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Ökumenisches Heiligenlexikon

Florians Grab und seine Reliquien


Aus dem Zeitraum vom 4. bis zum 9. Jahrhundert gibt es keine historisch gesicherten Nachrichten über das Grab des Florian. Es gibt Andeutungen, dass über Florians Grab eine kleine Holzkirche erbaut wurde, die möglicherweise von den Awaren im 7./8. Jahrhundert zerstört und dann durch eine Kirche aus Stein ersetzt wurde.

Wenn man der Legende Glauben schenkt, so darf man annehmen, dass Florian in dem nach ihm benannten Ort begraben ist und sich das Stift St. Florian über seinem Grab erhebt. Über das um 800 gegründete Kloster mehren sich im 9. Jahrhundert die Zeugnisse, die seine Existenz belegen. Die erste sichere Erwähnung von St. Florian ist in einem 819 in St. Florian vollendeten Codex enthalten, der während des Kriegszuges Kaiser Ludwigs I. gegen die Slawen von einem Diakon der Regensburger Schreibstube verfasst wurde. Ein weiterer Hinweis findet sich in einer 820/25 ausgestellten Urkunde, in der es übersetzt heißt: Aus dem Orte Pouche, wo der kostbare Märtyrer Florian dem Leib nach ruht. In einer mit 1. April 888 datierten Urkunde des Königs und späteren Kaisers Arnulf wird erstmals das monasterium sancti Floriani, Kloster des heiligen Florian, genannt. 892 und zwischen den Jahren 899 und 903 folgten Schenkungen an das Florianheiligtum von Arnulf und Graf Gunther. Im Verlauf der Ungarneinfälle im 10. Jahrhundert wurde das Kloster schwer beschädigt und die kleine Klostergemeinschaft immer wieder in arge Bedrängnis gebracht. So schenkte Kaiser Heinrich II. auf Betreiben seiner Frau Kunigunde im Jahr 1002 dem Kloster eine Hube an der Ipf, um die Not der Brüder zu lindern. Ein neuer Abschnitt in der Geschichte des Klosters setzte mit Bischof Altmann von Passau ein, der 1071 das Kloster Augustiner-Chorherrn überantwortete.

Kloster St. Florian im Spätmittelalter
Kloster St. Florian im Spätmittelalter

Der aus dem 9. Jahrhundert stammende Märtyrerbericht über Florian ist unleugbar stark mit legendären Elementen angereichert. Zu bedenken ist, dass das Kloster in diesem 9. Jahrhundert gegründet wurde; man könnte annehmen, dass man den Ort der ersten Beisetzung in besonderer Weise verklären wollte, doch ist es schwer zu sagen, ob das Wissen um die erste Grablage zur Legendenbildung oder die Legende zur Fixierung einer nur angenommenen Grablage und damit zur Gründung von St. Florian geführt hat. Die jüngste Forschung neigt eher zu der Annahme, das Kloster habe den Leib des Heiligen nie besessen, weil ihn die Enns nicht freigegeben habe. Die Hinrichtungsart durch Ertränken mit einem Stein um den Hals habe ja geradezu die Absicht verfolgt, keinen Kult aufkommen zu lassen. Diese Sicht hätte natürlich Konsequenzen für die Echtheitsansprüche der heute verehrten Florian-Reliquien.

Das Grab von Florian konnte bislang nicht gefunden werden. Im 13. Jahrhundert soll die Suche in St. Florian bei Linz erfolgreich gewesen sein, doch fehlt dafür jeglicher Beweis. Dazu kommt, dass Kaiser Maximilian I. 1514 erneute, doch vergebliche Grabungen durchführen ließ. Er ließ den Heiligen suchen, weil er sich von seiner Fürbitte einen Schutz vor der drohenden Türkengefahr erhoffte. Da die letzte Ruhestätte Florians nicht gefunden wurde, gewinnen Schriftstücke an Bedeutung, die von einer Überführung der Gebeine nach Krakau sprechen: die Annales Capituli Cracoviensis. Demnach hätten die Römer, als sie am Ende des 5. Jahrhunderts Rätien verlassen mussten, den heiligen Leichnam mit nach Rom genommen. In einem anderen Bericht wird behauptet, die Gebeine Florians seien während der Regierungszeit des Bischofs Altmann von Passau nach Rom gebracht worden. Nach beiden Aufzeichnungen soll Florian in der Basilika San Lorenzo fuori le Mura, einer der Hauptkirchen Roms, zwischen Laurentius - er ist ebenfalls ein Patron gegen Feuersgefahren - und Stephanus begraben worden sein.

Im Jahre 1183 begehrten Kasimir II., der Gerechte, Senior - nicht König - von Polen, und Bischof Gedeon von Krakau von Papst Lucius III. einige Reliquien heiliger Märtyrer, es sollen ihnen daraufhin einige Gebeine von Florian übergeben worden sein. Diese Reliquien wurden in die Kathedrale der Königsburg, des Wawel in Krakau gebracht. 1631 schenkte Bischof Johannes Lipski einen Teil der Reliquien der Florians-Kirche in Krakau; größte Kostbarkeit des Kirchenschatzes ist dort heute ein Silberreliquar mit dem Unterarm und der rechten Hand des Heiligen.

Durch die Bemühungen des Propstes Johann Georg Wiesmayer kamen 1736 einige Reliquien an die erste Begräbnisstätte in das Stift St. Florian. 1968 überbrachte der damalige Kardinal Karol Wojtyla - der spätere Papst Johannes Paul II. - eine Reliquie von Florian nach Österreich, damit sie bei der Weihe des Hauptaltars der St. Laurenz-Kirche in Lorch in den Altarblock, der den Steinsarg mit den Gebeinen der Märtyrer von Lorch umschließt, eingemauert werden konnte. Die bislang letzte Reliquienbeisetzung in Österreich erfolgte 1992 im Altar der Pfarrkirche von Aigen im Ennstal.

Beitrag von Prof. Helmut Bouzek aus Wien XIII, E-Mail vom 21. Februar

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Autor: Prof. Helmut Bouzek - zuletzt aktualisiert am 06.06.2017
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Prof. Helmut Bouzek: Artikel
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