Maria von der Menschwerdung
Taufname: Barbe Jeanne Avrillot
Ehename: Barbe Acarie
Gedenktag katholisch: 18. April
nicht gebotener Gedenktag im Orden der Unbeschuhten Karmeliten
Name bedeutet: die Beleibte / die Schöne / die Bittere / die von Gott Geliebte (aramäisch)
Barbe Jeanne, Tochter dea Fürsten Nicolas Avrillot, der Rechnungsprüfer der königlichen Kammer war, und der Marie geb.
Lhuillier, stammte aus einer sehr alten Familie aus den oberen Kreisen des Finanzbürgertums. 1582 wurde sie von ihren Eltern mit
Pierre Acarie, einem Buchhalter und Vizegraf von Villemor, verheiratet. Das Paar bekam sechs Kinder und wohnte im - heute
abgegangenen - Hôtel Acarie in Paris. Barbe Acarie
war eine vorbildliche Ehefrau und Mutter. 1590 erlebte sie ihre ersten mystischen Erscheinungen und kümmerte sich nun im
Hôtel-Dieu von Paris um Verletzte und Pestkranke.
Ab 1593 begann sie die Schmerzen der Wundmale Jesu zu spüren, obwohl diese
nicht sichtbar waren; sie wurde die erste Französin, die von der katholischen Kirche offiziell als Trägerin der Stigmata
anerkannt wurde. Sehr beeindruckt wurde sie von der Lektüre der Werke der
Theresa von Ávila „die Große”, die 1601 auf Französisch erschienen.
Gemeinsam mit ihrer Zofe - die später die erste französische Unbeschuhte
Karmelitin werden sollte - versammelte sie junge Mädchen und Witwen, die sich nach Spiritualität sehnten, zu einer kleinen
Gemeinschaft, die sie zunächst in ihrem Haus beherbergte. Beim Papst setzte sie sich ein für die Erlaubnis zur 1604 dann
erfolgten Gründung des damaligen Klosters
de l'Incarnation
der Karmelitinnen in der Vorstadt Saint-Jacques in Paris.
1605 konnte dann auch das Kloster der Unbeschuhten Karmelitinnen in Pontoise eröffnet werden, weitere folgten in Frankreich. Nach dem Tod ihres Mannes 1613 trat Barbe Acarie 1614 in das 1606 gegründete Karmelitinnenkloster - es stand in etwa nahe des heutigen Justizpalastes - in Amiens ein und nahm den Ordensnamen Maria von der Menschwerdung an. Sie war häufig krank und litt sehr, hatte immer wieder mystische Erlebnisse und bereicherte die Gemeinschaft mit Ratschlägen. 1616 zog sich ins Kloster der Karmelitinnen in Pontoise zurück.
Das Kloster de l'Incarnation
in der
Vorstadt Saint-Jacques in Paris wurde in der Französischen Revolution geschlossen und 1797 zerstört, heute stehen dort
Wohnhäuser. Das Kloster der Karmelitinnen in
Pontoise ist noch heute aktiv.
Kanonisation:
Maria wurde am 5. Juni 1791 von Papst Pius VI. seliggesprochen.
Das
Kloster der Karmelitinnen in Pontoise ist werktags
von 7 Uhr bis 11.50 Uhr und von 14 Uhr bis 16.45 Uhr, sonntags nur bis 11 Uhr geöffnet. (2026)
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Autor: Joachim Schäfer
- zuletzt aktualisiert am 10.07.2026
Quellen:
• Vera Schauber, Hanns Michael Schindler: Heilige und Patrone im Jahreslauf. Pattloch, München 2001
• https://fr.wikipedia.org/wiki/Couvent_des_Carm%C3%A9lites_du_faubourg_Saint-Jacques - abgerufen am 11.05.2026
• https://fr.wikipedia.org/wiki/Barbe_Acarie - abgerufen am 09.07.2026
• Infotafel am Karmelitinnenkloster in Pontoise
korrekt zitieren: Joachim Schäfer: Artikel
Die Deutsche Nationalbibliothek verzeichnet das Ökumenische Heiligenlexikon in der
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https://d-nb.info/1175439177 und https://d-nb.info/969828497 abrufbar.