Ökumenisches Heiligenlexikon

Gedicht zu Carl Lampert

von Mladen Kosar aus Wien


Du warst von allen sieben das jüngste der Geschwister
und Deine Eltern waren herzensgute fromme Bauern;
doch der Vater starb um Euch schon bald als Erster,
bereits als Kind Du musstest allzuschmerzlich trauern.

Die frühe Last des Lebens macht so Manchen innerlich
und darum Du Dich als junger Mann als Priester sahst;
nichts erscheint auf Deinem Jüngerweg Dir hinderlich,
starken Schrittes Du Dich Deinem Priestertume nahst.

Die Weihe und Primiz in Sonnenfunken helle strahlten,
bald Du als Kaplan begeistert an der Jugend wirktest;
doch die schöne Heimat konnte ewig Dich nicht halten,
in Kirchenrecht und Amte Vatikans Du gar erstarktest.

Die Erfahrung dieser Jahre schweißte Dich zum Anwalt
des Christenrechtes und der geistlichen Gesetzlichkeit;
von Innen gab Dir Gott die Zuversicht und jeglich Halt,
Dein Leben strahlte wie ein Traum in purer Festlichkeit.

Mit voller Stärke zogst Du wieder nordwärts nach Tirol,
um zu stützen Deinen teuren Bischof in den Diensten;
Du fühltest dabei Dich mit ganzem Herzen selig wohl,
standest fest und sicher ohne Ängste im Geringsten.

Dann brachen gierig Wölfe in den ruhend Schafstall ein
und hetzten nach verhasster ihnen, weisser Unschuld;
schon bald sich färbte rot das allschneehellste Rein,
urplötzlich schien zu sein in weiter Ferne Gottes Huld.

Da hast zum ersten mal Du Deine Stimme fest erhoben
in der Hoffnung, dass der Heimat christlich Volk da hilft;
doch allzu rasch war diese hohe Vorstellung zerstoben
und Hoffnungen voll Sehnsucht waren schnellst vergilbt.

Die Wölfe immer tiefer sich ins Christentum verbissen
ohne Gnade, nur um zu zerstören Jesu Christi Werke;
in der Klöster heilig Kammern ohne Scham sie stießen,
um fromme Jüngerseelen zu entblößen derer Stärke.

Machtlos standst Du da und konntest nichts als beten,
doch hast Du dagegen bald Dich neuerdings erhoben;
wollend Deine Freunde vor der großen Drangsal retten
aus der Häscher Mörderhänden grausamen und groben.

Doch des Gottes Feinde warteten nur darauf sehnlichst,
nehmend Dich in Haft und ohne Augenblicks zu zögern;
so verdunkelte sich langsam Deines Wohlgemütes Licht,
Du sehntest wieder Dich nach hellen Tagen allzu gern.

Weil Du aber in der Kirche eine hohe Stellung hattest,
entließen Dich die Schlächter wieder aus dem Kerker;
worauf Du zwingend aus der teuren Heimat tratest,
doch ganzer Hingabe an Gott und noch viel stärker.

Die Wölfe ließen Deine Fährte nimmer aus den Augen,
einen Weg sie suchten, um Dich rechtlich zu ergreifen;
planend endgültig zu brechen Dich und niederbeugen,
da begannst Du innerlich zu wachsen und zu reifen.

Ein Iskariot Judas wurde Dir zum Falle nachgeschickt,
doch hast Du ihn als solchen mühelos durchschaut;
Du verhieltest Dich in seiner Gegenwart geschickt,
seine Schliche letzten Endes war auf Sand gebaut.

Doch dessen Niedertracht vergrößerte sich umso mehr,
aus Neid und Rachsucht zimmerte er Lügen über Dich
und zog mit seinen Klagen zu der Gottesleugner Heer,
um Dich zu verleumden schamlos, feig und elendlich.

Danach fassten Dich die Greifer zum allerletzten Male,
ohne Dich je wieder ihrer Würgeknebel zu entbinden;
fester bohrte sich in Deinen Leib des Raubtiers Kralle,
man trachtete durch schwere Folter Dich zu schinden.

Doch Du hieltest an dem treuen, tiefen Glauben fest,
bezeugend Christus als den einzig wahren Herrscher;
verurteilend des Teufels Knechte grausam Hochfest,
in dem sich diese suhlten als aller Welt Beherrscher.

Du wusstest, dass der Bruder Tod Dir diesmal sicher war,
fassend, dass von Anbeginn der Feind ihn immer wollte;
Du wurdest Dir in diesem Nu der Freiheit tiefst gewahr
und Gott Dich bald zu sich in seinen ewig Himmel holte.

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Autor: Joachim Schäfer - zuletzt aktualisiert am 21.05.2026

korrekt zitieren: Joachim Schäfer: Artikel
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