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Blarers Geburts- und Wohnhaus
in Konstanz ![]()
Ambrosius Blarer, Sohn eines Ratsherrn aus einem der ältesten Patriziergeschlechter von Konstanz, studierte ab 1505 in Tübingen die alten Sprachen und lernte dort Philipp Melanchthon kennen. Er wurde 1515 zum Magister ernannt und trat 1515 als Mönch ins Kloster in Alpirsbach ein, wo er alsbald zum Prior gewählt wurde. Sein Bruder Thomas, der in Wittenberg studierte, berichtete ihm von der Reformation Martin Luthers und überbrachte dessen Schriften, die Blarer zu eingehendem Bibelstudium anregten. Ambrosius gab diese Nachrichten im Kloster weiter und wurde deshalb seines Amtes enthoben, verließ 1522 heimlich das Kloster und kehrte nach Konstanz zurück.
1525 erhielt er dort die Stelle des Predigers der reformierten Lehre am
Münster.
Er wurde zusammen mit seinem Bruder Thomas - inzwischen Bürgermeister in Konstanz
- und seinem Vetter Johannes Zwick
der Reformator seiner Vaterstadt. Ab 1523 stand er mit Huldreich
Zwingli in Briefwechsel, dann auch mit Johannes
Oekolampad. Bei der Berner
Disputation 1528 wurde ihm Martin Bucer
zum Freund, der auf seine Theologie großen Einfluss ausübte; Konstanz und Straßburg
legten mit den beiden oberdeutschen Städten Memmingen
und Lindau
auf dem Reichstag in Augsburg
1530 dann auch eine eigene Bekenntnisschrift, die Confessio Tetrapolitana
,
das Bekenntnis der vier Städte
, ab. 1528/29 wurde Blarer aufgetragen, in
Memmingen
bei der Reformation zu helfen, 1529 tat er dies im Schweizer Kanton Thurgau,
in den folgenden Jahren auch in anderen Städten und Gemeinden Württembergs.
Er nahm theologisch eine Mittelposition zwischen Martin
Luther und Huldreich
Zwingli ein prägte damit die Reformation in Württemberg. In der Stuttgarter
Konkordie
einigte er sich 1534 mit Erhard
Schnepf auf eine vermittelnde Abendmahlsformel.
Gedenktafel am Evangelischen Gemeindehaus am nach Blarer benannten Platz in Esslingen
1533 heiratete er Katharina Ryf, genannt von Blidegg, eine früheren Nonne
aus dem Kloster Münsterlingen
Da Blarer sich 1537 weigerte, die Schmalkaldischen Artikel
zu
unterschreiben, wurde er von den Anhängern Martin
Luthers immer schärfer bekämpft und im Juni 1538 vom Herzog von
Württemberg
ungnädig entlassen. Als Konstanz
sich gegen Blarers Einspruch zur Annahme des Augsburger Interims entschließ,
um den Kaiser zu beschwichtigen, verließ Blarer die Stadt vorübergehend.
Als Konstanz
1548 von spanischen Truppen gewaltsam erobert wurde, zog Blarer sich nach
Winterthur
zurück. 1551 bis 1559 wirkte er dann als Prediger in Biel
und zuletzt wieder in Winterthur.
Von den von Blarer gedichteten Liedern sind 22 noch erhalten, die
Friedrich Spitta aus der oberdeutschen Mundart in heutiges Deutsch übertragen
hat, darunter Wach auf, wach auf, 's ist hohe Zeit
(EG 244) und das
Pfingstlied Jauchz, Erd, und Himmel, juble hell
(EGK 127).
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