Ökumenisches Heiligenlexikon

Priscillianismus


Die nach Priscillian, dem Bischof von Ávila, benannte Bewegung forderte strengste Askese für alle Christen und eine Erneuerung der Kirche durch die Leitung des Heiligen Geistes. Priscillian war der erste, der 385 zusammen mit zwölf Gefährten in Trier als Ketzer hingerichtet wurde; das war wohl das erste Mal, dass ein Christ von anderen Christen um seines Glaubens willen getötet wurde - trotz des Einspruchs von Martin von Tours; Bischof Ambrosius und Papst Siricius verurteilten diese Maßnahme.

Priscillian forderte auf der Grundlage der Briefe des Paulus Ehelosigkeit und Verzicht auf Fleisch und Wein, ein Ende der Sklaverei und die Gleichstellung von Frauen. Die Priscillianer nahmen Frauen gleichberechtigt auf und übertrugen den ehelos lebenden geistliche Ämter - wie später auch die Katharer.

Der Priscillianismus war trotz der Hinrichtung seines geistigen Vaters und mehreren Konzilien, die die Lehre verurteilten, in Spanien und Gallien bis ins 6. / 7. Jahrhundert verbreitet, auch Bischöfe schlossen sich ihm an. Besonders Augustinus verurteilte Priscillians Lehren als Manichäismus.

Priscillian wurde besonders in Galicien als Märtyrer verehrt. Manche Forscher meinen, die in Santiago de Compostela gefundenen angeblichen Jakobus-Reliquien seien in Wahrheit die des Priscillian gewesen.





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Autor: Joachim Schäfer - zuletzt aktualisiert am 04.03.2021

Quellen:

korrekt zitieren: Joachim Schäfer: Artikel
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