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Ökumenisches Heiligenlexikon

Vladimir Ghika

Gedenktag katholisch: 16. Mai

Name bedeutet: der friedlich Herrschende (slawisch)

Priester, Märtyrer
* 25. Dezember 1873 in Konstantinopel, heute Ístanbul in der Türkei
† 16. Mai 1954 in Jilava bei Bukarest in Rumänien


Vladimir Ghikas Großvater war Gregorio Ghika X., der letzte regierende Vertreter des Fürstenhauses, das vom 17. bis ins 19. Jahrhundert in der Walachei und in Moldawien regierte. Vladimirs Vater war Verteidigungsminister und Außenminister von Rumänien, bei Vladimirs Geburt bevollmächtigter Minister beim Sultan in Konstantinopel, später in Wien, Rom und St. Petersburg; seine Mutter Alessandrina Moret de Blaremberg war eine vornehme französische Adelige. Vladimir studierte Politik, Philosophie und Jura, danach noch Theologie in Paris und am Angelicum der Dominikaner, damals noch im Kloster an Santa Maria sopra Minerva in Rom. 1902 trat er von der Orthodoxe Kirchen zur römisch-katholischen Kirche über. Papst Pius X. riet ihm, seinen Wunsch, Priester oder Mönch zu werden, nicht sofort umzusetzen. Deshalb war er dann als Laienmissionar in Rumänien tätig und widmete sich caritativen Aufgaben: er gründete die erste kostenlose Krankenfürsorge-Einrichtung in Bukarest, das Sanatorium San Vincenzo de Paoli, das erste kostenlose Krankenhaus und eine Erste-Hilfe-Station. Während der Balkankriege kümmerte er sich 1913 um die Kriegsverletzten und leistete den Cholerakranken Beistand.

Vladimir Ghika schrieb über seine Liturgie des Nächsten als Ergänzung der EucharistieDie Eucharistie - von griechisch „ευχαριστειν, Dank sagen” - vergegenwärtigt das heilvolle Sterben Jesu Christi. Die Römisch-Katholische, die Orthodoxe und die Anglikanische Kirche nennen diese Mahlfeier im Anschluss an 1. Korintherbrief 11, 24 Eucharistie, die Evangelischen Kirchen sprechen von „Abendmahl” im Anschluss an Markusevangelium 14, 17 und 1. Korintherbrief 11, 23.:

Zweifache und geheimnisvolle Liturgie: Der Arme sieht Christus in dem zu ihm kommen, der ihm hilft. Der Wohltäter sieht im Armen den leidenden Christus, der sich über ihn beugt. Doch gerade deshalb handelt sich um eine einzige Liturgie. Wird die Geste richtig ausgeführt, so ist auf beiden Seiten nur Christus: Christus der Retter kommt dem leidenden Christus entgegen, und beide vereinen sich im auferstandenen, glorreichen und segnenden Christus.

Im Ersten Weltkrieg widmete er sich diplomatischen Missionen, den Opfern des Erdbebens von Avezzano in Italien, den Tuberkulosepatienten und Kriegsverletzten in verschiedenen Krankenhäusern in Rom. In dieser Zeit entstand seine Liturgie des Nächsten, die sich zum Mittelpunkt seines Handelns entwickelte. 1923 wurde er in Paris zum Priester geweiht, kurz danach erhielt er vom Vatikan die Genehmigung zur Feier der Messe nach dem byzantinischen Ritus und damit als erster Priester das Privileg, nach beiden Riten zu zelebrieren. Er wurde Rektor der Ausländerkirche in Paris und nahm seines Wohnsitz in der Arbeitervorstadt Villejuif, wo er mit Protesten und Beschimpfungen empfangen, geschlagen und mit Steinen beworfen wurde. 1931 wurde er zum Apostolischen Protonotar ernannt.

Vladimir Ghika
Vladimir Ghika

Bis 1939 arbeitete Vladimir Ghika in Frankreich als Seelsorger, unter anderem als vom Papst berufenes Mitglied des Ständigen Komitees des Internationalen EucharistischenDie Eucharistie - von griechisch „ευχαριστειν, Dank sagen” - vergegenwärtigt das heilvolle Sterben Jesu Christi. Die Römisch-Katholische, die Orthodoxe und die Anglikanische Kirche nennen diese Mahlfeier im Anschluss an 1. Korintherbrief 11, 24 Eucharistie, die Evangelischen Kirchen sprechen von „Abendmahl” im Anschluss an Markusevangelium 14, 17 und 1. Korintherbrief 11, 23. Kongresses. Seine geistlichen und sozialen Aktivitäten führten ihn auf alle Kontinente. Nach Ausbruch des 2. Weltkrieges war er in Bukarest als Seelsorger für die römisch-katholischen und die griechisch-katholischen Gemeinden tätig. Als die Stadt von den Alliierten bombardiert wurde - Rumänien war Verbündeter von Nazi-Deutschland -, verließ er die Stadt nicht, sondern bestand darauf, bei den Armen und Kranken zu bleiben. Während der Hungersnot von 1946 bat er die USA um Zusendung von Lebensmitteln; auf seine Veranlassung wurden Hilfsgüter auch an die orthodoxen Klöster von Moldawien gegeben.

1948 begann in Rumänien die Unterdrückung der katholischen Kirche und deren Unterwerfung unter die Autorität der weitgehend von der Staatsmacht gelenkten Orthodoxen Kirche. Sechs griechisch-katholischen Bischöfe wurden gefangen genommen: fünf starben im Gefängnis, nur einer überlebte die 22 Jahre währende Haft; verfolgt wurden auch die etwa 600 Priester. Im November 1952 wurde Vladimir Ghika im Alter von 79 Jahren vom rumänischen Geheimdienst Securitate wegen Hochverrats verhaftet, da er sich nicht der von den Kommunisten gegründeten Staatskirche anschließen wollte. Er wurde seiner Kleider beraubt, beinahe 80 nächtlichen Befragungen unterzogen, verlor in Folge von Schlägen Augenlicht und Gehör, erlitt Folterungen mit elektrischem Strom. Für seine Mitgefangenen wirkte er als Zuhörer, als Beichtvater und als Helfer beim Gebet. An den Folgen der Folter starb er in dem Bukarester Gefängnis.

Kanonisation: Der Seligsprechungsprozess für Ghika wurde 2002 eröffnet. Die Seligsprechung erfolgte am 31. August 2013 in Bukarest durch den Präfekten der vatikanischen Heiligsprechungskongregation, Kardinal Angelo Amato.





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Autor: Joachim Schäfer - zuletzt aktualisiert am 05.07.2017

Quellen:
• http://de.radiovaticana.va/news/2013/08/30/rum%C3%A4nien:_kardinal_amato_leitet_seligsprechung_vladimir_ghikas/ted-724061
• http://www.zenit.org/de/editions/2013-09-02 vom 2.9.2013


• https://en.wikipedia.org/wiki/Vladimir_Ghika

korrekt zitieren: Joachim Schäfer: Artikel
Die Deutsche Nationalbibliothek verzeichnet das Ökumenische Heiligenlexikon in der Deutschen Nationalbibliografie; detaillierte bibliografische Daten sind im Internet über http://d-nb.info/969828497 abrufbar.