Gedenktag katholisch: 11. August
gebotener Gedenktag
Hochfest im Klarissenorden
Fest im Franziskanerorden und im Kapuzinerorden
im Franziskanerorden: Übertragung der Gebeine: 2. Oktober
Gedenktag evangelisch: 11. August
Gedenktag anglikanisch: 11. August
Name bedeutet: die Leuchtende (latein.)
Giotto: Fresko, 1325, in der Bardi-Kapelle der Kirche Santa Croce in Florenz

Klara stammte aus der adligen Familie Offreduccio di Bernadino; ihr Geburtshaus in Assisi wird direkt neben der Kathedrale San Rufino gezeigt. Ihrer Mutter Ortolana hatte der Überlieferung nach schon vor der Geburt des Kindes ein Traum gezeigt, dass ein Licht von diesem ausgehen werde, um die christliche Welt zu erleuchten. Entgegen der Vorstellungen ihrer Familie, die eine standesgemäße Heirat erwartete, wurde Klara Anhängerin des Franziskus, der sie sehr beeindruckte.
Klaras Geburtshaus, direkt neben der Kathedrale
San Rufino in Assisi 
Im März 1212 floh Klara aus ihrem Elternhaus und ging mit Franziskus
in die kleine Portiuncola
-Kirche
unterhalb der Stadt. Franziskus schnitt ihr feierlich die Haare ab, bekleidete sie
mit dem groben Bußgewand, sie legte ihm die Gelübde von Armut, Keuschheit und
Gehorsam ab. Es gelang ihr, den ihr nachstellenden Familienangehörigen die
Unwiderruflichkeit ihrer Entscheidung klarzumachen, indem sie ihnen ihr geschorenes
Haupt zeigte; als aber ihre Schwester Agnes
ihr auch noch nachfolgte, schreckte die Familie selbst vor Gewalt nicht mehr
zurück.
Franziskus formulierte
für Klara, ihre Schwester Agnes
und weitere Gefährtinnen nun eine Regel für das gemeinsame Leben und gründete so
den Zweiten Orden der Armen Frauen
als Zweig der Franziskaner;
die Benediktiner vom Kloster San Angelo
überließen ihnen das Kirchlein San
Damiano, wo Klara ab 1215 als Äbtissin der sich rasch vermehrenden klösterlichen
Gemeinschaft vorstand. Ihre Schwester Beatrice folgte ihr schließlich ebenso
dorthin wie ihre Mutter Ortolana.
1215 / 16 erhielt der neue Orden das päpstliche Privileg, in Armut leben zu
dürfen, 1218 erließ Hugolin von Ostia weitere Anerkennungen des Vatikan.
Giotto: Franziskus und Klara,
Fresko, 1279 - 1300, in der Oberen Basilika
San Francesco in Assisi 
Die schon als Kind kränkliche Klara war ab 1224 ganz ans Bett gefesselt, von hier aus leitete sie ihren sich in mehreren Klöstern ausbreitenden Orden. Tiefe Frömmigkeit und Geduld in den schweren Leiden wurden ihr nachgesagt, als überaus liebevoll, zart in Wesen und Gesundheit, schildern sie die Legenden, zahlreiche wunderbare Heilungen und Begebenheiten wurden berichtet. Als 1240 und noch einmal 1241 die Assisi belagernden Sarazenen schon die Mauer ihres Klosters erstiegen hatten, ließ sich die schwer erkrankte Klara vor die Pforte tragen, hielt die MonstranzEine Monstranz ist ein in der katholischen Kirche benütztes, meist kostbar mit Gold und Edelsteinen gestaltetes Schaustück, in dem eine geweihte Hostie gezeigt wird. Monstranzen gibt es seit dem 13. Jahrhundert, die Hostie in ihr wird verehrt und oft bei Prozessionen vorangetragen. in ekstatischem Gebet empor und brachte die davon Erschreckten dazu, zu fliehen.
Papst Gregor IX. bat sie um ihr Fürbittengebet in der Stunde seines Todes mit
dem Hinweis: Ich bin sicher, dass du beim höchsten Richter erwirken wirst, was
immer deine Beharrlichkeit in der Hingabe und deine zahllosen Tränen erbitten.
Um 1247 verfasste Klara die eigene Regel für den Klarissenorden,
um deren Anerkennung sie bis zu ihrem Lebensende kämpfte. Zwei Tage nach der Bestätigung
der Ordensregel durch Papst lnnozenz IV. - er tat sich schwer, das franziskanische
Ideal vollkommener Armut für ihre Gemeinschaft als Regel zu übernehmen - starb
Chiara.
Giotto: Klara betrauert Franziskus,
Fresko, 1300 in der Oberen Basilika
San Francesco in Assisi 
In der gotischen Kirche
Santa Chiara in Assisi, erbaut 1257 bis 1265, befindet sich die Grabstätte mit dem
bis heute unverwesten Leichnam; das in dieser Kirche geweihte Klara-Wasser
helfe
Augenkranken. Das Kloster
San Damiano ist fast unverändert erhalten, im Garten dieses Klosters schrieb Franziskus seinen
berühmten Sonnengesang
.
Der später als Klarissen- oder Franziskanerinnenorden
bezeichnete Orden fand alsbald ungeheuer weite Verbreitung.
Kanonisation:
Schon 1255 wurde Klara heiliggesprochen. Durch Papst Pius XII. wurde sie 1958
zur Patronin des Fernsehens aufgrund der an ihr gerühmten (tele-)visionären
Begabung: in der Weihnachtsnacht 1252 war ihr die Gnade zuteil geworden, von
ihrer Zelle aus die Feiern mitzuverfolgen, die in der Kirche stattfanden.
Attribute:
Äbtissinnenstab, Kreuz, Lilie, Regelbuch, Lampe, MonstranzEine Monstranz ist ein in der katholischen Kirche benütztes, meist kostbar mit Gold und Edelsteinen gestaltetes Schaustück, in dem eine geweihte Hostie gezeigt wird. Monstranzen gibt es seit dem 13. Jahrhundert, die Hostie in ihr wird verehrt und oft bei Prozessionen vorangetragen.
oder ZiboriumDas Ziborium, lateinisch für Trinkbecher
, ist ein in der katholischen und den orthodoxen Kirchen benutztes Gefäß zur Aufbewahrung der geweihten Hostien, benützt v.a. bei Haus- und Krankenkommunion.
Patronin
von Assisi;
der Wäscherinnen, Stickerinnen, Glaser, Glasmaler und Vergolder; der Blinden;
der Telegrafen, Telefone und des Fernsehens; gegen Fieber und Augenleiden;
bei schwerer Geburt
Meister von Heiligenkreuz in Österreich: Der Tod der Heiligen Klara, um
1400/1410, National Gallery of Art in Washington

Kloster San Damiano bei Assisi
Biographisch-Bibliographisches Kirchenlexikon
Buchmalerei: Klara wird von Franziskus
als Nonne berufen. Aus einer Antiphonen-Sammlung der Franziskaner,
um 1435 in Bologna
oder der Gegend um Venedig

Kapelle im Haus am Geburtsort von Klara, neben der Kathedrale
San Rufino in Assisi 
mumifizierter Leichnam im Glasschrein in der Krypta der Kirche San Chiara in Assisi
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