Sollte hier eine Anzeige erscheinen, deren Anliegen dem unseren entgegensteht, benachrichtigen Sie uns bitte unter Angabe der URL dieser Anzeige, damit diese Werbung nicht mehr erscheint.
Lesen Sie vorher bitte unsere Erläuterungen auf der Seite Warum Werbung und wie sie funktioniert.


 


Ökumenisches Heiligenlexikon

Die Marienkirche und der Bischofspalast in Ephesus


Die Reste der 145 Meter langen und 30 Meter breiten Marienkirche in Ephesus - den heutigen Ruinen bei Selçuk - liegen etwas abseits, nordwestlich des Nordeinganges der Ausgrabungsstätte, nahe des ehemaligen Hafens. Die Kirche geht baugeschichtlich auf eine 263 Meter lange und 30 Meter breite dreischiffige römische Basilika aus dem 2. Jahrhundert zurück. Ihr frühester Verwendungszweck ist nicht genau bekannt: entweder war die Basilika ein Museion, eine Art von Universität, oder - wahrscheinlicher - eine Warenbörse, ein Zentrum des Großhandels. Danach wurde das Gebäude in ein Olympieion, in einen Tempelbezirk zu Ehren des Kaisers Hadrian, einbezogen. Seit 1986 werden die Reste der Kirche, die schon in den 1820er-Jahren freigelegt wurden, nach modernsten archäologischen Methoden untersucht.

Papst Paul VI. betete 1967 in den Ruinen der Marienkirche.


Es lassen sich sieben Bau- und Nutzungsphasen unterscheiden:
• Phase 1: Olympieion. Das Zentrum dieser Halle wird durch den noch heute vor der südlichen Apsis stehenden Marmorpfeiler markiert.
• Phase 2 (im Bild Evre 2): Marienkirche, erstellt für das Konzil des Jahres 431. Die Verbreiterung des Mittelschiffs und der Einbau eines offenen, sechs Meter weiten Halbrundes mit einem Altar davor lassen sich aufgrund mehrere Funde ins 4./5. Jahrhundert datieren, wobei Münzen mit aus den Jahren 364 bis 426 fast bis an das Konzilsjahr heranführen. Man hatte hier also tatsächlich für das Konzil einen Bau begonnen, den man dem archäologischen Befund nach danach wieder aufgab.
• Phase 3: Danach wurde ein monumentale Kirche geschaffen, die als Kathedrale geeignet war. Die Datierung dieser Phase wurde neuerlich durch Münzfunde möglich, die den Rahmen 429 bis 491 ergeben. Das besagt, dass die reguläre Marienkirche, die wenig später unter dem kanonisch richtigen Namen der heiligsten Kirche der allerheiligen, hocherwürdigen und ewig jungfräulichen Maria bekannt wurde, erst um 500 errichtet worden sein kann.
• Phase 4: Umbauten entsprechend liturgischer Veränderungen.
• Phase 5 (im Bild Evre 3): Kuppelkirche als gewaltiger Umbau nach einem folgenschweren Erdbeben im 6. Jahrhundert. Spätestens im 7. Jahrhundert wurde der Sitz des Bischofs in die Johannes-Kirche verlegt.
• Phase 6 (im Bild Evre 3): Pfeilerbasilika aus dem 10. Jahrhundert.
• Phase 7: Restkirche aus der Zeit nach dem Arabereinfall 654/655. In dieser Form hat die Marienkirche noch mindestens bis ins 12. Jahrhundert als Friedhofskirche gedient.

Eingang zur Taufkapelle
Eingang zur Taufkapelle aus dem 6./7. Jahrhundert
Ornament in der Taufkapelle
Ornament in der Taufkapelle

Im 5. Jahrhundert wurde in der Verlängerung der Marienkirche der 140 x 30 Meter große Bischofspalast errichtet. Um einen Säulenhof gruppierten sich verschiedene Gebäude, darunter eine Badeanlage und ein Audienzsaal; aus seiner Existenz wurde auf die Verwendung der Anlage als Bischofssitz geschlossen.


Die Marienkirche und der Bischofspalast liegen im Ausgrabungsgeände von Ephesus. Dieses kann jeden Tag besichtigt werden: von April bis Oktober von 8.30 Uhr bis 19 Uhr, von November bis März von 8 Uhr bis 17 Uhr, der Eintritt beträgt 10 €. (2013)

fotografiert am 6. Juli 2013

zurück zur Biografie Maria zurück zur Biografie Polykrates von Ephesus





USB-Stick Heiligenlexikon als USB-Stick oder als DVD


Seite zum Ausdruck optimiert

Empfehlung an Freunde senden

Artikel kommentieren / Fehler melden

Suchen bei amazon: Bücher über Die Marienkirche und der Bischofspalast in Ephesus

Wikipedia: Artikel über Die Marienkirche und der Bischofspalast in Ephesus

Fragen? - unsere FAQs antworten!

Im Heiligenlexikon suchen

Impressum - Datenschutzerklärung



        Zum Schutz Ihrer Daten: mit 2 Klicks empfehlen!


Autor: Joachim Schäfer - zuletzt aktualisiert am 08.09.2017
korrekt zitieren:
Joachim Schäfer: Artikel
Die Deutsche Nationalbibliothek verzeichnet das Ökumenische Heiligenlexikon in der Deutschen Nationalbibliografie; detaillierte bibliografische Daten sind im Internet über http://d-nb.info/969828497 abrufbar.

Quellen:

• Prof. Helmut Bouzek aus Wien XIII, E-Mail vom 17. Februar