Ökumenisches Heiligenlexikon

Klara von Assisi
italienischer Name: Chiara
Familienname: dei Scifi

Gedenktag katholisch: 11. August
     gebotener Gedenktag
     Hochfest im Klarissenorden
     Fest im Franziskanerorden und im Kapuzinerorden
     im Franziskanerorden: Übertragung der Gebeine: 2. Oktober
Gedenktag evangelisch: 11. August
Gedenktag anglikanisch: 11. August
Name bedeutet: die Leuchtende (latein.)
Ordensgründerin
* 1193 (?) in Assisi in Italien
† 11. August 1253 in ihrem Kloster San Damiano bei Assisi
Kartenskizze

Giotto: Fresko, 1325, in der Bardi-Kapelle der Kirche Santa Croce in Florenz

Giotto: Fresko, 1325, in der Bardi-Kapelle der Kirche Santa Croce in Florenz   

Chiara stammte aus der adligen Familie Offreduccio von Assisi; ihr Geburtshaus wird direkt neben der Kathedrale San Rufino gezeigt. Ihrer Mutter Ortolana hatte schon vor der Geburt des Kindes ein Traum gezeigt, dass ein Licht von diesem ausgehen werde, um die christliche Welt zu erleuchten. Entgegen der Vorstellungen ihrer Familie, die eine standesgemäße Heirat erwartete, wurde sie Anhängerin des Franziskus, der sie sehr beeindruckte.

Im Alter von 18 Jahren floh Chiara aus ihrem Elternhaus mit Franziskus in die kleine Portiuncola-Kirche unterhalb der Stadt. Franziskus schnitt ihr feierlich die Haare ab, bekleidete sie mit dem groben Bußgewand, sie legte ihm die Gelübde von Armut, Keuschheit und Gehorsam ab. Es gelang ihr, den ihr nachstellenden Familienangehörigen die Unwiderruflichkeit ihrer Entscheidung klarzumachen, indem sie ihnen ihr geschorenes Haupt zeigte; als aber ihre Schwester Agnes ihr auch noch nachfolgte, schreckte die Familie selbst vor Gewalt nicht mehr zurück.

Franziskus gründete für Chiara, ihre Schwester Agnes und weitere Gefährtinnen nun den Zweiten Orden der Armen Frauen als Zweig der Franziskaner; die Benediktiner von San Angelo überließen ihnen das Kirchlein San Damiano, wo Chiara als Äbtissin der sich rasch vermehrenden klösterlichen Gemeinschaft vorstand. Ihre Schwester Beatrice folgte ihr schließlich ebenso dorthin wie ihre Mutter Ortolana.

Giotto: Franziskus und Klara, Fresko, 1279 - 1300, in der Oberen Basilika San Francesco in Assisi

Giotto: Franziskus und Klara, Fresko, 1279 - 1300, in der Oberen Basilika San Francesco in Assisi   

Die schon als Kind kränkliche Chiara war ab 1224 ganz ans Bett gefesselt, von hier aus leitete sie ihren sich in mehreren Klöstern ausbreitenden Orden. Tiefe Frömmigkeit und Geduld in den schweren Leiden wurden ihr nachgesagt, als überaus liebevoll, zart in Wesen und Gesundheit, schildern sie die Legenden, zahlreiche wunderbare Heilungen und Begebenheiten wurden berichtet. Als 1240 und noch einmal 1241 die Assisi belagernden Sarazenen schon die Mauer ihres Klosters erstiegen hatten, ließ sich die schwer erkrankte Chiara vor die Pforte tragen, hielt die MonstranzEine Monstranz ist ein in der katholischen Kirche benütztes, meist kostbar mit Gold und Edelsteinen gestaltetes Schaustück, in dem eine geweihte Hostie gezeigt wird. Monstranzen gibt es seit dem 13. Jahrhundert, die Hostie in ihr wird verehrt und oft bei Prozessionen vorangetragen. in ekstatischem Gebet empor und brachte die davon Erschreckten dazu, zu fliehen.

Papst Gregor IX. bat sie um ihr Fürbittengebet in der Stunde seines Todes mit dem Hinweis: Ich bin sicher, dass du beim höchsten Richter erwirken wirst, was immer deine Beharrlichkeit in der Hingabe und deine zahllosen Tränen erbitten. Zwei Tage nach der Bestätigung der Ordensregel durch Papst lnnozenz IV. - er tat sich schwer, das franziskanische Ideal vollkommener Armut für ihre Gemeinschaft als Regel zu übernehmen - starb Chiara.

In der gotischen Kirche Santa Chiara in Assisi, erbaut 1257 bis 1265, befindet sich die Grabstätte mit dem bis heute unverwesten Leichnam; das in dieser Kirche geweihte Klara-Wasser helfe Augenkranken. Das Kloster San Damiano ist fast unverändert erhalten, im Garten dieses Kloster schrieb Franziskus seinen berühmten Sonnengesang. Der später als Klarissen- oder Franziskanerinnenorden bezeichnete Orden fand alsbald ungeheuer weite Verbreitung.

Kanonisation: Schon 1255 wurde Chiara heiliggesprochen. Durch Papst Pius XII. wurde sie 1958 zur Patronin des Fernsehens aufgrund der an ihr gerühmten (tele-)visionären Begabung: in der Weihnachtsnacht 1252 war ihr die Gnade zuteil geworden, von ihrer Zelle aus die Feiern mitzuverfolgen, die in der Kirche stattfanden.
Attribute: Äbtissinnenstab, Kreuz, Lilie, Regelbuch, Lampe, MonstranzEine Monstranz ist ein in der katholischen Kirche benütztes, meist kostbar mit Gold und Edelsteinen gestaltetes Schaustück, in dem eine geweihte Hostie gezeigt wird. Monstranzen gibt es seit dem 13. Jahrhundert, die Hostie in ihr wird verehrt und oft bei Prozessionen vorangetragen. oder ZiboriumDas Ziborium, lateinisch für Trinkbecher, ist ein in der katholischen und den orthodoxen Kirchen benutztes Gefäß zur Aufbewahrung der geweihten Hostien, benützt v.a. bei Haus- und Krankenkommunion.
Patronin von Assisi; der Wäscherinnen, Stickerinnen, Glaser, Glasmaler und Vergolder; der Blinden; der Telegrafen, Telefone und des Fernsehens; gegen Fieber und Augenleiden; bei schwerer Geburt

Meister von Heiligenkreuz in Österreich: Der Tod der Heiligen Klara, um 1400/1410, National Gallery of Art in Washington

Meister von Heiligenkreuz in Österreich: Der Tod der Heiligen Klara, um 1400/1410, National Gallery of Art in Washington   

Kirche und Kloster San Damiano bei Assisi Kloster San Damiano bei Assisi


Kirche und Kloster Santa Chiara (Ostseite) in Assisi Kirche Santa Chiara in Assisi


Catholic Encyclopedia

Biographisch-Bibliographisches Kirchenlexikon

Kapelle im Haus am Geburtsort von Klara, neben der Kathedrale San Rufino in Assisi

Kapelle im Haus am Geburtsort von Klara, neben der Kathedrale San Rufino in Assisi   





Quellen:
• Vera Schauber, Hanns Michael Schindler: Heilige und Patrone im Jahreslauf. Pattloch, München 2001


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