Gedenktag katholisch: 17. Juli
gebotener Gedenktag im Dom in Innsbruck
Gedenktag orthodox: 17. März
Gedenktag armenisch: 17. März
liturgische Feier am Montag nach dem 3. Adventssonntag
Gedenktag syrische Kirche: 12. März
Name bedeutet: der Wehrmann (latein. Form von Alexander, griech.)
Alexius war nach der Legende aus dem 9. Jahrhundert Sohn des römischen Senators Euphemius und der Aglaia. Er verließ noch in der Hochzeitsnacht seine angetraute Frau und die Eltern und floh nach Edessa - dem heutigen Sanlıurfa - wo er als Einsiedler in Armut lebte und bald schon hohe Verehrung erfuhr. Nach dem Vorbild von Johannes dem Kalybit wird erzählt, dass er 17 Jahre als Bettler vor einer Kirche in Edessa lebte. Als dem Küster durch ein Gesicht kund wurde, dass dieser Bettler ein heiliger Mann sei, veranlasste er dessen Verehrung. Aber Alexius floh und wurde durch einen Sturm zurück nach Rom verschlagen, wo sein Vater den als Pilger Bettelnden nicht erkannte, aber mildtätig in sein Haus aufnahm. Wiederum 17 Jahre lebte Alexius unter der Treppe des Elternhauses, vom Gesinde mit Spülwasser übergossen, leidend und Geduld übend. Sterbend gab er sich durch ein Schreiben zu erkennen. Zur größten Bestürzung und Betrübnis von Ehefrau und Eltern entzifferte der herbeigerufene römische Bischof das Schriftstück im Beisein der Kaiser Honorius und Arcadius.
Alexius schläft unter der Treppe. Schlussstein im Kreuzgang des Klosters Alpirsbach, errichtet 1480 - 1494
Die syrische Version der Legende aus dem 4. oder 5. Jahrhundert nennt
keinen Namen, er wird nur als Gottesmann
bezeichnet, der schon immer
in Edessa
lebte, ein heiligmäßiges Leben als Einsiedler in Armut führte und dort auch
starb.
Alexius' Verehrung und seine Gebeine gelangten im 9. Jahrhundert nach Rom. Durch Berühren seines Leichnams geschahen der Überlieferung nach Heilungen, mit großen Ehren wurde er in der heute nach ihm und Bonifatius I. benannten Kirche in Rom bestattet.
Die jüngere Alexiuslegende und seine Verehrung waren im Mittelalter sehr beliebt
und verbreitet; die Legende wurde in französischer, italienischer und mittelhochdeutscher
Sprache dichterisch bearbeitet. Reliquien
liegen in der Kirche SS.
Bonifacio e Alessio in Rom, im Stadtteil Břevnov
in Prag und an vielen anderen Orten. Eine um 1350 gegründete Brüdergenossenschaft zur
Pflege von Kranken nannte sich nach ihm Alexianer
. Seine Verehrung erlangte
ihren Höhepunkt im Spätmittelalter und Barock. Im 17. Jahrhundert wurde von
Stefano Landi die Oper über den heiligen Alexius
zu einem vom späteren Papst
Clemens IX. verfassten Libretto komponiert; 1977 wurde sie bei den Salzburger
Festspielen wieder aufgeführt.
Weil die Witterung nach Alexius bis zum 29. Juli in der Mehrzahl der Jahre zu häufigeren Niederschlägen und unter der Norm liegenden Temperaturen neigt, kommt es in diesen Tagen oft zu Unterbrechungen der Halmfruchternte, was sich in den Bauernregeln ausdrückt.
M. Cabbaey: Mehrfarbig handkolorierter Kupferstich auf Pergament, 18. Jahrhundert, Antwerpen

Attribute:
Bettler unter Treppe
Patron
von Innsbruck;
der Pilger, Bettler, Vagabunden, und Kranken; gegen Erdbeben, Blitz und Unwetter,
Pest und Seuchen
Bauernregeln:
Wenn Alexius verregnet heuer / werden Korn und Früchte teuer!
Wenn's an Alexius regnet, so fault das Getreide auf der Mauer.
Regen an Alexe, / wird zur alten Hexe.
Wenn`s an Alexius regnet, / ist die Ernt' und Frucht gesegnet.
Bereitet mit Himmelsnass Alexius Verdruss, /
der Bauer bis Anna im Haus bleiben muss; /
doch lässt er die Sonne vom Firmament lachen, /
Schlechtwetterwolken bis Lydia (gemeint
ist der frühere Gedenktag am 3. August) über'm Dach kaum erwachen.
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