Sollte hier eine Anzeige erscheinen, deren Anliegen dem unseren entgegensteht, benachrichtigen Sie uns bitte unter Angabe der URL dieser Anzeige, damit diese Werbung nicht mehr erscheint.
Lesen Sie vorher bitte unsere Erläuterungen auf der Seite Warum Werbung und wie sie funktioniert.

Menue

Ökumenisches Heiligenlexikon

Angela Merici

auch: von Brescia

Kartenskizze

Moretto da Brescia: Angela nach ihrem Tod, 1540, Bild im Speiseraum der Priester im Rektorat in Desenzano

Moretto da Brescia: Angela nach ihrem Tod, 1540, Bild im Speiseraum der Priester im Rektorat in Desenzano

Angela Merici wurde als Kind armer Eltern geboren und christlich erzogen. Im Alter von 17 Jahren musste sie den Tod ihrer Eltern verkraften. Gemeinsam mit ihrer Schwester wurde sie von einem Onkel in Salò am Gardasee erzogen; auch die Schwester starb schon bald. Als junges Mädchen trat Angela dann dem dem Dritten Orden der Franziskaner bei und widmete sich vorrangig der Kindererziehung. Sie erkannte, wie ungebildet die Kinder ihrer Heimat aufwuchsen: Schulen gab es nicht, die Eltern waren unwissend und maßen einer gediegenen Ausbildung kein besonderes Gewicht bei. In ihrem Heimatort konnte sie zunächst einige Freundinnen überreden, zusammen mit ihr eine Art regelmäßige Schule zu organisieren. Ob ihres Erfolges lud man sie 1516 nach Brescia ein, um dort Ähnliches zu versuchen. Mehr und mehr erkannte Angela, wie wichtig für das Wohlergehen der Familien und für eine zivilisierte Gesellschaft eine umfassende Bildung und Erziehung gerade der Frauen ist.

In Brescia lebte Angela weiterhin in strenger Askese. 1525 unternahm sie eine Wallfahrt nach Palästina, auf der sie die Berufung verspürte, eine Ordensgemeinschaft für Frauen zu gründen. 1535 rief sie zusammen mit 28 Frauen die Compagnia di Sant' Orsola, die Gesellschaft der Heiligen Ursula ins Leben, benannt nach Ursula - eine Gemeinschaft von Frauen, die sich zwar ganz dem Dienst am Nächsten weihten und sich zu einem Leben im Geiste der Evangelischen Räte verpflichteten, aber nicht in klösterlicher Abgeschiedenheit wohnten. Ohne Gelübde und Klausur lebten sie in ihren Familien unter den Geboten der Ehelosigkeit, der Armut und des Gehorsams und waren damit das erste Säkularinstitut der Kirchengeschichte. 1535 bestätigte Papst Paul III. den Orden; der Bischof von Brescia, Kardinal Franz Cornaro, genehmigte 1536 die von Angela verfasste Ordensregel; Angela stand ihrem Orden ab 1537 als erste Oberin vor. Die neue Gemeinschaft fand großen Anklang, die Zahl der Mitglieder wuchs rasch, bei Angelas Tod war die Gemeinschaft in fast allen wichtigen Städten Norditaliens vertreten.

Angela verfasste die Ricordi, Merkschriften, und das Testamento, Vermächtnis, beide Traktate mit Anleitungen für Erzieherinnen. Glaubenspraxis und Pädagogik der Angela wirkten beispielgebend und machten sie zur gesuchten Ratgeberin und wichtigen kirchlichen Reformerin in ihrer Zeit.

VideoZur Darstellung des Videos müssen Sie mit dem Internet verbunden sein über Angela und die Gründung ihres Ordens: Ursula - ein Modell für Angela und für uns

Wenige Jahre nach Angelas Tod wandelte sich die Gemeinschaft der Ursulinen in eine Klostergemeinschaft um. Bis heute sind die Ursulinen der größte Frauenorden, der sich der Jugenderziehung und dem Unterricht widmet und er ist bedeutsam für die Frauenbildung in der katholischen Kirche.

Kanonisation: 1768 wurde Angela von Papst Clemens XIII. seliggesprochen; 1807 sprach Papst Pius VII. die Ordensstifterin heilig.
Patronin von Desenzano del Garda

Eine informative Website in italienischer und englischer Sprache mit der Lebensgeschichte von Angela und einem Video auch in deutsch betreibt ihre Heimatstadt Desenzano.

Catholic Encyclopedia



Quellen:
• Vera Schauber, Hanns Michael Schindler: Heilige und Patrone im Jahreslauf. Pattloch, München 2001
• Erhard Gorys: Lexikon der Heiligen. dtv, München 1997
• Hiltgard L. Keller: Reclams Lexikon der Heiligen und der biblischen Gestalten. Reclam, Ditzingen 1984
• Kapuzinerbuder Martin Steger, Antoniusblatt 1/2009, Meran
• Friedrich Wilhelm Bautz. In: Friedrich-Wilhelm Bautz (Hg.): Biographisch-Bibliographisches Kirchenlexikon, Bd. I, Hamm 1990
• Lexikon für Theologie und Kirche, begr. von Michael Buchberger. Hrsg. von Walter Kasper, 3., völlig neu bearb. Aufl., Bd. 1. Herder, Freiburg im Breisgau 1993