Ökumenisches Heiligenlexikon

Landericus von Paris

französischer Name: Landry

1 Gedenktag katholisch: 10. Juni

Name bedeutet: Land und Reichtum (althochdt.)

Bischof von Paris
um 656 in Paris in Frankreich


Landericus war Beamter in der Kanzlei von Merowingerkönig Chlodwig II. Um 650 wurde er Bischof von Paris mit Sitz an der damaligen Kathedrale St-Étienne - sie stand westlich der heutigen. Gerühmt wurde, dass er sich unermüdlich um die Ärmsten kümmerte; in der Hungersnot von 651 verkaufte er seinen persönlichen Besitz einschließlich seiner liturgischen Geräte, um etwas Brot zu kaufen und zu verteilen. Zudem gründete er neben der Kathedrale das Hospital Saint-Christophe - das heutige Hôtel-Dieu. 653 unterzeichnete Landericus zusammen mit 23 weiteren Bischöfe auf der SynodeSynode (altgriech. für Zusammenkunft) bezeichnet eine Versammlung in kirchlichen Angelegenheiten. In der alten Kirche wurden "Konzil" und "Synode" synonym gebraucht. In der römisch-katholischen Kirche sind Synoden Bischofsversammlungen zu bestimmten Themen, aber mit geringerem Rang als Konzile. In evangelischen Kirchen werden nur die altkirchlichen Versammlungen als Konzile, die neuzeitlichen Versammlungen als Synode bezeichnet. von Clichy - dem heutigen Stadtteil Clichy-la-Garenne von Paris - die Gründungsurkunde für das Kloster der Benediktiner mit der Kirche Saint-Denis. Landericus beauftragte seinen Diener, den Mönch Marculf, eine Sammlung von Urkunden und Formularen für den Gebrauch in Rechts- und Verwaltungsangelegenheiten zusammenzustellen, das Formularum Ecclesiasticarum libri duo, die Kirchliche Formularsammlun in zwei Büchern.

Landericus wurde in der damals Saint-Germain-le-Rond - nicht Saint-Vincent - genannten Kirche, der heutigen Kirche Saint-Germain l'Auxerrois in Paris bestattet. Diese Kirche war im 7. Jahrhundert die Hauptpfarrei der französischen Könige. An seinem Grab ereigneten sich Wunder; sein Leichentuch wurde geschwenkt und bewahrte Paris in einer großen Feuersbrunst. Während der normannischen Eroberungen im 9. Jahrhundert wurden Landericus' Gebeine erhoben und in die Kapelle Saint-Nicolas übertragen, die daraufhin umbenannt und als Kirche Saint-Landry ihm geweiht wurde - sie stand an der Nordwest-Ecke des heutigen Hôtel-Dieu und wurde 1828 abgerissen. 1408 wurden seine Gebeine aus dem ersten, hölzernen Reliquiar in ein silbernes Reliquiar gelegt. In der Zeit der Französischen Revolution wurden die Reliquien geschändet und verstreut; einige konnten gerettet werden und kamen in die Katakomben von Paris.





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Autor: Joachim Schäfer - zuletzt aktualisiert am 04.02.2026

Quellen:
• Vollständiges Heiligen-Lexikon …, 3. Band: [I]K-L. Herausgegeben von Johann Evangelist Stadler, B. Schmid'sche Verlagsbuchhandlung (A. Manz), Augsburg, 1869
• https://fr.wikipedia.org/wiki/Liste_des_%C3%A9v%C3%AAques_puis_archev%C3%AAques_de_Paris - abgerufen am 04.02.2026
• https://fr.wikipedia.org/wiki/Landry_de_Paris - abgerufen am 04.02.2026

korrekt zitieren: Joachim Schäfer: Artikel
Die Deutsche Nationalbibliothek verzeichnet das Ökumenische Heiligenlexikon in der Deutschen Nationalbibliografie; detaillierte bibliografische Daten sind im Internet über https://d-nb.info/1175439177 und https://d-nb.info/969828497 abrufbar.