sie bestrafen; Ambrosius von Mailand verweigerte ihm die EucharistieDie Eucharistie - von griechisch „ευχαριστειν, Dank sagen” - vergegenwärtigt das heilvolle Sterben Jesu Christi. Die Römisch-Katholische, die Orthodoxe und die Anglikanische Kirche nennen diese Mahlfeier im Anschluss an 1. Korintherbrief 11, 24 Eucharistie, die Evangelischen Kirchen sprechen von „Abendmahl” im Anschluss an Markusevangelium 14, 17 und 1. Korintherbrief 11, 23., bis Theodosius nachgab, die Schuldigen ungestraft ließ und seinen Befehl zum Wiederaufbau durch die Christen widerrief.

393 ernannte Theodosius seinen Sohn Honorius zum Kaiser von Westrom und schlug im September 394 die weströmischen Truppen in einer der größten und blutigsten Schlachten der römischen Geschichte nahe Castra - dem heutigen Ajdovščina in Slowenien. Der Überlieferung zufolge verbrachte der Kaiser die Nacht vor der Schlacht im Gebet, im Traum erschienen ihm demnach Johannes der Täufer und Philippus der Apostel und befahlen, dass er seine Truppen zur Schlacht ordne. Diese Schlacht wurde später als Gottesurteil angesehen: das Christentum habe über die alten Götter triumphiert. Damit gab es - für kurze Zeit - ein letztes Mal faktisch eine Einheit des Reiches, v. a. aber die Durchsetzung des Christentums als Staatsreligion auch im Westen des römischen Reiches. Theodosius starb der Überlieferung zufolge in den Armen von Ambrosius von Mailand.

Schon bald nach seinem Tod wurde Theodosius wegen seiner Bemühungen um die Einigung der Kirche der Große genannt, unter ihm gelang der wirkliche Durchbruch zum christlichen Imperium. Er war der bedeutendste Herrscher in der Zeit zwischen Konstantin „dem Großen” und Justinian I., umsichtig regierend und miltärisch erfolgreich, besonders gegen die andrängenden Goten.

Catholic Encyclopedia

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Autor: Joachim Schäfer - zuletzt aktualisiert am 23.01.2019

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