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Ökumenisches Heiligenlexikon

Damasus I.


Der Sohn des - wohl aus Spanien stammenden - Diakons - möglicherweise auch Bischofs - Antonius und der Mutter Laurentia, wurde Diakon beim römischen Bischof Liberius. Als dieser wegen seiner Ablehnung des Arianismus von Kaiser Konstantius II. aus Rom ins Exil vertrieben wurde, begleitete ihn Damasus zunächst, unterstützte dann aber den als Gegenpapst eingesetzten Felix II. Nach Liberius' Tod wurde er 366 als Damasus I. zu dessen Nachfolger gewählt; eine Minderheit hatte schon zuvor aber Ursinus gewählt. Kämpfe und blutige Auseinandersetzungen folgten - zuletzt in der Basilika Liberii (auch Sicinini) - wohl der von Bischof Liberius erbaute Vorgängerbau der heutigen Kirche Santa Maria Maggiore - mit mehr als 100 Toten; die Unruhen nahmen erst nach zwei Jahren durch das Eingreifen des Kaisers ein Ende, Ursinus musste weichen. Die Gegner machten Damasus aber lange noch das Leben schwer; 377 wurde er des Mordes bezichtigt, eine von ihm nach Rom einberufene SynodeSynode (altgriech. für „Zusammenkunft”) bezeichnet eine Versammlung in kirchlichen Angelegenheiten. In der alten Kirche wurden „Konzil” und „Synode” synonym gebraucht. In der römisch-katholischen Kirche sind Synoden Bischofsversammlungen zu bestimmten Themen, aber mit geringerem Rang als Konzile. In evangelischen Kirchen werden nur die altkirchlichen Versammlungen als Konzile, die neuzeitlichen Versammlungen als Synode bezeichnet. sprach ihn aber 378 frei.

Damasus unterstützte Bischof Paulinus von Antiochia in seinem Kampf gegen den Arianismus, aber Basilius beklagte die fehlende Unterstützung für Meletius in dieser Frage.

Damasus bewirkte den Ausbau der kirchlichen Vorrangstellung von Rom, wobei er mit diplomatischem Geschick noch den Einfluss von Ambrosius in Mailand gelten ließ. Der Kaiser sagte Damasus seine Unterstützung zu für die Durchführung kirchlicher Prozesse und anerkannte seine Gerichtshoheit über die Kirche des Westens. Damasus' Briefe an gallische Bischöfe haben denn auch schon die Form eines Dekrets. Als das 1. Konzil von Konstantinopel 381 dem Bischof von Konstantinopel - dem heutigen Ístanbul - einen Ehrenprimat zusprach, weil die Stadt das neue Rom sei, reagierte Damasus 382 auf einer SynodeSynode (altgriech. für „Zusammenkunft”) bezeichnet eine Versammlung in kirchlichen Angelegenheiten. In der alten Kirche wurden „Konzil” und „Synode” synonym gebraucht. In der römisch-katholischen Kirche sind Synoden Bischofsversammlungen zu bestimmten Themen, aber mit geringerem Rang als Konzile. In evangelischen Kirchen werden nur die altkirchlichen Versammlungen als Konzile, die neuzeitlichen Versammlungen als Synode bezeichnet. in Rom mit dem Hinweis auf die Beauftragung von Petrus durch Jesus im Matthäusevangelium 16, 18; zum ersten Mal wurde diese Bibelstelle ausdrücklich auf den Bischof von Rom bezogen und so dessen Vorrangsstellung vor allen anderen Bischöfen begründet; als Untermauerung führte Damasus auch die Tatsache an, dass in Rom das Grab des Apostels Petrus sei; seitdem und bis heute trägt der Bischofssitz von Rom den offiziellen Titel Sedes apostolica, apostolischer Stuhl.

Buchseite „Epistola ad Damasum papam”, „Widmung für Papst Damasus”, aus einer Evangelienhandschrift mit Hieronymus-Kommentaren, vor 950 im Kloster St. Gallen geschrieben, in der Stiftsbibliothek in St. Gallen
Buchseite Epistola ad Damasum papam, Widmung für Papst Damasus, aus einer Evangelienhandschrift mit Hieronymus-Kommentaren, vor 950 im Kloster St. Gallen geschrieben, in der Stiftsbibliothek in St. Gallen

Damasus beauftragte Hieronymus, eine allein gültige lateinische Übersetzung der Bibel zu fertigen; es entstand die Vulgata, die zur Festigung der Zentralstellung Roms beitrug und bis heute von höchster Bedeutung ist. Damasus trat für den Zölibat ein und verpflichtete verheiratete Priester zur Enthaltsamkeit; seine Abhandlung über Jungfräulichkeit als Lebensform für Christen ist verloren und nur noch über Hieronymus bekannt. Seine Epigramme zeugen von der Verehrung der Märtyrer in Rom. Er beauftragte viele kirchliche Bauten in Rom, darunter wohl auch um 380 in seinem Haus die von ihm Laurentius geweihte und heute auch dessen und Damasus' Namen tragende Basilika San Lorenzo in Damaso, und besonders ließ er die Gedenkstätten der Märtyrer ausbauen, so die Katakomben des Sebastian mit dem Bau der Platonia. 59 Inschriften an kirchlichen Stätten wurden von ihm selbst verfasst.

Damasus wurde in den Katakomben von Marcus und Marcellinus bestattet, in denen auch schon seine Schwester Irene ruhte.

Patron gegen Fieber

Worte des Heiligen

Das folgende Gedicht, ein Hexameter, hat die zu seiner Zeit bekannten Beinamen des Erlösers zum Inhalt:
Hoffnung, Leben, Heil, [Welt-]Vernunft, Weisheit, Licht,
Richter, Tür, Held, König, Edelstein, Prophet, Priester,
Gesalbter, [Herr der] Heerscharen, Meister, Gemahl, Mittler,
Stab, Säule, Hand, Fels, Sohn und Gott mit uns,
Weinberg, Hirte, Schaf, Friede, Wurzel, Weinstock, Ölbaum,
Quelle, Wand, Lamm, Kalb, Löwe, Versöhner,
Wort, Mensch, Netz, Stein, Haus, Alles, Christus, Jesus.


Einige dieser Beinamen werden bei einer Synode in Rom im Jahr 382 unter Damasus' Vorsitz näher erläutert:
Vielfältig aber ist die Verwendung der Namen Christi: Herr, weil er Christus ist; Wort, weil er Gottes Sohn, weil er der Eingeborene aus dem Vater ist; Mensch, weil er aus der Jungfrau geboren wurde; Priester, weil er sich als Opfer dargebracht hat; Hirte, weil er Hüter ist; Wurm, weil er auferstanden ist; Berg, weil er stark ist; Weg, weil durch ihn der rechte Weg zum Leben [führt]; Lamm, weil er gelitten hat; Eckstein, weil er Unterweisung [gibt]; Lehrer, weil er das Leben zeigt; Sonne, weil er erleuchtet; der Wahrhafte, weil er vom Vater [stammt]; Leben, weil er der Schöpfer ist; Brot, weil er [sich als] Fleisch [reicht]; Samariter, weil er Hüter und barmherzig ist; Christus, weil er Gesalbter ist; Jesus, weil er Retter ist; Gott, weil er von Gott [stammt]; Bote, weil er Verkünder ist; Geliebter, weil er Mittler ist; Weinstock, weil wir durch sein Blut erlöst sind; Löwe, weil er König ist; Fels, weil er Halt gibt; Blume, weil er erwählt ist; Prophet, weil er Zukünftiges enthüllt.

Damasus begründet bei dieser Synode den Vorrang der römischen Kirche vor den anderen Kirchen folgendermaßen:
Im Anschluss an all diese prophetischen, evangelischen und apostolischen Schriften, die wir weiter oben erwähnt haben, nach denen die katholische Kirche durch die Gnade Gottes gegründet wurde, glaubten wir auch noch feststellen zu müssen, dass, wenngleich es für die über den Erdkreis verstreute katholische Kirche gleichsam nur ein Brautgemach des [Bräutigams] Christus gibt, so doch die heilige römische Kirche nach einigen Synodenbeschlüssen den übrigen Kirchen vorangestellt ist: aber auch nach der Aussage unseres Herrn und Heilands im Evangelium hat sie den ersten Rang erhalten: Du bist Petrus, und auf diesen Felsen will ich eine Kirche bauen. [Matthäusevangelium 16, 19 f] …
Hinzu kommt die Gemeinschaft des seligsten Apostels Paulus, des auserwählten Gefäßes, der nicht zu einer verschiedenen Zeit, wie die Häretiker daherschwätzen, sondern an ein und demselben Tag zusammen mit Petrus in der Stadt Rom unter Kaiser Nero in ruhmreichem Tod durch sein Leiden die [Märtyrer-] Krone erlangt hat: Und in gleicher Weise haben sie [durch ihr Blut] die vorgenannte römische Kirche Christus, dem Herrn, geweiht und allen anderen Kirchen in der ganzen Welt durch ihre Gegenwart und durch den verehrenswerten Triumph vorangestellt. So ist also die römische Kirche der erste Sitz des Apostels Petrus, ohne Makel und ohne Runzel und dergleichen.
Der zweite [apostolische] Sitz liegt in Alexandria, er wurde im Namen des Petrus von seinem Jünger und Evangelisten Markus geheiligt: Er wurde vom Apostel Petrus nach Ägypten gesandt, verkündete dort das Wort der Wahrheit und erlitt ein ruhmvolles Martyrium.
Der dritte Sitz des heiligsten Apostels Petrus ist in Antiochia; er wird deswegen für ehrwürdig gehalten, weil er sich dort zuerst aufhielt, bevor er nach Rom kam, und weil dort zuerst der Name des neuen [Gottes-] Volks der Christen aufgekommen ist.

Quelle: Damasus I. (fälschlich zugeschrieben): Carmen contra paganos 34. In: Patrologia Latina 13, Sp. 378
Damasus I.: De Explanatione Fidei. In: Patrologia Latine 13, Sp. 373 - 375

zusammengestellt von Abt em. Dr. Emmeram Kränkl OSB,
Benediktinerabtei Schäftlarn,
für die Katholische SonntagsZeitung

Martyrologium Romanum Flori-Legium

Stadlers Vollständiges Heiligenlexikon

Catholic Encyclopedia

  Schriften von Damasus und seine Lebensgeschichte gibt es online zu lesen in den Documenta Catholica Omnia.

  Biographisch-Bibliographisches Kirchenlexikon

Die Basilika Santa Maria Maggiore in Rom ist täglich von 7 Uhr bis 18.45 Uhr geöffnet, das Museum und die archäologischen Ausgrabungen täglich von 9 Uhr bis 18.15 Uhr; der Eintritt ins Museum beträgt 3 €, der Eintritt zu den Ausgrabungen (nur mit Führung zu besichtigen) 5 €. (2017)





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Autor: Joachim Schäfer - zuletzt aktualisiert am 05.12.2019

Quellen:
• Vera Schauber, Hanns Michael Schindler: Heilige und Patrone im Jahreslauf. Pattloch, München 2001
• P. Ezechiel Britschgi: Name verpflichtet. Christiana, Stein am Rhein, 1985
• Adolf v. Harnack: Die Mission und Ausbreitung des Christentums. J. C. Hinrich, Leipzig 1924
• Charlotte Bretscher-Gisinger, Thomas Meier (Hg.): Lexikon des Mittelalters. CD-ROM-Ausgabe. J.B. Metzler, Stuttgart / Weimar 2000
• Lexikon für Theologie und Kirche, begr. von Michael Buchberger. Hrsg. von Walter Kasper, 3., völlig neu bearb. Aufl. Bd. 2. Herder, Freiburg im Breisgau 1994
• Ursula Reutter: Damasus, Bischof von Rom (366-384). Leben und Werk. Mohr Siebeck, Tübingen 2009

korrekt zitieren: Joachim Schäfer: Artikel
Die Deutsche Nationalbibliothek verzeichnet das Ökumenische Heiligenlexikon in der Deutschen Nationalbibliografie; detaillierte bibliografische Daten sind im Internet über http://d-nb.info/1175439177 und http://d-nb.info/969828497 abrufbar.